Die kunstvolle Historiensäule auf dem historischen Görresplatz in Koblenz

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In der historischen Altstadt Koblenz befindet sich der Görresplatz mit seiner unübersehbaren Historiensäule. Der Görresplatz, der schon von den Römern besiedelt wurde, gehörte im Mittelalter zum Grundbesitz des Kastorstifts, später zum Jesuitenorden bis er im 19. Jahrhundert in den städtischen Besitz überging. Der Platz wechselte dabei seine Namen wie andere ihre Hemden. So hieß er schon „Großer Platz“, „Paradeplatz“, „Place Verte“ und in der Gründerzeit „Goebenplatz“. Erst im Jahre 1946 erhielt er seinen heutigen Namen, Görresplatz, der an den Koblenzer Publizisten und Historiker Joseph Görres, erinnert. Auf diesem historischen Platz befindet sich auch wie könnte es nicht anders sein die Historiensäule. Diese Säule erzählt in zehn Bildern des Künstlers Prof. Jürgen Weber aus der 2000-jährigen Geschichte der Siedlung Koblenz von der Römerzeit bis in die Gegenwart. Dabei wird die aufregende Geschichte in aufeinander gesetzte, oft durch eine Zerstörungsgeschichte getrennte Episode gegliedert. Die spannende Zeitreise durch die Epochen Koblenz versteht der Künstler nicht als fortschreitende Entwicklung, sondern als Neubeginn, der zwar meist auf dem zerstörten Vergangenen aufbaut, aber doch ein Anderes ist. Ich war wirklich beeindruckt von diesem Faszinosum, das sich mitten auf dem Platz befindet. Die 10 Meter hohe Historiensäule ist Teil eines Brunnen und ihre erste dreidimensional dargestellte Szene zeigt den Zeitraum vom 1. bis 5. Jahrhundert mit Römischer Kastell-Siedlung. Dies wird durch ein mit Weinfässern beladenes Boot symbolisiert. Die zweite Szene vom 6. bis 9. Jahrhundert handelt vom Krongut und dem Konferenzort. In der dritten Szene symbolisieren Figuren die Zugehörigkeit von Koblenz zu dem Erzbistum Trier im 10. bis 12. Jahrhundert. Danach wird in der 4. Szene vom 12. bis 13. Jahrhundert die Kreuzzüge und der Sklavenhandel thematisiert. Die fünfte Szene vom 13. bis 16. Jahrhundert stellt die Blütezeit Koblenz als eine florierende Stadt mit Handwerkern, Kaufleuten und kirchlichen Würdenträgern dar. In der sechsten Szene vom 17. bis 18. Jahrhundert konnte ich Koblenz während des Dreißigjährigen Kriegs und zur Zeit des Hexenwahns sehen. Die siebte Szene um 1800 widmet sich der Französischen Revolution und erinnert an die kriegerischen Ereignisse während und nach ihr. In der achten Szene vom 19. bis 20. Jahrhundert wird die Preußische Epoche durch die mächtige Festung und das Preußische Koblenz thematisiert. Die neunte Szene zeigt die Zerstörung Koblenz während des Zweiten Weltkriegs. In der zehnten und letzten Szene wird der aktuelle Zustand Koblenz als eine zukunftsorientierte Stadt dargestellt. Ich war beeindruckt von dieser kunstvollen Säule, die ein Geschenk des Landes Rheinland-Pfalz zur 2000-Jahr-Feier der Stadt Koblenz 1992 war. Mit dem Bau der Säule wurde 1992 begonnen und ihre Fertigstellung erfolgte im Juni 2000. Die kunstvolle Säule zählt zu einer der populärsten Sehenswürdigkeiten in Koblenz und ist wirklich ein absoluter Hingucker. Im Sommer lädt sie durch ihre vielen Parkbänken zum Verweilen und kühlen Wasserspaß dank Brunnen ein. Leider war dieser bei meinem Besuch noch nicht in Betrieb und durfte seinem Winterschlaf noch frönen. Euch wünsche ich viel Vergnügen mit meinen Fotos von diesem Kunstwerk in Koblenz. 🙂

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