Das verpfändete Herz

Isabella Müller Mauerbach Österreich Wien @isabella_muenchen

Mitten im Wienerwald und nur 20 Kilometer von der Weltstadt Wien entfernt liegt die Marktgemeinde Mauerbach, deren Wahrzeichen die Kartause ist. Vor den Toren dieses ehemaligen frühbarocken Klosters befindet sich eine Marienkapelle, die die heutige katholische Pfarrkirche Maria Himmelfahrt von Mauerbach ist. Eine uralte Legende handelt von einer solchen Kapelle. Vor langer Zeit lebte ein armer Ritter im Wienerwald, der außer sein Schwert trotz vieler gewonnener Schlachten nichts sein Eigen nennen konnte. Er war zermürbt von den vielen Gefechten, die er schon bestritten hatte und rief eines nachts in seiner Verzweiflung den Teufel höchstpersönlich um Hilfe. Dieser sollte ihm eine Burg mit allem, was einem echten Ritter gebührt, erbauen. Dafür verpfändete er sein Herz, in dem er den Pakt einging, niemals eine Frau zu heiraten, wenn doch würde er für immer bei ihm in der Hölle schmorren. Diesem Pakt stimmte der Teufel zu und baute für den Ritter eine würdige Burg. Der Ritter hatte keine Sorge, da keine Frau bis jetzt sein Herz auch nur annähernd erwärmen konnte. Aber wie das Schicksal es wollte, lernte der Ritter bei seinem Ritt durch den Wienerwald eine liebreizende Frau kennen, die unweit von ihm auf einem Schloss lebte. Er verliebte sich sofort ihn sie und auch die junge Frau war dem Ritter zugetan. Von diesem Augenblick an besuchte der Ritter die junge Frau auf dem Schloss so oft er konnte und die Liebe zu ihr wuchs von Tag zu Tag immer mehr. Einer baldigen Hochzeit stand einzig sein leichtfertig eingegangener Pakt mit dem Teufel im Weg. Da seine Sehnsucht die junge Frau zu seiner Frau zu nehmen und sie jeden Tag bei sich zu haben, so groß wurde, suchte er Rat bei einem Einsiedler, der tief im Wald lebte und für seine weisen Ratschläge verehrt wurde. Er erzählte ihm von seinem Pakt und zu seinem Erstaunen willigte der Einsiedler sofort ein ihm zu helfen. Denn das Böse dürfe niemals über die Liebe siegen. Der Ritter kehrte zusammen mit dem Einsiedler zu seiner Burg zurück und feierte acht Tage später seine Verlobung mit dem jungen Fräulein. Gerade als der Einsiedler einen Toast an das zukünftige Brautpaar richten wollte, betrat ein Mann in schwarzer Rüstung den Festsaal. Er ging schnurstracks auf den Ritter zu und forderte seinen Lohn für die Burg. Jeder im Saal erschrak fürchterlich, einzig der Einsiedler blieb ruhig und schritt furchtlos zu ihm. Er fragte den schwarzen Ritter, ob er der Bauherr der Burg sei. Als dieser bejahte, fragte er ihn erneut, ob er eine Burg für einen echten Ritter mit allem, was dazu gehört, erbaut habe. Auch diese Frage bejahte der schwarze Ritter mit fester Stimme. Daraufhin forderte er ihn auf, dem zukünftigen Brautpaar doch die Kapelle zu zeigen, die jede Burg eines echten Ritters hatte. Da erschauderte der schwarze Ritter, denn er hatte keine Kapelle errichtet. Damit war der Pakt ungültig. Der schwarze Ritte stampfte fluchend auf den Boden und versank sodann im Erdboden. Der gerettete Ritter fiel sogleich vor dem Einsiedler auf die Knie und versprach ihm ewig für seine Hilfe dankbar zu sein. Bald darauf fand die Hochzeit des Ritters mit der jungen Braut statt, die bis zu ihrem Tod glücklich auf der Burg lebten. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos der Kartause Mauerbach und der Marienkapelle. 🙂

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