Der geheime Durchlass für Partygänger im Mittelalter

Isabella Müller Allgäu @isabella_muenchen

Mindelheim, die Stadt der Kultur und Lebensfreude, in der einst der Vater der Landknechte, Georg von Frundsberg, der kaiserliche Feldhauptmann residierte, ist von einer mittelalterlichen Stadtmauer umgeben, von der noch drei ihrer Tortürme erhalten sind. Diese waren alle mit einem Vorwerk, einer sogenannten Barbakane gesichert und besaßen ein Fallgitter. Im Osten der Altstadt befindet sich das Obere Tor mit seinem Spitzbogen, das als Haberntor 1337 erstmals erwähnt wurde und sich alljährlich zur Fastnachtszeit in den „Durahansel“, den größten Fasnachtsnarren der Welt verwandelt. Sein Pendant ist das Untere Tor im Westen, das älteste Stadttor Mindelheims, das erstmals 1263 erwähnt wurde und ursprünglich als Schnäbelinstor oder Klostertor bezeichnet wurde, da es direkt neben der Jesuitenkirche Mariä Verkündigung angrenzt. Das dritte noch erhaltene Stadttor ist das Einlasstor, auch Westernacher Tor genannt. Dieses Tor war das einzige Stadttor, das nachts vom Torwächter für spät heimkehrende Bürger gegen einen Obolus auch nach Torschluss geöffnet wurde und Einlass in die sichere Stadt gewährte. Daher stammt auch sein Name Einlasstor. Dieser Durchschlupf für die Partygänger wurde 1469 erstmals urkundlich erwähnt. Der zinnenbewehrte 19 Meter hohe unter Denkmalschutz stehende Turm ist reich freskiert und besitzt als einziger der Tore noch seine Barbakane. Sowohl das Einlasstor als auch das Obere und Untere Tor sind steinerne Zeitzeugen, die mich hautnah auf den Spuren des Mittelalters in Mindelheims historischer Altstadt wandeln ließen. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos dieser drei mächtigen Stadttore in Mindelheim. 🙂

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