Bach und Leipzig

Bei meinem Besuch der Thomaskirche in Leipzig, kam ich auch am neuen Bachdenkmal, das sich direkt davor auf dem Thomaskirchhof befindet, vorbei. Dieses Denkmal des Münchner Künstlers Karl Bouché von 1895 steht vor dem berühmten Bachfenster und ist eine Hommage an den legendären Komponisten Johann Sebastian Bach, der von 1723 bis zu seinem Tod in der Thomaskirche als Thomaskantor tätig war. Das Bach-Denkmal entstand 1885 auf Initiative des Bachvereins anlässlich des 200. Geburtstags Bachs und kostete insgesamt 50.000 Goldmark, die zur Hälfte von der Stadt Leipzig und zur anderen Hälfte von privaten Spendern finanziert wurde. Für das Bach-Denkmal musste das Monument des letzten Universalgelehrten, Gottfried Wilhelm Leibniz, weichen, das sich heute im Leibnizforum, dem Innenhof der Universität Leipzig befindet. Das Bach-Denkmal besteht aus einer 2,45 Meter hohen Bronzefigur, die vom Bildhauer Carl Seffner entworfen wurde und auf einem 3,20 Meter hohen Sockel aus Muschelkalkstein des Leipziger Architekten und Stadtbaurats Otto Wilhelm Scharenberg steht. Der Bronzeguss wurde von der Firma Brückner & Noack in Leipzig ausgeführt. Dargestellt ist Bach mit geöffnetem Rock vor einer Orgel stehend mit einer Notenrolle in der rechten Hand zum Dirigieren haltend, während sich seine linke Hand gerade vom Orgelmanual zu lösen scheint. Auf der Rückseite der Orgel, die mit Jugendstilelementen verziert ist, ist ein Relief dargestellt, das an die 1902 abgebrochene, alte Thomasschule erinnert, in der sich Bachs Wohnung befand. Auf der Vorderseite des Sockels ist der Name Bachs angebracht, während auf der Rückseite die Jahreszahlen 1722 bis 1750 eingraviert sind, die an die Amtszeit Bachs als Thomaskantor erinnern. Geweiht wurde das Denkmal am 17. Mai 1908. Das Denkmal sowie das Grab von Bach im Chorraum der Thomaskirche sind zu wahren Pilgerstätten von Bach-Fans aus aller Welt geworden, die ihrem Idol durch ihren Besuch letzten Respekt zollen. Denn in der Thomaskirche fand Bach nach Überführung aus der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Johanniskirche, seiner ursprünglichen Grabstätte, seine letzte Ruhe. Das Bach-Denkmal wird auch als neues Bach-Denkmal bezeichnet, denn was viele nicht wissen, es existiert seit 1843 in der Parkanlage am Dittrichring nahe der Thomaskirche bereits ein Denkmal für Johann Sebastian Bach. Sowohl das alte als auch das neue Bach-Denkmal sind recht repräsentativ und gedenken einem der größten Komponisten Deutschlands. Euch wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos davon. 🙂

Verfasst von

Webseite: www.isabella.wien . Email: post@isabellas.blog . Instagram: @isabella_muenchen . Facebook: @IsabellaMuenchen . Twitter: @IsabellaMuelle9

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.