In den dunklen und turbulenten 1930er Jahren von New York City schreibt die Stadt in den Schlagzeilen Geschichten, die sowohl verstörend als auch unfassbar sind. Unter diesen steht die Geschichte von Michael Malloy, einem obdachlosen Iren aus der Grafschaft Donegal, der über 20 Mordanschläge überlebte, bis er schließlich doch noch durch seine Freunde den Tod fand. Seine Geschichte handelt von Gier, Verrat und einer bemerkenswerten Widerstandsfähigkeit, die selbst die skrupellosesten Verbrecher in den Schatten stellte. Michael Malloy, der liebevoll „Mike the Durable“, „Iron Mike“ oder „Rasputin der Bronx“ genannt wurde, da er wie der russische Mönch mehrere Attentate überlebte, bis er schließlich getötet wurde, lebte in Armut. Er hatte während der Weltwirtschaftskrise seine Anstellung als Feuerwehrmann verloren und suchte Trost im Alkohol. Für die meisten wäre das bereits ein tragisches Schicksal gewesen, doch für Malloy begann das wahrhaft Unfassbare erst hier. Im Januar 1933 heckte eine Gruppe von fünf seiner „Freunde“ einen tödlichen Plan aus. Tony Marino, Joseph „Red“ Murphy, Francis Pasqua, Hershey Green und Daniel Kriesberg schlossen sich als Bande zusammen, die bald als „The Murder Trust“ berüchtigt werden sollte. Ihr Ziel war Lebensversicherungsbetrug durch die Ermordung Malloys. Mit Hilfe eines korrupten Versicherungsagenten erhielten sie insgesamt drei Lebensversicherungspolicen auf Malloys Namen, unter dem Pseudonym Nicholas Mellory. Sollte Malloy durch einen Unfall sterben, winkte den Tätern ein Vermögen von damals über 3.500 USD, was heute einem Wert von über 85.000 USD entspricht. Der Plan schien einfach. Malloy war bekannt für sein unersättliches Verlangen nach Alkohol. Diesen bekam er unbegrenzt in Tony Marinos Flüsterkneipe in der New Yorker 3rd Avenue, damit er sich dort zu Tode säuft. Doch trotz des unbegrenzten Alkoholkonsums blieb Malloy, wie durch ein Wunder, am Leben. Deshalb griff Marino zu drastischeren Mitteln und versetzte Malloys Getränke mit Frostschutzmittel. Doch Malloy trank weiter, als ob er immun gegen das Gift sei. Eine mögliche Erklärung könnte darin liegen, dass Ethanol die Aufnahme von Ethylenglykol in der Leber blockiert, ein anerkanntes Gegenmittel bei Frostschutzmittelvergiftungen. Die Maßnahmen, um Malloy ums Eck zu bringen wurden immer extremer. So ersetzten sie das Frostschutzmittel durch Terpentin, gefolgt von Pferdesalbe und Rattengift die ihren Weg in Malloys Getränke fanden. Die widerwillige Resistenz des Iren brachte die Männergruppe an den Rand der Verzweiflung. Schließlich probierten sie es mit einer tödlichen Mahlzeit, in dem sie Malloy rohe Austern, getränkt in Methanol zu essen gaben. Diese Idee basierte auf einem morbiden Gerücht, das Pasqua aufgeschnappt hatte. Auch ein Sandwich aus verdorbenen Sardinen versetzt mit Gift und Teppichnägeln zeigte keine Wirkung. In ihrer Frustration beschlossen die Männer, Malloy den gnadenlosen Winter von New York auszusetzen. An einem eisigen Abend bei Temperaturen unter Minus 26 °C wurde der betrunkene Malloy im Crotona Park in den Schnee geworfen und mit eiskaltem Wasser übergossen. Doch das Schicksal hatte andere Pläne. Die Polizei fand Malloy und brachte ihn zu einer Obdachloseneinrichtung, wo er mit Kleidung und Wärme versorgt wurde. Dies markierte einen weiteren gescheiterten Mordversuch. Als die Zeit drängte und die Prämien bald zu verfallen drohten, entschied sich die Gruppe für einen brutalen Plan. Sie wollten Malloy mit Green’s Taxi überfahren. Sie stützen den betrunkenen Malloy ab und wollten zur Seite springen, wenn Green bei einer Geschwindigkeit von 72 km/h auf Malloy zugerast kam. Doch erst beim dritten Versuch prallte Malloys Körper gegen die Motorhaube, der zu Boden fiel. Daraufhin setzte Green sein Taxi zurück und überfuhr ihn. Die Gruppe glaubte, dass Malloy tot sei, konnten dies aber nicht überprüfen, weil ein vorbeifahrendes Auto sie verscheuchte. Doch Malloy hatte abermals Glück, der von Polizisten entdeckt und ins Fordham-Krankenhaus gebracht wurde, wo seine Knochenbrüche behandelt wurden. Nachdem sich Malloy vollständig erholt hatte, plante die Bande einen letzten Mordversuch. Am 22. Februar 1933, nachdem Malloy erneut seinen Rausch ausgeschlafen hatte, brachten sie ihn in Murphys Zimmer. Dort setzte die Gruppe ihrem perfiden Plan ein Ende, indem sie einen Gasschlauch in seinen Mund steckten und das Gas aufdrehten. Innerhalb einer Stunde erlosch das Leben des unzerstörbaren Malloy, offiziell bescheinigt als „Lungenentzündung“. Doch die Geschichten von „Mike the Durable“ verbreiten sich in den Flüsterkneipen der Stadt und zogen die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich. Eine Exhumierung folgte, begleitet von einer forensischen Untersuchung, die die kriminellen Machenschaften aufdeckte. Die fünf Männer standen bald vor Gericht und wurden schuldig gesprochen. Während Dr. Frank Manzella, der den Totenschein unterschrieben hatte, nur eine geringfügige Strafe erhielt, wurden Marino, Pasqua, Murphy und Kriesberg im Juni und Juli 1934 durch den elektrischen Stuhl im Gefängnis Sing Sing hingerichtet. Green wurde wegen versuchten Mordes verurteilt, der mindestens zehn Jahre im Gefängnis absitzen musste. Was bleibt, ist die eindrucksvolle Geschichte eines Mannes, der selbst im Angesicht des Todes durch die Hände seiner angeblichen Freunde nicht kapitulierte. Michael Malloy, der „unzerstörbare“ Ire, bleibt ein Symbol dafür, dass das Leben auch unter den schlimmsten Umständen erstaunliche Wendungen nehmen kann. Und so lebt seine Legende weiter, ein Mahnmal für jene, die glauben, das perfekte Verbrechen sei nur eine Frage der Planung. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von New York City. 🙂
Der unzerstörbare Michael Malloy: Der Rasputin der Bronx

