Die Zauberin Jetta und die Wölfin

Isabella Mueller @isabella_muenchen Heidelberg

Ein magischer Ort mit sprudelnden Quellen, um den sich eine uralte Sage rankt, befindet sich im kleinsten Stadtteil von Heidelberg in Schlierbach. Bei dem mystischen Ort handelt es sich um den historischen Wolfsbrunnen, der vom alten Baumbestand des Schlierbachtals umgeben und Lebensraum für artenreiche Amphibienpopulation ist. Bereits 1465 wurde dort das Haus des Wolfjägers der Pfalzgrafen bei Rhein zu Heidelberg urkundlich erwähnt. Im 16. Jahrhundert entstand im Auftrag des Kurfürsten Friedrich II. ein Jagd- und Lustschloss mit Brunnen und Wasserspielen, das zu einem beliebten Rückzugsort für die nachfolgenden Kurfürsten und ihre Gäste aufgrund der kurzen Distanz von dem nur 2 Kilometer entfernten Heidelberger Schloss wurde. Auch viele Romantiker suchten die Wolfsbrunnenanlage auf, von der sie in ihren literarischen Werken schwärmten. Anno 1862 wurde das Haus zu einem dreistöckigen Gebäude im Stil eines „Schweizerhauses“ nach den Plänen von Wilhelm Frommel und unter der Leitung von Friedrich Weinbrenner umgebaut und als Gasthaus genutzt. Es ist das älteste Ausflugslokal Heidelbergs, das unter anderem schon von Zar Alexander I. oder Kaiserin Elisabeth von Österreich, Sisi genannt, besucht wurde. Dieser alte Gasthof befindet sich seit 1870 im Besitz der Stadt Heidelberg und wurde 2012 bis 2013 zu einem modernen Restaurantbetrieb umgebaut, der gute Einkehrmöglichkeiten bietet. Der Name Wolfsbrunnen geht auf eine Geschichte aus dem Mittelalter zurück. Auf dem heutigen Schlossberg, auf dem sich Deutschlands größte Schlossruine, das Heidelberger Schloss, befindet, lebte einst in einer Kapelle die Zauberin Jetta. Darum hieß der Schlossberg früher auch Jettenbühl. Die Wahrsagerin prophezeite auch, dass der Berg von königlichen Männern und das Tal des Hügels von vielen Menschen bevölkert sein werde. Wenn Jetta Wasser brauchte, musste sie zu Quellen gehen, die im Tal des Schlierbachs lagen. Dafür nahm sie einen Höhenweg, der östlich vom Heidelberger Schloss verlief und heute Schloss-Wolfsbrunnenweg heißt. Am Ende des Weges gelangte sie zu den Quellen, wo sie eines Tages von einer Wölfin, die mit ihren Jungen dort lag, angegriffen und getötet wurde. Seitdem nannte man das Wasser dort Wolfsbrunnen. Diese historische Brunnenanlage, die unter Denkmalschutz steht, mit dem angelegten Brunnenteich beherbergt auf einem Felsbrocken die 1895 fertiggestellte bronzene Wolfsfigur von Peter Coy. Ich muss zugeben, dass die Wolfsbrunnenanlage wirklich etwas Verwunschenes an sich hat und tatsächlich wie aus einem Märchenbuch entsprungen aussieht. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos dieses zauberhaften Ortes in Heidelberg-Schlierbach.

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