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Das Rostocker-Tor der Bernsteinstadt Ribnitz-Damgarten

Bei meiner Roadshow durch die Halbinselkette Fischland-Darß-Zingst kam ich auch an der Bernsteinstadt Ribnitz-Damgarten vorbei. Die Bernsteinstadt entstand 1950 durch den Zusammenschluss der Ortschaften Ribnitz und Damgarten. Gegründet wurde Ribnitz entlang der Handelsroute der Ostseeküste durch westfälische Kaufleute, die neben einer fürstlichen Burganlage am Anfang des 13. Jahrhunderts wuchs und 1257 ihr lübisches Stadtrecht erhielt. Von dieser Zeit zeugt das Rostocker Tor, das letzte erhaltene von einst 5 Toren der alten Stadtbefestigung, das zu einem der ältesten noch existierenden Stadttoren Mecklenburg-Vorpommerns zählt. Dieses spätgotische Tor mit seinem mächtigen viergeschossigen Backsteinturm wurde in der ersten Hälfte an der Brücke über den Klosterbach erbaut. Ein Vorgängerbau wurde bereits 1290 erwähnt, über das am Palmsonntag 1329 die ersten 4 Nonnen des Klarissinnenklosters in die Stadt einzogen. Die Stadttore waren die Hauptstützpunkte des mittelalterlichen Verteidigungssystems. Die Stadt Ribnitz war zu jener Zeit in 5 bis 6 Verteidigungsbereiche unterteilt. Das Rostocker Tor sicherte den westlichen Eingang zur Stadt ab. Neben den Torwächtern wurde das Rostocker Tor durch je einen Torhauptmann, einen Arm- oder Büchsenschützen, der die Aufsicht über das Wallgeschütz seines Bezirkes, die Waffenkammer und die Pulvermühle innehatte, sowie einem Torwachtmeister und diversen Landsknechten bewacht. Anno 1930 wurde das Torwärterhaus auf der Südseite aufgrund des zunehmenden Straßenverkehrs abgerissen. Dasselbe Schicksal sollte auch in den 1960er Jahren das Tor ereilen. Doch durch das Einschreiten der Denkmalbehörde konnte der Abriss des Rostocker Tores gerade noch rechtzeitig verhindert werden. Kleiner Wehrmutstropfen war, dass die Tordurchfahrt aufgebrochen wurde, die fortan eckig war. Anlässlich der 750-jährigen Jahrfeier von Ribnitz und Damgarten anno 1983 wurde das Tor grundlegend saniert und die Tordurchfahrt wieder mit einem Spitzbogen versehen. Seit 2002 ist eine Durchfahrt durch das Tor nicht mehr möglich, da der Verkehr nun zweispurig am Tor vorbeigeleitet wird. Das Rostocker Tor gelangte durch den Maler Lyonel Charles Adrian Feininger an Berühmtheit, da dieses sein absolutes Lieblingsmotiv darstellte. Seine Zeichnungen sind in der Galerie des ehemaligen Nonnenklosters der Klarissinnen zu bewundern. Außerdem führt vom Kloster der Feininger-Kunstpfad mit 10 Wegepunkten mitten in die Altstadt. Das Nonnenkloster der Klarissinnen wurde 1327 vom mecklenburgischen Herzog Heinrich der Löwe gestiftet, das nach der Reformation in ein adeliges Damenstift umgewandelt wurde. Das Highlight der kreuzrippengewölbten Klosterkirche sind deren legendäre Madonnen, wertvolle Holzplastiken aus dem 14. Jahrhundert, die als herausragende Exemplare spätmittelalterlicher Schnitzkunst gelten. Ebenfalls faszinierend ist das Renaissancewandgrab für die Äbtissin Ursula aus dem Jahr 1590. Das Kloster beherbergt zudem das „Deutsche Bernsteinmuseum“, in dem der Besucher alles über Bernstein, das Gold der Ostsee, erfährt. Das Museum beheimatet mehr als 1.600 Exponate, was es zu einem der bedeutendsten Bernsteinausstellungen Europas macht. Darunter befindet sich auch ein Danziger Bernsteinaltar aus dem Jahr 1680 sowie zahlreiche Bernsteineinschlüsse. In diesen sogenannten Inklusen sind diverse Insekten und auch mal ein urzeitlicher Skorpion eingeschlossen, die viele Millionen Jahre alt sind. Auch ich stattete dem Stadtteil Ribnitz bei meinem Besuch der Bernsteinstadt einen Besuch ab und kam natürlich auch am Rostocker Tor und am Nonnenkloster vorbei, mit dessen Fotos ich Dir viel Freude wünsche. 🙂

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