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Der geheimnisvolle Outlaw: Das Leben und die Legenden des Revolverhelden Bill Longley

Am 11. Oktober 1878 fand ein Ereignis statt, das die Geschichte Texas‘ nachhaltig prägte: Der berüchtigte Outlaw Bill Longley wurde vor einer Menschenmenge von Tausenden hingerichtet. Longleys Leben und seine Taten sind ein faszinierendes Mosaik aus historischen Fakten und wilden Legenden, die bis heute für Gänsehaut sorgen.

Geboren wurde William Preston Longley, so sein vollständiger Name, im Jahr 1851 in Austin County im US-Bundesstaat Texas. Sein Vater diente in der Armee unter Sam Houston und vermittelte seinem Sohn frühzeitig den Umgang mit Schusswaffen. Bereits mit dreizehn Jahren beging Longley seinen ersten Mord, als er einen Schwarzen erschoss, der seinen Vater beleidigt hatte. Dies war nur der Auftakt einer blutigen Karriere. Nach dem Ende des Bürgerkrieges schloss sich Longley einer Gruppe junger Männer an, die neu befreite Sklaven terrorisierten. Im Dezember 1866 erschoss er drei Schwarze und wurde daraufhin von einem Aufgebot gejagt, konnte jedoch entkommen. Ein Jahr später tauchte er wieder auf, als er einen schwarzen Sergeant der US-Kavallerie erschoss. Longleys Leben war geprägt von stetigen Ortswechseln und einer Vielzahl von Gewalttaten. Als Mitglied einer Guerillabande unter der Führung von Cullen M. Baker führte er einen Privatkrieg gegen schwarze Soldaten und die US-Armee. Nachdem ihre Bande von Vigilanten angegriffen wurde, revanchierte sich Longley auf brutale Weise: Er hängte zwei der Angreifer auf und erschoss sie anschließend. Im Sommer 1868 erreichte Longleys Gewalt eine neue Dimension, als er acht schwarze Soldaten erschoss. Kurz darauf schloss er sich einer Bande an, tötete aber seinen Boss in einem missverstandenen Wettstreit. Longley war unaufhaltsam: Er ermordete einen Pferdedieb, einen Soldaten, der abfällig über texanische Frauen sprach, und einen Armee-Quartiermeister. Fast beiläufig erschoss er auch den Sheriff, der ihn verhaften wollte. Obwohl Longley mehrfach gefasst und zu langjährigen Haftstrafen verurteilt wurde, gelang ihm stets die Flucht. Nach einer Verhaftung durch die Kavallerie im Jahr 1877 entkam er auf spektakuläre Weise, indem er sich das für seine Freiheit geforderte Lösegeld selbst beschaffte. Longleys Blutrausch kannte keine Grenzen. In Kansas erschoss er einen betrügerischen Kartenspieler, in verschiedenen Orten mehrere Schwarze und in Frio County einen streitsüchtigen Mexikaner. Selbst vor dem gefürchteten Killer Geo Thomas machte er nicht halt. Ein besonders eindrucksvolles Duell lieferte er sich mit dem Kopfgeldjäger Sawyer, das vier Stunden dauerte und dessen Tod schließlich 14 Kugeln benötigte. Die letzte Phase seines Lebens begann im Mai 1877, als Sheriff Mult Mast und sein Deputy Bill Burrows Longley verhafteten. Am 3. September 1877 wurde das Todesurteil verkündet. Am 11. Oktober 1878 wurde Bill Longley schließlich in Giddings öffentlich gehängt. Doch selbst nach seinem Tod ranken sich Mythen um ihn: Einige behaupteten, er sei in Wahrheit in Louisiana gestorben, nachdem er seiner Hinrichtung entkommen war. Andere Gerüchte kursierten, dass Longleys Hinrichtung inszeniert und er nach Südamerika gefallen war. Was auch immer stimmen mag, feststeht, dass Bill Longleys Leben ein düsteres Kapitel der texanischen Geschichte ist, das die rohe Gewalt und Gesetzlosigkeit der Post-Bürgerkriegsära eindrucksvoll widerspiegelt. Seine Taten, ob Realität oder Fiktion, zeigen das Bild eines skrupellosen Mörders, dessen Legenden bis heute nachklingen. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Austin in Texas. 🙂

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