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Die Montana Sweethearts: Einer der ältesten Cold Cases, der mithilfe von DNA und forensischer Genealogie gelöst wurde

Einer der ältesten Cold Cases der amerikanischen Kriminalgeschichte, der mithilfe von DNA und forensischer Genealogie nach 65 Jahren gelöst werden konnte, ist ein Doppelmord an einem Liebespaar im Jahr 1956 in Great Falls im Bundesstaat Montana, der auch als „The Montana Sweethearts“ bekannt ist. Es war der 3. September 1956 als drei Jungs morgens bei ihrem Spaziergang unweit des Sun Rivers die Leiche eines jungen toten Mannes mit gefesselten Händen auf dem Rücken entdeckten. Der tote Mann lag neben seinem Auto, das noch lief und dessen Scheinwerfer brannten. Die Leiche entpuppte sich als der 18 Jahre alte aus Texas stammende Lloyd Duane Bogle, einem Piloten des 29. Abfangjägergeschwaders aus dem Luftwaffenstützpunkt Malmstrom in Waco. Bogle war per Kopfschuss getötet worden. Nur einen Tag später fand ein Straßenarbeiter die Leiche der 16 Jahre alten Patricia Kalitzke, einer Schülerin der Great Falls High School, mehrere Kilometer entfernt von Bogles Leiche auf der Vinyard Road. Kalitzke war ebenfalls durch einen Kopfschuss getötet, zuvor wurde sie jedoch noch vergewaltigt. Die Ermittlungen ergaben, dass beide ein Liebespaar waren, die zuletzt lebend am 2. September in Great Falls in Pete´s Drive-In gesehen wurden. Sie waren zum Stelldichein in den Wadsworth Park in eine sogenannte Love`s Lane gefahren. Dabei handelt es sich um ein abgeschiedenes Plätzchen, in dem sich Liebende ihrer Leidenschaft hingeben, weshalb der Doppelmord auch als „The Montana Sweethearts“ bezeichnet wurde. Die Polizei ermittelte auf Hochtouren. Doch alle Spuren verliefen im Sande. Erst als 2001 Phil Matteson, der Detective des Cascade County Sheriffbüros, einen Vaginalabstrich, der 1956 während der Autopsie von Patricia Kalitzke von den Gerichtsmedizinern entnommen worden war und auf einem mikroskopischen Objektträger aufbewahrt wurde, zur Untersuchung an ein örtliches Labor geschickt wurde, kam endlich Bewegung in den rätselhaften Cold Case. Denn das Team fand Sperma, das nicht von Patricias Freund stammte. Doch Jahre vergingen erneut, bis der Detective Sergeant Jon Kadner, der seit 2012 mit dem Fall betraut war, die Hilfe von Bode Technology in Anspruch nahm. Durch die Unterstützung von Partnerlaboren konnten die forensischen Genealogen mithilfe von konservierter Proben ein DNA-Profil des Täters erstellen und dieses anschließend in öffentlichen Datenbanken nach möglichen Übereinstimmungen durchsuchen. In der Regel konnten über diese Proben entfernte Verwandte des Täters gefunden werden. Durch die Suche in den öffentlichen Verzeichnissen können die forensischen Genealogen dann einen Stammbaum erstellen, der sie zum Verdächtigen führt, auch wenn dieser seine DNA nie einer öffentlichen Datenbank bereit gestellt hat. Dieser DNA-Test führte zu Kenneth Goul, der mit seiner Frau und den Kindern bis kurz nach dem Doppelmord in der Gegend von Great Falls gelebt hatte. Das Problem war, das Kenneth Goul bereits 2007 verstorben und danach eingeäschert worden war. Deshalb brauchten die Ermittler die DNA seiner Kinder, die tatsächlich zustimmten und DNA-Proben abgaben, die eindeutig belegten, dass ihr Vater der Mörder von Lloyd Duane Bogle und Patricia Kalitzke war. Kenneth Goul hatte nur einen Monat nach dem Doppelmord sein Anwesen in Great Falls verkauft. Er zog mit seiner Ehefrau und den Kindern nach Tracy, dann nach Geraldine und wenig später nach Hamilton, bevor er sich in Missouri niederließ, wo er und seine Familie auf einer Farm lebten. Kenneth Goul war ein leidenschaftlicher Pferdetrainer, der ein liebevoller Vater und Ehemann war. Kenneth trank nie, wurde nie laut und war zudem äußerst beliebt in der Nachbarschaft. Keiner hätte je geglaubt, dass Kenneth ein kaltblütiger Mörder und Vergewaltiger war, der sich als Wolf im Schafspelz entpuppte. Das Rätsel um den Doppelmord an Patricia Kalitzke und Lloyd Duane Bogle konnte dank der DNA und forensischen Genealogie nach 65 Jahren endlich aufgeklärt werden, der die Ermittler und Angehörigen jahrzehntelang beschäftigte. Mögen diese endlich ihren Frieden finden. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Montana. 🙂

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