Klein-Venedig mit malerischen Fischerhäusern an der Regnitz

Isabella Mueller @isabella_muenchen

Klein-Venedig ist eine Siedlung von malerischen Häusern, die am Ufer der Regnitz liegen. Ich besuchte diesen wunderschönen, idyllischen Ort bei meinen Bamberg-Aufenthalt. Die Fischer und Schiffer gehören zu den frühesten urkundlich bezeugten Handwerkern in Bamberg. Ihre Häuser entlang der Regnitz genannt Klein-Venedig, prägen bis heute das Stadtbild. Die Meister besaßen das Recht, neben der Fischerei auch den Transport von Handelsgütern auf den Flüssen Regnitz Main und Rhein auszuüben. Ihre Konzessionen reichten teilweise bis nach Mainz, ihre Handelsbeziehungen bis in die Niederlande. Zu ihren Pflichten gehörte es, zusammen mit den Müllern, im Winter Eis der Regnitz aufzubrechen, um den Betrieb der Mühlen zu gewährleisten. Die Zunft der Fischer wurde 1306 erstmals erwähnt, als sie mit Armbrüsten zur Stadtverteidigung ausgerüstet wurden. Die erste Fischertrinkstube befand sich im Sand unterhalb des Dombergs. 1463 wurde das bis heute genutzte Zunfthaus am gegenüberliegenden Regnitzufer erworben. Aus der Barockzeit des Zunftwesens im 18. Jahrhundert stammen prunkvolle Prozessionsstäbe und eine Petrusfigur, der Schutzheilige der Fischer. Zu ihrer Blütezeit war die Zunft die zweitgrößte in Bamberg nach den Gärtnern. Die Untere Schiffer- und Fischerzunft existiert bis heute. Jedes Jahr zur Sandkirchweih, dem größten Volksfest Bambergs, treten die Zunftmitglieder in farbenprächtiger Tracht zum Fischerstechen gegen auswärtige Zünfte an. Ich bestaunte beim gemütlichen Entlangschlendern am Ufer der Regnitz die malerischen Häuser der ehemaligen Fischersiedlung. Die Häuser waren halb ins Wasser gebaute Pfahlbauten. Der romantische Name Klein-Venedig wurde der Siedlung von König Maximilian I. verliehen. Die aus rund 30 im 15.-16. Jahrhunderts erbauten Wohnhäuser, liegen am östlichen Ufer der Regnitz zwischen dem ehemaligen Hafen “am Kranen” und der Markusbrücke. Die ältesten dieser kleinen Häuser sind einstöckig und haben hohe Dächer. Anders als bei anderen am Wasser gelegenen Häusern sind die Wohnräume aufs Wasser ausgerichtet anstatt zur Straße. Die schönen, kleinen Fachwerkhäuser mit ihren winzigen Vorgärten, kleinen Balkonen und ihren Bootsstegen reihen sich zu einer hübsch geschmückten Zeile aneinander. Da die Häuser nur von der gegenüberliegenden Uferseite besichtigt werden können und es keine gastronomischen Betriebe gibt, existieren hier auch keine Touristenmassen. Ich genoss den Spaziergang entlang des Ufers und sah einem Gondolieri zu wie er eine Gondel mit einer Touristengruppe über die Regnitz schipperte. Denn Klein-Venedig kann mit einer echten venezianischen Gondel erkundet werden. Diese besonderen Gondelfahrten können individuell vereinbart werden. Auch Schiffsausflüge mit den Schiffen „Christl“ und „Stadt Bamberg“ werden von März bis November regelmäßig angeboten. Ich war begeistert von meinem Ausflug zum wunderschönen Viertel Klein-Venedig, das ich auch sehr gut von der Brücke am Alten Rathaus bestaunen und fotografieren konnte. Die Siedlung mit ihren malerischen Häusern war für mich Romantik pur. Ein kleines Stückchen Italien mitten in Franken. In diesem Sinne viel Freude mit meinen Fotos von der romantischen Siedlung Klein-Venedig in Bamberg. 🙂

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