Das Melanchthonhaus in Bretten

Isabella Müller Bretten Heidelberg @isabella_muenchen

Die drittgrößte Stadt des Landkreises Karlsruhe, Bretten, wird auch als Melanchthonstadt bezeichnet. Denn dort wurde der Humanist, Universalgelehrte, Reformator und enger Freund des legendären Martin Luthers, Philipp Melanchthon, 1497 mit bürgerlichen Namen Philipp Schwartzerdt geboren. Heute erinnert das neugotische Melanchthonhaus am Brettener Marktplatz an diesen großen Reformator. Das Gesamtkunstwerk im Stil des Historismus wurde 1897 an der Stelle des abgebrannten Geburtshauses auf Initiative des Prof. Dr. Nikolaus Müller nach dem Entwurf des Architekten Johannes Vollmer von den Architekten Prof. Hermann Billig und Dr. Wilhelm Jung als Gedächtnishaus errichtet. Am 10. Februar 1897 zum 400. Geburtstag Philipp Melanchthons erfolgte der erste Spatenstich. Die feierliche Eröffnung des Melanchthonhauses, das ein Museum, reformationsgeschichtliche Spezialbibliotheken, eine Forschungsstelle sowie eine Dokumentationsstelle zur internationalen Melanchthonforschung beherbergt, fand am 25. Juni 1903 statt. Im Melanchthonhaus sind mehrere Themenzimmer untergebracht. Eines von ihnen ist die Gedächtnishalle mit Fresken, die die Biographie und das Lebenswerk Philipp Melanchthons abbildet. Auch das Städtezimmer mit holzgeschnitzten Wappen von 121 Städten, mit denen Melanchthon in Verbindung stand, ist bemerkenswert. Im Theologiezimmer huldigen die herrlichen Wandmalereien die bedeutendsten Theologen zu Zeiten Melanchthons. Darüber hinaus gibt es das Fürstenzimmer, das Fürsten, die in der Reformationsgeschichte eine wichtige Rolle spielten, darstellt. Das Humanistenzimmer zeigt Bildnisse von Melanchthons Zeitgenossen aus Wissenschaft und Kunst. Eine weitere Besonderheit ist, dass die Innengestaltung seit 1903 unverändert blieb. Ich bin immer wieder fasziniert von diesem mächtigen Sandsteinbau, der sich deutlich von den bunten Bürgerhäusern am Marktplatz abhebt. Hoch oben im Giebel des Melanchthonhauses thront ein Mosaikbild des Künstlers August Heinrich Hermann Oetken, das Christus als Herrscher und Retter der Welt zeigt. In der linken Hand hält er die Weltkugel, während er die rechte Hand segnend zum Gruß erhebt. Darunter befindet sich die Inschrift: „Gott zu Ehren – Melanchthon zum Gedächtnis – Errichtet von der evangelischen Christenheit“. Besonders schön ist der darunterliegende Balkon, dessen Geländer mit 5 Wappen verziert ist. Diese Städtewappen von Bretten, Pforzheim, Heidelberg, Tübingen und Wittenberg symbolisieren die verschiedenen Stationen im Leben Melanchthons. Auch der kleine Eckbalkon ist mit Wappen geschmückt. Beeindruckend sind auch die spätgotischen Portale. Auch hier sind Wappen angebracht, die zum einen Melanchthons Familie, die Heidelberger Schmiede- und Rüstmeisterfamilie Schwartzerdt mit kurpfälzischen Löwen und Schmiedewerkzeug und zum anderen Melanchthonswappen mit Schlange und Kreuz zeigt. Das Melanchthonhaus ist ein historisch wertvolles Kulturgut, das einen großartigen Gelehrten seiner Zeit ehrt und zu einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Brettens zählt. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos des Melanchthonhauses am pulsierenden Marktplatz in Bretten. 🙂

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