Die Burg der Ritter

Isabella Müller Bönnigheim Ludwigsburg @isabella_muenchen

Die Stadt Bönnigheim im Norden des Landkreis Ludwigsburg besitzt eine Altstadt, die nur so von historischen Gebäuden wimmelt. Dies liegt auch daran, dass ihre Liste an Herrschern der Stadt lang ist. Hier herrschten schon die Kelten, Römer, Alemannen, Franken und Habsburger. Nachdem die Stadt in Besitz des Erzbistums Mainz gelangte, wurde sie als Lehen von dem Kloster Hirsau gekauft und 1284 an das Kloster Bebenhausen verkauft. Zu dieser Zeit wurden ihr auch die Stadtrechte verliehen und es wurde mit dem Bau der Stadtbefestigung begonnen. Eine mächtige Festungsanlage mit einer 1150 Meter langen Mauer mit Wehrgang um die Stadt wurde errichtet, die an jeder Ecke durch einen Turm gesichert wurde. 1288 kaufte die Stadt Rudolf von Habsburg und damit wurde das Ganerbiat eingeleitet. Dies bedeutete, dass verschiedene Rittergeschlechter ihren erblichen Besitz teilten. An dieses Ganerbiat erinnern heute noch die vier bedeutendsten Ganerben, die sogenannten Miterben, deren Name in den vier Stadtviertenl Bönnigheims, dem Sachsenheimer Viertel, dem Neipperger Viertel, dem Gemminger Viertel und dem Liebensteiner Viertel verewigt sind. Über 400 Jahre lang wurde die Stadt von verschiedenen Adelsherren gemeinsam regiert und erst 1750 endete das Ganerbiat, als der Graf Friedrich Stadion Bönnigheim als Lehen erhielt. Von der Ganerben-Zeit zeugt auch die Ganerbenburg, die als Teil der nordwestlichen Stadtbefestigung zwischen 1250 bis 1270 durch die Herren von Magenheim erbaut wurde. Später ging die Burg in das Eigentum der Ganerben über. Nachdem die Burg im Bauernkrieg 1525 zerstört worden war, erfolgte ihr Wiederaufbau 1546. Ein Abriss des Liebensteiner Teils wurde 1679 vorgenommen und in diesem Zuge wurde ein Weinkeller errichtet. Im Jahr 1898 wurde die Glocke aus der Cyriakuskirche von 1359 im Turm angebracht, der daraufhin ein Dach erhielt. Eine Sanierung der Burg fand 1979 statt. Einst besaß die rechteckige Burganlage zur Stadt hin eine Mauer und einen Graben. Heute sind am Burgplatz noch die Reste der alten Ganerbenburg und der Treppenturm zum ehemaligen Hof hin mit Kegeldach erhalten. Die Ganerbenburg prägt nicht nur bis heute die mittelalterliche Stadtsilhouette Bönnigheims, sondern stellt ein wichtiges Kulturgut dar, das interessante Einblicke in die Geschichte der Stadt ermöglicht. Der steinerne Zeitzeuge, der heute nur noch teilweise erhalten ist, zeigte mir auf faszinierende Weise das mittelalterliche Leben in der Stadt auf. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos der Ruine der Ganerbenburg im historischen Bönnigheim. 🙂

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