Die prunkvolle Mädlerpassage mit dem legendären Auerbachs Keller in Leipzig

Die sächsische Großstadt Leipzig zählt zu den ältesten Messestandorten der Welt. Die Mädlerpassage ein ehemaliges Messehaus zeugt von dieser Tradition und zählt heute zusammen mit dem Restaurant Auerbachs Keller zu einer der Sehenswürdigkeiten in Leipzig. Ihre Geschichte beginnt 1525 als der Rektor der Leipziger Universität Dr. Stromer einen Weinausschank in Waldheim-Hummelhainischen Hof eröffnet. Aufgrund der stetig steigenden Besucherzahl errichtet er fünf Jahre später an selber Stelle das Messehaus „Auerbachs Hof“, wobei die Kellergewölbe als Weinausschank erhalten blieben. 100 Jahre später ließ der Ratsherr Johann Vetzer, ein Verwandter des Rektors, das Messehaus umbauen. Der Weinkeller wurde mit zwei Tafelgemälden, die Szenen aus Goethes Faust, dem Ritt des Dr. Faust auf dem Weinfass und sein Gelage mit den Studenten in einem Weinlokal zeigen, von dem Maler Andreas Brettschneider ausgestattet. Durch die Rückdatierung der Gemälde auf 1525 erlangte „Auerbachs Keller“ wie das Weinlokal hieß und durch die Verbindung zu Goethes Meisterwerk Faust an Berühmtheit. Auerbachs Hof wurde trotz zahlreicher Besitzerwechsel zu einer echten Leipziger Institution. Die nächste Ära leitete der Kommerzienrat Anton Mädler ein, der am 1. Januar 1911 das gesamte Areal „Auerbachs Hof“ und die angrenzenden Grundstücke erwarb. Der Inhaber einer Koffer- und Taschenfabrik wollte die Passage sowie das Lokal vergrößern. Dafür musste Auerbachs Hof weichen. Der Bau des ersten Passagenarms in der Grimmaischen Straße erfolgte 1912. Die Rotunde sowie die Fortführung der Passage zum Neumarkt erfolgten zwei Jahre später. Die Mädlerpassage fungierte fortan auch zu DDR-Zeiten als Messehaus für Porzellan, Wein- und Lederwaren. In den Jahren von 1963 bis 1965 erhielt die Mädlerpassage durch den Bau des Messehauses am Markt einen dritten Zugang von der Petersstraße aus. Die Mädlerpassage wurde nie durch die DDR enteignet und treuhänderisch von dem Leipziger Messeamt verwaltet. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands gelangte sie wieder in den Besitz der Erben von Anton Mädler. Diese realisierten ab 1995 nach Beendigung der Zusammenarbeit mit dem Immobilienunternehmer Dr. Jürgen Schneider, der als verurteilter Betrüger in die deutsche Geschichte einging, zusammen mit der Mädler-Passage Leipzig Grundstück GmbH & Co. KG. umfangreiche Umbau- und Restaurierungsarbeiten. So wurde bis 1997 der gesamte Gebäudekomplex nach historischem Vorbild saniert und erstrahlt seitdem in neuem Glanz. Die Mädlerpassage ist nicht nur eine der meist besuchten Passagen der Welt, sondern auch eine der schönsten. Ich spaziere liebend gern durch diese überdachte Passage, die auf einzigartige Weise Tradition mit Moderne verbindet und exklusive Fashion-Marken, Feinkostgeschäfte, Cafés und Restaurants beherbergt. Die bekannteste Leipziger Passagenstraße mit ihrem berühmten „Auerbachs Keller“ ist zu einem echten Wahrzeichen Leipzigs geworden. Besonders die Figurengruppe am Nordzugang aus Goethes Faust des Leipziger Bildhauers Matthieu Molitor sind wahre Touristenmagneten. Mich erinnert diese mondäne Passage mit ihrer riesigen Glaskuppel im Zentrum immer an ihr berühmtes Vorbild der Vittorio Emanuelle II. in Mailand. Die Mädlerpassage ist ein idealer Ort zum Shoppen, Essen oder einfach nur im wunderschönen historischen Ambiente spazieren zu gehen. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos der prachtvollen Mädlerpassage im Herzen Leipzigs. 🙂

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