Der Drache von Palma de Mallorca

Das Wahrzeichen der mallorquinischen Hauptstadt Palma ist die imposante Kathedrale La Seu, was Bischofssitz bedeutet. Diese Kathedrale zählt mit einer Höhe von fast 110 Metern zu den höchsten gotischen Gebäuden Europas. Für die Entstehung dieses kolossalen Sakralbaus soll ein starker Sturm verantwortlich gewesen sein, in den König Jaume I. mit seiner Flotte auf ihrem Weg nach Mallorca, um die Insel von den maurischen Herrschern zu befreien, geriet. Das Unwetter drohte die Schiffsflotte zum Kentern zu bringen. In seiner Not betete der König zur Jungfrau Maria, dass diese sie sicher ans Land bringen und siegreich gegen die Maurer sein mögen. Wenn dies geschehe, versprach er ihr eine der größten Kirchen der Welt zu bauen. Tatsächlich gelangte die Flotte sicher an Land, wo sie die Maurer besiegten. Der König fing mit dem Bau der Kathedrale 1230 auf dem Platz einer Moschee an. Darum zeigt die Kathedrale nach Mekka und nicht nach Jerusalem. Der Bau dauerte fast 400 Jahre bis 1578, wobei das Gesamtbauwerk erst im 20. Jahrhundert beendet wurde. Um diese Kathedrale aus dem Kalkstein Marés, deren Gewölbe von 14 Säulen getragen wird und die 61 Buntglasfenster besitzt, rankt die Legende des Drachen „El Drac de Na Coca“. Um 1776 soll im Labyrinth der Abwasserkanäle zwischen der Kathedrale und dem kleinen Stadttor, Portella, eine mit schuppenbedeckte Bestie mit langen Schwanz ihr Unwesen getrieben und zahlreiche Kinder entführt und gefressen haben. Der grausame Spuk nahm erst durch den edlen Ritter Bartomeu Coc, Gouveneur von Alcúdia, ein Ende. Dieser spazierte mit seiner Verlobten abends durch die Straßen der Portella als plötzlich der Drache auftauchte. Geistesgegenwärtig zog der Ritter sein Schwert und tötete damit den Drachen, der sich als Krokodil entpuppte, das irgendwann als blinder Passagier auf einem Handelsschiff an Bord gegangen war und schließlich auf Mallorca landete. Nach der Tötung des Tieres ließ der Ritter Coc, das Reptil als Trophäe ausstopfen, das er in einer Truhe aufbewahrte. Dies wurde einem der Dienstmädchen der Familie Coc zum Verhängnis, die nichtsahnend die Truhe öffnete und sich so sehr erschrak, dass sie einen Herzanfall erlitt und starb. Heute kann man das Krokodil im Diözesanmuseum im Bischofspalast im Carrer del Mirador bestaunen. Unweit vom Eingang zum Kirchenmuseum ist an der Hauswand eine Steinskulptur des legendären Krokodils zusehen. Ebenso befindet sich eine Kopie des berühmten El Drac de Na Coca im Foyer des Rathauses. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Mallorcas Hauptstadt Palma und ihrer weltbekannten Kathedrale La Seu. 🙂

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