Die fast abgerissene Schlossruine

Isabella Müller @isabella_muenchen

Ganz versteckt in einer kleinen Parkanlage mit See befindet sich in der Ortsmitte des Dorfes Daisbach im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg eine zauberhafte Schlossruine. Die Reste zeigen ein unvollendetes zweigeschossiges, barockes Wasserschlosses mit einem Renaissancetreppenturm einer Vorgängerburg. Laut dem Landesdenkmalamt soll die Vorgängerburg um 12000 erbaut worden sein, die 1366 zusammen mit dem Dorf Daisbach von Kuntz von Massenbach an die Herren von Venningen verkauft wurde. Im 15. Jahrhundert kam diese als Lehen in den Besitz von Hans von Rammung. Nach dessen Tod heiratete 1472 Kunigunde von Rammung, die Erbin von Daisbach, den adeligen Albrecht V. Göler von Ravensburg, der nach ihrem Tod 1474 Katharina von Rammung heiratete. Anno 1607 bestätigte Kaiser Rudolf II. die Familie von Göler als Besitzer der Burganlage. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg durch Brand stark zerstört. Erst 100 Jahre später begann unter Eberhard Ludwig von Göler der Wiederaufbau zu einem Barockschlösschen. An diesen erinnert bis heute das Allianzwappen von ihm und seiner Gemahlin Katharina Elisabetha Helwica über den Schlosshofdurchgang. Doch nur zwei Jahre später nach dem erneuten Baubeginn, starb dieser und damit begann der Zerfall der unfertigen Schlossanlage. Im Jahre 1844 stürzte sogar das Notdach ein. Zwar wurde 1926 eine Betondecke über den Keller gezogen, doch das Schloss war schon lange zur baufälligen Ruine geworden. Darum beschloss das Landratsamt Sinsheim 1957 den Abbruch der einsturzgefährdenden Mauerreste. Gegen diese Verfügung widersetzte sich jedoch der Besitzer, der dafür zu einer Geldstrafe verdonnert wurde. Im Jahr 1983 erwarb die Stadt Waibstadt von den Herren Göler von Ravensburg die Schlossruine. In den darauffolgenden Jahren wurde ein Zufahrtsweg von der Hauptstraße aus angelegt. Seit 1991 setzt sich die Bürgeraktion „Erhaltung der Schloßruine Daisbach“ unter der Schirmherrschaft und des Dokumentators, dem Ortsvorsteher in Ruhe Richard Schmitt unter der Planung und Bauleitung von Uwe Frei für die Sanierung der Ruine ein. In über 10.000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden konnte die Bürgeraktion von 1991 bis 2000 die Schlossruine durch Sanierungsmaßnahmen vor dem Verfall retten. Darum kann dieses Kulturdenkmal heute jeder frei zugänglich besuchen und auf den Spuren des Mittelalters wandeln. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos davon. 🙂

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