Zu einer der abscheulichsten Kriminalfälle Kanadas zählen die Morde an den Familien Bentley und Johnson im malerischen Wells Gray Park. Im August 1982 verschwanden drei Generationen einer Familie während eines Campingausflugs in British Columbia spurlos. Alles begann als ein gewöhnlicher Urlaub im Wells Gray Provincial Park, einem 5000 km² großen Naturparadies mit 39 beeindruckenden Wasserfällen, majestätischen Gebirgsketten und über 200 Kilometer Wanderwegen. Doch was als harmonische Familienzeit begann, entwickelte sich zu einem beispiellosen Verbrechen, das die kanadische Öffentlichkeit erschütterte. Der Wells Gray Park zieht Menschenmassen, sowohl Einheimische als auch Touristen, an, die sich im Sommer beim Wandern, Angeln oder Kanufahren vergnügen und im Winter sich auf den Skipisten tummeln. Der Park ist an den drei Stellen Murtle Lake im Westen, Mahood Lake und Clearwater im Süden zugänglich. Hier endet die Straße, und Abenteuerlustige können zu Fuß weiter in die Wildnis vordringen. Trotz seiner Schönheit birgt das Gelände Gefahren, die der Familie Bentley-Johnson leider zum Verhängnis wurden. Am 2. August 1982 begaben sich der 66 Jahre alte George Bentley und seine 59 Jahre alte Ehefrau Edith zusammen mit ihrer 41 Jahre alten Tochter Jackie, ihrem 44 Jahre alten Schwiegersohn Bob Johnson und ihren Enkelkindern, der 13 Jahre alten Janet und der 11 Jahre alten Karen, auf den Weg zu ihrem Urlaubsabenteuer. Während die Bentleys in einem Ford Camper Special aus dem Jahr 1981 reisten, waren die Johnsons in ihrer Familienkutsche unterwegs. Sie parkten ihre Fahrzeuge an einem abgelegenen Ort nahe des Bear Creek-Gefängnisgeländes, wo noch verlassene Kabinen aus der Zeit standen, als es als Resozialisierungseinrichtung diente. Doch während sie ihre Zelte aufschlugen und das Leben in der freien Natur genossen, schlich jemand durch die Wälder und beobachtete ihre Aktivitäten mit böser Absicht, ohne dass die 6-köpfige Gruppe irgendetwas ahnte. Die Familien planten, am 16. August aus ihrem zweiwöchigen Urlaub zurückzukehren. Als Bob nicht zur Arbeit bei Gorman Brother’s Lumber erschien, verständigten seine besorgten Kollegen die Polizei. Denn Bob hatte bisher nie einen einzigen Tag unentschuldigt gefehlt. Zu dieser Zeit gestaltete sich die Suche nach vermissten Personen schwierig, da es keine Mobiltelefone oder GPS-Tracker gab, um ihren Standort festzustellen. Die Royal Canadian Mounted Police, kurz RCMP, startete sofort eine Suche. Zahlreiche Zeugenbefragungen führten zu einer Reihe von Theorien. Einige gaben an, zwei ungepflegte französisch-kanadische Männer gesehen zu haben, weshalb die Ermittler monatelang eine falsche Spur verfolgten. Erst am 13. September 1982 entdeckte ein Pilzsammler ein ausgebranntes Fahrzeug am Battle Mountain Road. Er alarmierte die Polizei, die eine grausame Entdeckung machte. Denn sie fanden dort die verkohlten Überreste der beiden Familien. Die Autopsien enthüllten, dass alle vier Erwachsenen mit Kopfschüssen ermordet worden waren. Die beiden Mädchen lagen tot im Kofferraum. Ein Jahr nach dem Verschwinden fanden zwei Forstarbeiter am 18. Oktober 1983 auf dem Trophy Mountain in der Nähe des Tatorts schließlich den Camper der Bentleys. Die Ermittler vermuteten, dass der Täter kein Außenseiter war, da nur ein Einheimischer sich so gut in dem Labyrinth der Forststraßen zurechtfinden konnte. Dieser neue Hinweis und die anschließenden Befragungen der Anwohner lenkte den Verdacht auf einen Ortsansässigen, den 24 Jahre alten David William Shearing. Er war bereits zuvor befragt worden, doch erst jetzt gerieten frühere Aussagen ans Licht, die seine Beteiligung verrieten: so hatte er detaillierte Informationen über das Tatfahrzeug, bevor es entdeckt wurde. Kurz darauf wurde er wegen sechsfachen Mordes zweiten Grades verhaftet. David Shearing, der Sohn eines Gefängniswärters, war kein Unbekannter im kriminellen Milieu und hatte bereits eine Vorgeschichte von kleineren Delikten. Darüber hinaus musste er sich noch wegen eines nicht damit zusammenhängenden Besitzes von Diebesgut vor Gericht verantworten. Während der Ermittlungen kam auch heraus, dass er in einen tödlichen Unfall verwickelt gewesen war, den er nie gemeldet hatte. Davids Freund, Ross Coburn, bestätigte den Behörden, dass er 1980 Beifahrer in einem Fahrzeug war, das David Shearing steuerte, als sie einen betrunkenen Mann überfuhren, der mitten auf der Straße lag. Doch keiner von beiden meldete damals den Vorfall. David Shearing bekannte sich in sechs Fällen des Mordes zweiten Grades für schuldig und erhielt im April 1984 sechs gleichzeitig laufende lebenslangen Haftstrafen, mit der Option einer Bewährung nach 25 Jahren. Dies war das erste Mal in der kanadischen Geschichte, dass ein Angeklagter wegen Mordes zweiten Grades zu einer maximalen 25-jährigen Strafe verurteilt wurde, bevor er für eine Bewährung in Frage kam. Es war auch die teuerste Ermittlung in der kanadischen Geschichte. Obwohl er vor Gericht behauptete, seine Motive seien rein materieller Natur gewesen, zeigte sich später seine eigentliche Motivation, da er es von Anfang an auf Janet und deren Schwester Karen abgesehen hatte. So hatte David die 6-köpfige Gruppe seit ihrer Ankunft beobachtet und tagelang verfolgt. Am 10. August wartete er bis die Abenddämmerung hereinbrach. Als die vier Erwachsenen am Lagerfeuer saßen, schlich er sich an diese heran und tötete sie per Schuss in den Hinterkopf. Dann versteckte er ihre Leichen im Fahrzeug auf dem Rücksitz, bevor er zu Janet und Karen ins Zelt ging. Er gab vor, dass eine gefährliche Motorradgang in der Wildnis unterwegs sei, weshalb ihre Eltern und Großeltern losgegangen waren, um Hilfe zu holen. Er sollte sie beiden Mädchen zu ihnen bringen. Arglos folgten die Mädchen David in den Wald, wo er beide folterte und mehrfach über eine Woche lang an verschiedenen Orten vergewaltigte. Am 16. August tötete er per Kopfschuss zuerst Karen. Nach einem Tag und mehrfachem sexuellen Missbrauch erschoss er dann Janet, deren Leichen er in den Kofferraum legte. Anschließend zündete er das Fahrzeug an, um alle Spuren zu vernichten. Seit seiner Verurteilung stellte Shearing, der danach den Mädchennamen seiner Mutter Ennis annahm, mehrere erfolglose Anträge auf Bewährung. Trotz rechtlicher Möglichkeiten, die ihm Parole ermöglicht hätten, bleibt aufgrund der Brutalität und des Ausmaßes seiner Verbrechen jede Aussicht auf Freilassung äußerst umstritten. Seine letzte Antragstellung im Jahr 2021 wurde erneut abgelehnt. Die Morde an der Familie Bentley-Johnson bleiben ein düsteres Kapitel in der Geschichte Kanadas, ein Mahnmal und zugleich ein eindringlicher Fall von Ermittlungsarbeit und der Jagd nach Gerechtigkeit. Der Wells Gray Park ist deshalb heute nicht nur für seine natürliche Schönheit bekannt, sondern auch dafür, dass er Zeuge eines der erschütterndsten Verbrechen der Nation geworden ist. Dieses entsetzliche Verbrechen zeigt auf eindringliche Weise, wie ohne erkennbare Spur ein harmloses Outdoor-Abenteuer in absoluter Brutalität enden konnte.
Nach der spannenden Kriminalgeschichte habe ich ein paar Fotos vom Wells Gray Provincial Park in Kanada für dich. Dieser Park ist bekannt für seine beeindruckenden Wasserfälle und unberührte Natur. Die Bilder zeigen die majestätischen Helmcken Falls, die mit ihrer gewaltigen Kraft in die Tiefe stürzen, sowie den mystischen Clearwater Lake, der von dichten Wäldern umgeben ist. Die atemberaubende Landschaft und die ruhige, friedliche Atmosphäre lassen schnell die Hektik des Alltags vergessen. Ich hoffe, die Fotos inspirieren dich genauso wie mich und wecken deine Abenteuerlust!
The Wells Gray Provincial Park massacre: A dark chapter in Canadian history
One of Canada’s most heinous criminal cases involves the murders of the Bentley and Johnson families in picturesque Wells Gray Park. In August 1982, three generations of a family disappeared without a trace during a camping trip in British Columbia. It all began as an ordinary vacation in Wells Gray Provincial Park, a 5,000 km² natural paradise with 39 impressive waterfalls, majestic mountain ranges, and over 200 kilometers of hiking trails. But what began as a harmonious family time turned into an unprecedented crime that shocked the Canadian public. Wells Gray Park attracts crowds of people, both locals and tourists, who enjoy hiking, fishing, and canoeing in the summer and hitting the ski slopes in the winter. The park is accessible at three points: Murtle Lake in the west, Mahood Lake and Clearwater in the south. This is where the road ends, and adventurous types can continue on foot into the wilderness. Despite its beauty, the terrain harbors dangers that unfortunately proved fatal for the Bentley-Johnson family. On August 2, 1982, 66-year-old George Bentley and his 59-year-old wife Edith set off on their vacation adventure with their 41-year-old daughter Jackie, their 44-year-old son-in-law Bob Johnson, and their grandchildren, 13-year-old Janet and 11-year-old Karen. While the Bentleys traveled in a 1981 Ford Camper Special, the Johnsons were in their family car. They parked their vehicles in a remote location near the Bear Creek prison grounds, where abandoned cabins from the time when it served as a rehabilitation facility still stood. But while they pitched their tents and enjoyed life in the great outdoors, someone was sneaking through the woods and watching their activities with malicious intent, without the group of six suspecting a thing. The families planned to return from their two-week vacation on August 16. When Bob failed to show up for work at Gorman Brother’s Lumber, his concerned colleagues notified the police. Bob had never missed a single day of work without excuse. At that time, searching for missing persons was difficult because there were no cell phones or GPS trackers to determine their location. The Royal Canadian Mounted Police, or RCMP, immediately launched a search. Numerous witness interviews led to a number of theories. Some claimed to have seen two unkempt French-Canadian men, which led investigators down the wrong track for months. It was not until September 13, 1982, that a mushroom picker discovered a burned-out vehicle on Battle Mountain Road. He alerted the police, who made a gruesome discovery. They found the charred remains of the two families there. Autopsies revealed that all four adults had been murdered with shots to the head. The two girls were found dead in the trunk. A year after their disappearance, on October 18, 1983, two forestry workers finally found the Bentleys‘ camper on Trophy Mountain near the crime scene. Investigators suspected that the perpetrator was not an outsider, as only a local could find their way so well through the maze of forest roads. This new clue and subsequent interviews with local residents led to suspicion falling on a local resident, 24-year-old David William Shearing. He had already been questioned, but it was only now that earlier statements came to light that revealed his involvement: he had detailed information about the vehicle used in the crime before it was discovered. Shortly thereafter, he was arrested for six counts of second-degree murder. David Shearing, the son of a prison guard, was no stranger to the criminal world and already had a history of minor offenses. In addition, he was still facing trial for an unrelated charge of possession of stolen goods. During the investigation, it also emerged that he had been involved in a fatal accident that he had never reported. David’s friend, Ross Coburn, confirmed to the authorities that in 1980 he was a passenger in a vehicle driven by David Shearing when they ran over a drunk man lying in the middle of the road. However, neither of them reported the incident at the time. David Shearing pleaded guilty to six counts of second-degree murder and in April 1984 received six concurrent life sentences, with the option of parole after 25 years. This was the first time in Canadian history that a defendant had been sentenced to a maximum 25-year term for second-degree murder before being eligible for parole. It was also the most expensive investigation in Canadian history. Although he claimed in court that his motives were purely material, his real motivation later became apparent, as he had been targeting Janet and her sister Karen from the outset. David had been watching the group of six since their arrival and had been following them for days. On August 10, he waited until dusk fell. When the four adults were sitting around the campfire, he crept up on them and killed them with a shot to the back of the head. He then hid their bodies in the back seat of the vehicle before going to Janet and Karen’s tent. He pretended that a dangerous motorcycle gang was on the loose in the wilderness, which is why their parents and grandparents had gone to get help. He was supposed to bring the two girls to them. The girls unsuspectingly followed David into the forest, where he tortured them and raped them repeatedly over a week in various locations. On August 16, he first killed Karen with a shot to the head. After a day and repeated sexual abuse, he then shot Janet, whose bodies he placed in the trunk. He then set fire to the vehicle to destroy all traces. Since his conviction, Shearing, who subsequently took his mother’s maiden name Ennis, has made several unsuccessful applications for parole. Despite legal options that would have allowed him parole, any prospect of release remains highly controversial due to the brutality and extent of his crimes. His latest application in 2021 was rejected again. The murders of the Bentley-Johnson family remain a dark chapter in Canadian history, a memorial and at the same time a poignant case of investigative work and the pursuit of justice. Wells Gray Park is therefore known today not only for its natural beauty, but also for having witnessed one of the nation’s most shocking crimes. This horrific crime is a powerful reminder of how a harmless outdoor adventure can end in absolute brutality without leaving a trace.
After this thrilling crime story, I have a few photos of Wells Gray Provincial Park in Canada for you. This park is known for its impressive waterfalls and unspoiled nature. The pictures show the majestic Helmcken Falls, which plunge into the depths with their tremendous power, as well as the mystical Clearwater Lake, surrounded by dense forests. The breathtaking landscape and the calm, peaceful atmosphere quickly make you forget the hustle and bustle of everyday life. I hope the photos inspire you as much as they inspire me and awaken your spirit of adventure!

