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Peter Hößl: Münchens mörderischer Millionärssohn

Kaum ein Name hat München je so erschüttert wie der von Peter Hößl. Was als vielversprechender Start ins Leben eines Millionärssohnes begann, mündete in einer diabolischen Karriere des Verbrechens, die über Jahrzehnte hinweg mindestens vier Menschen das Leben kostete. Hinter der Fassade des privilegierten Lebens steckte eine Geschichte voller Gewalt, Manipulation und zutiefst verstörender sexueller Obsessionen. Von 1956 bis 1982 zog sich Hößls Mordserie durch das Münchner Umland – und hinterließ ein düsteres Kapitel deutscher Kriminalgeschichte. Peter Hößl erblickte am 10. Juli 1940 in München das Licht der Welt, der in einer wohlhabenden Familie aufwuchs. Sein Vater, ein erfolgreicher Möbelunternehmer, ermöglichte ihm eine sorgenfreie Kindheit und legte damit eine Basis für ein gesichertes Leben. Doch schon früh zeigte Peter Verhaltensweisen, die alarmierend waren – insbesondere eine verstörende Faszination für Waffen. Noch bevor er seine Ausbildung im Familienunternehmen begann, stahl er mehrere tausend Deutsche Mark aus dem Geschäft seines Vaters, um sich heimlich ein Gewehr zu kaufen. Diese Waffe wurde später zum Werkzeug seiner Taten, aber ihre Bedeutung ging weit über einen bloßen Mord hinaus. Psychologen beschrieben später, dass Hößls Obsession mit Schusswaffen eine starke sexuelle Komponente hatte. Seine Fantasien drehten sich oft um das Zielen, Schießen und Töten – ein Verhalten, das von einer tief verankerten psychischen Störung zeugte. Am 24. November 1956 begann Hößls mörderischer Weg. Der damals 16-Jährige erschoss den 11-jährigen Schüler Franz Stöbich auf brutalste Weise. Fünf gezielte Schüsse aus einem Gewehr feuerten aus nächster Nähe auf das unschuldige Kind. Das Opfer wurde anschließend unter Laub und Steinen versteckt, als wäre es nur ein zufälliger Gegenstand. Anfangs geriet ein Freund des Jungen, der Teenager Norbert Wanger, in Verdacht. Unter massivem Druck und manipulativen Verhörmethoden gestand Wanger die Tat mehrfach – ein Geständnis, das jedoch nicht mit den Tatsachen übereinstimmte. Es stellte sich heraus, dass die Polizei ihn zu einer Aussage gedrängt hatte, die ihm eine mildere Strafe versprach. Ein entscheidender Durchbruch gelang erst, als ein Förster in Perlacher Forst eine zerschossene Lederwaffentasche und ein Gewehr fand, die Hößl zugeordnet werden konnten. Nach längerem Zögern gestand dieser schließlich die Tat, behauptete jedoch, es habe sich um ein „Missgeschick“ gehandelt. Während seines Prozesses vor einem Jugendgericht brachte sein Münchner Staranwalt Rolf Bossi diese Version erfolgreich vor. Hößl erhielt eine erschreckend milde Strafe von vier Jahren Jugendhaft – von denen er lediglich ein Jahr absitzen musste. Aufgrund der ausgezeichneten Beurteilung der Strafanstalt wurde er im Februar 1959 vorzeitig zur Bewährung entlassen. Dies war nicht nur ein Justizskandal, sondern auch ein Zeichen dafür, dass seine dunkle Seite noch lange nicht erkannt worden war. Kurz nach seiner Freilassung offenbarte sich Hößls wahre Natur. In einem Brief an seinen Cousin prahlte er mit der „Perfektion“ seines ersten Mordes und schwor, dass es nicht sein letzter sein würde. Unterstützt von seinem wohlhabenden Vater, kehrte er bald in ein scheinbar normales Leben zurück. Doch statt sich von seiner Vergangenheit zu lösen, tauchte Hößl tiefer in seine dunklen Obsessionen ein. Er begann, Waffen sowohl für kriminelle Zwecke als auch für bizarre sexuelle Praktiken zu verwenden. Mit seinem Gewehr schlief er im Bett, schoss auf Poster erotischer Magazine und masturbierte während er sich selbst in einem Spiegel mit einer geladenen Waffe betrachtete. Diese grotesken Rituale zeigten, wie sehr Gewalt und Erotik in seiner Psyche verschmolzen waren. Zwischen 1959 und 1960 eskalierte Hößls Gewalt. Sein zweites Opfer, der 59-jährige Rentner Johann Huber, wurde mitten am Tag am 23. Mai 1959 in Perlacher Forst erschossen, während er sich auf einer Matratze entspannte. Obwohl die Polizei bald den Fundort der Leiche und des Tatwerkzeugs entdeckte, führten die Ermittlungen zunächst ins Leere. Dann folgten die brutalen Morde an dem 19 Jahre Wolfgang Hack und seiner 17 Jahre alten Verlobten Edeltraud Winkler, einem jungen Paar in Schleißheim. Die beiden wurden am 20. September 1959 scheinbar grundlos beim Spaziergang erschossen, und auch hier blieb Hößl unbehelligt. Zwar trug der Doppelmord an dem Liebespaar Hößls Handschrift, doch diese konnten ihm nie nachgewiesen werden. Am 25. Juni 1960 beging er schließlich einen weiteren Mord, der ihn zu Fall brachte. Der 19-jährige Gerhard Habel wurde beim Radfahren in den Wäldern am Stadtrand von München angegriffen, zweimal angeschossen und dann kaltblütig mit zwei weiteren Schüssen hingerichtet. Ermittler entdeckten Verbindungen zwischen den Waffen, die bei früheren Morden verwendet worden waren, und nahmen Hößl fest. Während des Prozesses kam die gesamte Dimension seiner Gewalt ans Licht. Psychologen diagnostizierten eine starke sexuelle Erregung durch das Töten, und das Gericht entschied, ihn als Erwachsenen zu verurteilen. So erhielt Hößl eine Strafe von 15 Jahren Gefängnis mit anschließender Sicherheitsverwahrung in einer Heil- und Pflegeanstalt. Doch dies sollte nicht das Ende seiner schrecklichen Taten sein. Bereits im November 1980 wurde die Überwachung von Hößl, der sich im Nervenkrankenhaus Haar befand, gelockert. So wurde Hößl im Januar in ein Haus verlegt, wo er nicht permanent überwacht wurde. Darüber hinaus durfte er ab März 1981 außerhalb der Anstalt arbeiten, bis er am 21. Dezember 1981 tatsächlich ein zweites Mal zur Bewährung entlassen wurde. Nach seiner Freilassung auf Bewährung führte Hößl einen letzten Mord durch, der seine grausame Karriere endgültig besiegelte. Am 26. August 1982 erschoss er den 15-jährigen Peter Sigl, während dieser Mais für seine Haustiere sammelte. Wieder einmal war das Motiv scheinbar willkürlich, doch der Modus Operandi war eindeutig. Nach intensiven Ermittlungen wurde Hößl als Täter identifiziert, wobei verschiedene Waffenfunde und Aussagen ihn unbestreitbar mit dem Verbrechen in Verbindung brachten. Im darauffolgenden Gerichtsverfahren versuchte er, seine Schuld zu leugnen, und sogar ein anderer Mann meldete sich mit einem falschen Geständnis, um ihn zu schützen. Doch alle Täuschungsmanöver scheiterten. Hößl wurde 1983 erneut zu lebenslanger Haft verurteilt, wo er bis zu seinem Tod 2022 verblieb. Die Geschichte von Peter Hößl ist mehr als die traurige Bilanz eines Serienmörders. Sie wirft Fragen über psychologische Diagnosen, die Verantwortung der Justiz und das Versagen von Resozialisierungsmaßnahmen auf. Von einem privilegierten Leben aus begann Hößl seinen Abstieg in die Finsternis, angetrieben von einer seltenen Mischung aus Gewaltlust und sexueller Störung. Seine grausamen Taten sind eine Mahnung an Gesellschaft und Rechtssystem, aufmerksam gegenüber den tief liegenden Abgründen zu sein, die sich hinter der Fassade eines scheinbar normalen Lebens verbergen können. Dir wünsche ich trotz dieser schockierenden True Crime Story viel Freude mit meinen Fotos von München. 🙂

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