Ein wahres Juwel vor der Ostseeküste ist die Bernsteinstadt Ribnitz-Damgarten, die auch als Tor zur Halbinsel Fischland-Darß-Zingst gilt. Der staatlich anerkannte Erholungsort liegt am Südufer des Saaler Boddens. Die beschauliche Kleinstadt mit ihrem maritimen Flair besitzt ein historisches Zentrum rund um die beeindruckende Backsteinkirche St. Marien, das imposante Rathaus und das Klarissenkloster. Dieses wurde im Auftrag von dem mecklenburgischen Herzog Heinrich der Löwe errichtet. Der Legende nach kam ihm die Eingebung zum Bau eines Klosters durch einen Traum. Er hatte geträumt, dass ihm der Teufel seine Seele entrissen hatte und diese nun mit in die Hölle nehmen wollte. Doch ein Engel entriss dem Teufel die Seele. Als Heinrich erwachte, beschloss er nicht nur, dass er die Geistlichkeit des Landes nicht mehr mit Steuern belastete, sondern er stiftete auch das Kloster. Dafür schenkte er dem Franziskanerorden neben dem Ribnitzer Hof auch umliegende Ländereien, um ein Nonnenkloster zu bauen. Nachdem dieses 1325 fertigstellt war, wurde die erste Äbtissin des Kloster seine Tochter Beatrix. Dieses Kloster war das einzige in Mecklenburg das auch nach der Reformation bestand. Die letzte Äbtissin Ursula starb 1586, an die bis heute ein Grabmal an der Nordseite der Klosterkirche erinnert. Anno 1599 wurde das Kloster zu einem adeligen Damenstift, in dem 12 ledige Töchter der Mecklenburger Ritterschaft ihr neues Zuhause fanden. Nachdem der Damenstift 1920 nach der Novemberrevolution aufgelöst worden war, kämpften die Stiftsdamen vor Gericht um ein lebenslanges Wohnrecht, das ihnen schließlich zugesprochen wurde. Die letzte Stiftsdame Olga von Oerken segnete 1961 das Zeitliche. Wo einst die Stiftsdamen lebten, befindet sich heute das „Deutsche Bernsteinmuseum“, das die größte Bernsteinausstellung Europas besitzt. In Ribnitz-Damgarten, das seit 2000 den Beinamen Bernsteinstadt trägt, dreht sich natürlich viel um das „Gold des Meeres“, das in den zahlreichen Manufakturen zu Schmuck verarbeitet wird. Neben zahlreichen Bernsteingalerien gibt es in Barth auch schöne Fachwerkhäuser und kleine Fischergassen rund um den Marktplatz zu bestaunen. Nur wenige Minuten vom malerischen Marktplatz entfernt liegt der Hafen, der 1879 angelegt wurde und eine kleine Marina für Segler und Boote sowie eine herrliche Uferpromenade besitzt. An dieser gibt es Kunstobjekte wie die Bronzeplastik „Der Zirkus kommt“ von Jo Jastram und dessen Tochter Susanne Rast aus dem Jahr 2009 zu bewundern, die nicht nur zum Flanieren, sondern dank der zahlreichen Parkbänke auch zum Verweilen einlädt. Die Bernsteinstadt Ribnitz Damgarten ist ein kleines Freilichtmuseum, das wirklich einen Besuch wert ist und mit deren Foto-Impressionen ich Dir einfach viel Freude wünsche. 🙂