Das Ringwunder von St. Mungo in Glasgow

Glasgow ist die größte Stadt Schottlands und die drittgrößte Stadt Großbritanniens, die am Fluss Clyde liegt und aufgrund ihrer industriellen Vergangenheit den Ruf einer Arbeiterstadt inne hat. Nach der Schließung der Stahl- und Motorenwerke sowie Kohleminen und anderer Schwerindustrie in den 1970er und 1980er Jahren zerfiel die Stadt aufgrund der Massenarbeitslosigkeit immer mehr, was zu einer hohen Kriminalität führte. Glasgow galt lange Zeit als die gefährlichste Stadt Schottlands und war Europas Hauptstadt der Morde und ist bis heute die ärmste Stadt Schottlands. Doch Glasgow hat zu Beginn des neuen Jahrhunderts einen erstaunlichen Imagewechsel hingelegt und wurde 2014 sogar zur freundlichsten Großstadt in den sozialen Medien gekürt, was der Kampagne der Stadtverwaltung „People make Glasgow“ zu verdanken ist. Glasgow ist eine Stadt mit einer bewegten Geschichte, die nicht nur von Stahl- und Betonbauten geprägt ist, sondern bemerkenswerte historische Sehenswürdigkeiten besitzt. Das Herz dieser Stadt ist zweifelsohne der George Square, auf dem sich das prächtige Rathaus im Renaissance-Stil befindet. Das berühmteste Monument Glasgows ist die gotische St. Mungo´s Cathedral, die die älteste Kirche der Stadt ist. Ebenfalls sehenswert ist der viktorianische Friedhof, Nekropolis, auf dem 3500 Gräber stehen, die Buchanan Street, eine der schönsten Fußgängerzonen der Stadt, das GoMA, Glasgows Museum für moderne Kunst, die gotische Universität von Glasgow, die die berühmte Autorin J.K. Rowling zur Gestaltung der Hogwarts School of Witchcraft and Wizardry inspirierte sowie der Botanische Garten von Glasgow, um nur einige der vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt zu nennen. Glasgow ist heute nicht mehr nur die Arbeiterstadt, sondern die Stadt der Kultur, der Architektur und des Sports. So wurde sie 2003 zur Europäischen Sporthauptstadt gewählt. Auch ihr Schachbrettmuster, in dem die Straßen der Stadt im 18. Jahrhundert angelegt wurden, für das Städte wie New York berühmt sind, galt als bahnbrechend. Um diese aufregende Stadt, die sowohl liebenswürdig als auch rau ist und der Underground zum Establishment geworden ist, rankt die Sage vom Ringwunder von St. Mungo. Vor langer Zeit lebte ein König in Glasgow, der seiner Ehefrau einen kostbaren Ring schenkte. Die Königin hatte sich jedoch in einen jungen Soldaten verliebt und gab ihm als Zeichen ihrer Liebe ihren Ring, den er fortan an seinem Finger trug. Doch ein Vertrauter des Königs hatte die außereheliche Liaison der Königin mitbekommen und berichtete seinem König davon. Dieser suchte nach dem Soldaten, den er schlafend am Ufer des Flusses Clyde fand. Er zog ihm den Ring vom Finger und warf ihn in den Fluss. Danach ging er zu seiner Frau und fragte sie unter dem Vorwand ihr eine passende Halskette zum Ring anfertigen zu lassen nach dem Ring. Diese ließ daraufhin nach dem Soldaten suchen, doch dieser war wie vom Erdboden verschluckt. In ihrer Not bat sie St. Mungo, den Bischof von Glasgow, um Hilfe. Den Ring hatte längst ein Fisch verschluckt und wie durch ein Wunder wusste dies St. Mungo. Er fing den Fisch und brachte diesen in die Küche der Königin, die den Fisch ausnehmen ließ und ihren Ring so wieder fand. Erleichtert zeigte sie den Ring ihrem Ehemann, der glaubte, dass sein Berater eine Intrige gegen ihn gesponnen hätte, um ihm und seiner Frau zu schaden. Aus diesem Grund verhängte er eine hohe Strafe gegen ihn. Der König und die Königin lebten seitdem glücklich und zufrieden und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. So die Legende vom Ringwunder von St. Mungo. St. Mungo ist übrigens der Schutzpatron Glasgows und Schottlands und war auch der erste Bischof Glasgows, der als Heiliger in der römisch-katholischen und anglikanischen Kirche verehrt wird. Auch die weltberühmte Schriftstellerin J.K. Rowling bediente sich am St. Mungo-Mythos. So hieß das Krankenhaus für Magische Krankheiten und Verletzungen in den legendären Harry Potter Filmen St.-Mungo-Hospital. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Glasgow. 🙂

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