Historisches Weinheim mit mittelalterlicher Kirche und mächtigem Gefängnisturm

Weinheim Heidelberg Isabella Müller

Die Stadt Weinheim bildet den Mittelpunkt zwischen der Hessischen und Badischen Bergstraße und war bereits 1000 vor Christus von Kelten besiedelt. Sie ist reich an geschichtsträchtigen Gebäuden wie der katholischen St. Laurentiuskirche, die den schräg abfallenden Marktplatz mit ihrem aus roten und gelben Sandstein gebauten Sakralbau dominiert. Sie entstand auf den Fundamenten eines ehemaligen Karmeliterklosters, dessen Grundstein 1720 an der Stelle eines Vorgängerbaus gelegt wurde und dient seit der Aufhebung des Klosters im Jahre 1802 als katholisches Pfarrhaus. In den Jahren 1911 bis 1913 wurde die Kirche im neoromanischen Stil neu erbaut und am 13. Mai 1914 durch den Erzbischof von Freiburg geweiht. Die Kirche mit ihren drei Altären und der Kanzel, die um 1720 erbaut wurden, stammen wie die Wandmalereien und Fresken im östlichen Seitenschiff aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Besonders erwähnenswert sind die zahlreichen Grabdenkmäler aus dem 13. bis 18. Jahrhundert der Weinheimer Adeligen und einflussreichen Weinheimer Familien aus dem alten Interieur des Vorgängerbaus. Die St. Laurentiuskirche, die im Stil der oberitalienischen Basilika nach dem Vorbild von San Lorenzo in Rom gestaltet wurde, besitzt einen prächtigen Turm, der 1850 nach den Plänen des Baumeisters Heinrich Hübsch errichtet wurde. Vor der eindrucksvollen Kirche mit Blick auf den Marktplatz befindet sich ein Denkmal zur Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg von 1870 bis 1871. Das Denkmal befindet sich auf einem Sockel unterhalb des Kirchenportals und zeigt auf der Vorderseite in mittlerer Höhe die Büste von Kaiser Wilhelm I. . Gekrönt wird das seit 1890 auf diesem Platz aufgestellte Denkmal von einer Bronzefigur eines stürmenden Soldaten mit wehender Fahne. Auf beiden Seiten ist der schwarze Obelisk mit den Namen der Kriegsteilnehmer beschriftet. Das Denkmal wurde 2009 entfernt und in den Jahren von 2010 bis 2011 vollständig restauriert. Es prägt den Marktplatz mit seinen zahlreichen Cafés und Restaurants genauso wie die eindrucksvolle St. Laurentiuskirche. Nachdem ich an der Kirche rechts nach oben in die Rote Turmgasse abgebogen war, erblickte ich eine weitere Sehenswürdigkeit von Weinheim, den Roten Turm. Dieser Turm ist einer der drei noch erhaltenen Türme der ehemaligen Stadtbefestigung. Der Turm entstand als Teil der Stadtmauer nach mehrphasigem Ausbau bis Ende des 15. Jahrhunderts. Im Jahr 1504 wurde er erstmals als Neuer Turm urkundlich erwähnt. Die heutige Bezeichnung als Roter Turm gründet sich auf seine rote Farbigkeit und der dadurch zum Ausdruck gebrachten Symbolik für die Blutsgerichtsbarkeit. Denn der Turm diente als Gefängnis, letztmals nach der Badischen Revolution 1848. Eine architektonische Besonderheit ist die in spätgotischen Formen aufwendig gestaltete Krone mit Bogenfries, Wasserspeiern, Zinnen und Turmpyramide. Der mächtige Rote Turm, die St. Laurentiuskirche und die vielen historischen Gebäude sind wertvolle Bauwerke, die mich bei meiner Sightseeingtour durch Weinheim sehr beeindruckt hatten. Ich war wirklich überrascht, welche wunderbare Bauwerke und schöne Orte Weinheim zu bieten hat. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos dieser geschichtsträchtigen Bauwerke in der prächtigen Stadt Weinheim an der Bergstraße. 🙂

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