Robert Durst, ein Name, der weltweit für Schlagzeilen sorgte, verkörpert eine Geschichte voller Geheimnisse, Macht und Tragik. Als Erbe eines Milliardenvermögens und Mitglied einer der prominentesten Familien der New Yorker Immobilienbranche hätte Durst ein Leben in Luxus führen können. Doch seine Biografie ist geprägt von mysteriösen Ereignissen, die ihn nicht nur ins Rampenlicht der Medien, sondern auch vor Gericht brachten. Robert Alan Durst wurde am 12. April 1943 als ältestes Kind von dem Immobilienmogul Seymour Durst und Bernice Herstein in New York City geboren und wuchs in Scarsdale auf, einer wohlhabenden Stadt im Bundesstaat New York. Seine Familie leitete die Durst Organization, eines der größten Immobilienunternehmen der Vereinigten Staaten. Obwohl er finanziell abgesichert war, wurde sein Leben von einer tiefgreifenden Tragödie überschattet. Im Alter von sieben Jahren wurde er Zeuge des Todes seiner Mutter, Bernice Durst, die angeblich direkt vor seinen Augen vom Dach des Familienhauses sprang. Bis heute ist unklar, ob es sich um einen Unfall oder Selbstmord handelte. Dieses Ereignis hinterließ tiefe Spuren bei Robert, die später eine Rolle in seinem Verhalten und seiner Persönlichkeit spielen sollten. Durst besuchte die High School in Scarsdale und studierte Wirtschaftswissenschaften an der Lehigh University. Nach seinem Uniabschluss 1965, besuchte er ein Doktorandenprogramm an der University of California in Los Angeles, wo er die Journalistin Susan Berman kennen lernte, die zu einer der engsten Vertrauten von Durst wurde. Anno 1969 brach Durst das Studium ab und kehrte nach New York zurück, wo er das Geschäft „All Good Things“ in Vermont eröffnete, bis er auf Drängen seines Vaters nach Manhattan zurückkehrte, um diesen bei seinen Immobiliengeschäften zu unterstützen. Bekannten und Biografien zufolge zeigte Durst schon in jungen Jahren einen eigensinnigen und rebellischen Charakter. Bemerkenswert ist, dass bereits in seiner Jugend Spannungen zwischen ihm und seiner Familie sowie seinem jüngeren Bruder Douglas bestanden – der später sehr zum Ärger von Robert die Leitung der Durst Organization übernehmen sollte, weshalb er sich mit seiner Familie so sehr verstritt, dass er mit diesen kein Wort mehr wechselte. Eines der bekanntesten Kapitel im Leben von Robert Durst ist das plötzliche Verschwinden seiner Frau Kathleen „Kathie“ McCormack im Januar 1982. Das Paar hatte sich 1971 kennengelernt und drei Jahre später geheiratet. Doch die Ehe war von Konflikten geprägt; insbesondere soll Kathie Freunden gegenüber zunehmend von Roberts gewalttätigem Verhalten berichtet haben. Am Abend ihres Verschwindens gab Durst an, sie zuletzt in ihrem Haus in South Salem, New York, gesehen zu haben, bevor sie angeblich nach Manhattan zurückkehrte. Von dort aus wollte sie angeblich zu ihrer Vorlesung an der medizinischen Fakultät gehen – doch sie kam nie dort an. Obwohl Durst behauptete, die Polizei kontaktiert zu haben, wurde ihr Verschwinden erst einige Tage später offiziell gemeldet. Die Ermittlungen ergaben keine konkreten Hinweise darauf, was mit Kathie geschehen war, und 2001 wurde sie offiziell für tot erklärt. Bereits 1990 hatte sich Durst „in absentia“ von Kathie scheiden lassen, der Anfang Dezember 2000 in New York Debrah Lee Charatan ehelichte. Der Verdacht gegen Durst hielt jedoch an. Kritiker bemängelten wiederholt, dass die Polizei aufgrund seines Status und seines Reichtums zögerlich gehandelt habe. Durst selbst sprach selten über diesen Vorfall, doch in einer später veröffentlichten Dokumentation, *The Jinx*, machte er einige bemerkenswerte Aussagen, die neue Fragen aufwarfen. Im Jahr 2000 tauchte der Name Robert Durst erneut in den Schlagzeilen auf, diesmal im Zusammenhang mit dem Mord an Susan Berman. Berman war eine enge Freundin von Durst und selbst eine schillernde Persönlichkeit; sie war die Tochter eines bekannten Mafiabosses aus Las Vegas und arbeitete als Autorin. Viele glaubten, dass Susan Informationen über Kathies Verschwinden hatte, da sie Durst damals geholfen hatte, Fragen der Ermittler abzuwehren. Am 24. Dezember 2000 wurde Susan Berman in ihrem Haus in Los Angeles tot aufgefunden, aus nächster Nähe erschossen. Kurz vor ihrem Tod hatte sie angekündigt, mit den Ermittlern über den Fall Kathie McCormack sprechen zu wollen. Danach erhielt die Polizei einen anonymen Brief mit der Aufschrift „Cadaver“, was sich auf ihre Leiche bezog. Jahre später stellte sich heraus, dass die Handschrift auf diesem Brief mit der von Robert Durst übereinstimmte – ein entscheidendes Beweisstück. Nach Susans Tod geriet Durst zunehmend ins Visier der Behörden. Doch anstatt sich der Ermittlung zu stellen, führte Durst ein Leben auf der Flucht. Er zog nach Texas, lebte unter falschem Namen und kleidete sich als Frau, um nicht erkannt zu werden. Während seiner Zeit in Galveston ereignete sich ein weiterer Vorfall, der sein Strafregister weiter anreicherte. Im Jahr 2001 wurde die Leiche seines Nachbarn Morris Black in mehreren Plastiktüten im Hafen von Galveston gefunden. Durst wurde bald darauf verhaftet und gestand, Black getötet zu haben – obwohl er behauptete, dies in Notwehr getan zu haben. Er zerteilte die Leiche in Stücke, um sie zu beseitigen, beharrte jedoch stets darauf, keinen Mord begangen zu haben. Trotz der belastenden Beweise wurde Durst freigesprochen, da die Geschworenen seiner Darstellung glaubten, der Vorfall sei ein tragischer Unfall gewesen. Seine Flucht endete jedoch nicht dort. Nachdem er gegen Kaution freigelassen worden war, floh er erneut und lebte mehrere Jahre unter verschiedenen Decknamen, bevor er schließlich wieder festgenommen wurde. Im Jahr 2015 lenkte die HBO-Dokumentarserie *The Jinx: The Life and Deaths of Robert Durst* neue Aufmerksamkeit auf die Fälle rund um Robert Durst. Die Serie, die Interviews mit Durst sowie umfangreiche Ermittlungen enthielt, gipfelte in einem schockierenden Finale. Während eines Toilettengangs zwischen der Aufzeichnung blieb Durst Ansteckmikrofon angeschaltet, der unbeabsichtigt vor sich hin sprach und murmelte: „Was zum Teufel habe ich getan? Ich habe sie natürlich alle umgebracht.“ Dieses Geständnis löste einen Sturm der Entrüstung aus und veranlasste die Behörden, den Fall wieder aufzunehmen. Im Jahr 2021 wurde Durst schließlich des Mordes an Susan Berman für schuldig befunden. Ein Richter verurteilte ihn zu lebenslanger Haft ohne Möglichkeit auf Bewährung. Robert Durst, der an Blasenkrebs erkrankt war, starb im Alter von 79 Jahren am 10. Januar 2022 im San Joaquin General Hospital in der kalifornischen Stadt Stockton an einem Herzstillstand, während er an einer COVID-19-Infektion litt. Sein Tod markiert das Ende einer jahrzehntelangen Saga voller Verbrechen, Lügen und skandalöser Enthüllungen. Doch die Erinnerung an seine Taten lebt weiter – nicht nur in den Gerichtsakten, sondern auch in der Popkultur. Der Fall Robert Durst ist ein Paradebeispiel für das Zusammenspiel von Macht, Geld und Verbrechen. Durst hatte jede Gelegenheit, ein privilegiertes Leben zu führen, doch er wählte wiederholt Wege, die ihn in den Ruin trieben. Die Tragödien um Kathie McCormack, Susan Berman und Morris Black werfen weiterhin Fragen auf, die vielleicht nie vollständig beantwortet werden. Durst mag verstorben sein, doch sein Fall wird noch lange als eine der rätselhaftesten und faszinierendsten Geschichten der modernen Kriminalgeschichte gelten. Seine Geschichte zeigt, wie weit Menschen gehen, um sich der Verantwortung zu entziehen – und wie am Ende die Wahrheit immer ans Licht kommt. In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Freude mit meinen Fotos von New York City. 🙂
Robert Durst: New Yorks mordender Multimillionär

