Das Café Sperl: Eines der 10 besten Kaffeehäuser Wiens mit Billardtischen und köstlicher Sperl-Schnitte

Isabella Müller Cafe Wien @isabella_muenchen

Kaffee gilt als eines der beliebtesten nicht alkoholischen Getränke weltweit. Eine Tasse Kaffee weckt nicht nur die müden Lebensgeister, sondern ist für mich einfach Lebenselixier, das ich liebend gern nachmittags zu mir nehme. Diesmal genoss ich meine Tasse Melange im traditionsreichen, denkmalgeschützten Café Sperl im 6. Wiener Gemeindebezirk Mariahilf. Das Café Sperl existiert bereits seit 1880 und zählt zu den 10 besten Kaffeehäusern Wiens. Es präsentiert die Wiener Kaffeehauskultur par excellence. Das schöne Wiener Kaffeehaus in der Gumpendorferstraße 11 wurde von den Wiener Ringstraßenarchitekten Gross und Jelinek für Jakob Ronacher 1880 erbaut. Im selben Jahr übernimmt die Familie Sperl das Café und tauft es auf den Namen Café Sperl, der bis heute existent ist. 1884 wird Adolf Kratochwilla neuer Inhaber des Cafés, das schnell zum Hotspot der Houtevolee avanciert. Im Juni 1968 wird Manfred Staub neuer Eigentümer und die Bekanntheit des Cafés wächst. Selbst für internationale Filmaufnahmen wird die Kulisse des Cafés genutzt. So werden Szenen im Café für den Sigmund-Freud-Film „A Dangerous Method“ und „Before Sunrise“ mit Ethan Hawke und July Delpy gedreht. Auch die Wiener Philharmoniker spielten hier schon Musik von Johann Strauss und Fritz Kreisler und regelmäßig finden Lesungen statt. Eine besondere Ehre wurde dem Café 1988 zuteil, als der englische Star-Gastrokritiker Roy Ackermann das Café zum „Coffeehouse Of The Year“ unter 200 europäischen Kaffeehäusern kürt. Zehn Jahre später wurde das Café Sperl zum Österreichischen Kaffeehaus des Jahres ernannt und 2004 erhielt Manfred Staub die Goldene Kaffeebohne. Als ich das Café Sperl betrat, fühlte ich mich in eine längst vergangene Zeit zurückversetzt. Das Interieur sieht aus wie aus dem 19. Jahrhundert mit seinen samtbezogenen Bänken, den dunklen Holzverkleidungen und den goldenen Kronleuchtern. Die Billardtische und das große Zeitungsangebot entführten mich in die Zeit des Fin de Siècle. Ich wählte einen Platz am Fenster und wurde schnell und freundlich vom Ober bedient. Wenig später wurde mir mein Melange zusammen mit der berühmten Sperl-Torte, die 1880 ins Leben gerufen wurde, serviert. Die köstliche Mandelmasse mit dunklem Schokomousse zerging auf meiner Zunge und ich genoss es aus dem Fenster zuschauen und dabei die vorbeilaufenden Passanten zu beobachten. Das Café Sperl ist eine echte Wiener Institution und für mich immer einen Besuch wert. Hier wird noch die alte Wiener Kaffeehauskultur gelebt und zelebriert. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos dieses traditionsreichen Wiener Kaffeehauses, das einfach unglaublich viel Charme und Stil versprüht. 🙂

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