Das Herz von Ribnitz, einem der Stadtteile der legendären Bernsteinstadt Ribnitz-Damgarten, ist dessen malerischer Marktplatz. Dieser ist umgeben von historischen Fachwerkhäusern, kleinen ehemaligen Fischergassen und klassizistischen Bauten. Eines dieser klassizistischen Bauwerke ist das imposante denkmalgeschützte Rathaus in Schönbrunner Gelb aus dem Jahr 1834, das sich an der Ostseite des Platzes befindet. An diesem erinnert eine Gedenktafel an die Verhinderung der Tötung von 800 Frauen des KZ-Außenlagers Barth durch die Bevölkerung der Stadt am 1. Mai 1945. Vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges hatten die SS-Totenkopfverbände, die Wachmannschaften der Konzentrationslager, den Marktplatz von Ribnitz mit 800 Frauen des Barther Außenlagers des KZ Ravensbrück erreicht. Diese befanden sich auf dem Todesmarsch in Richtung Rostock. Doch aufgrund der sich nährenden sowjetischen Truppen ergriffen die SS-Truppen die Flucht und übergaben die Befehlsgewalt einem Nazi-Offizier. Dieser befahl der Hitlerjugend alle Frauen zu töten. Doch die öffentliche Hinrichtung wurde durch das beherzte Eingreifen der Bevölkerung sowie Wehrmachtsangehörigen aus dem Lazarett verhindert. Dadurch konnten 800 Frauen das Leben gerettet. Auf dem geschichtsträchtigen Marktplatz steht auch die beeindruckende Backsteinkirche St. Marien. Mit dem Bau der spätromanischen dreischiffigen Hallenkirche wurde in der Gründungszeit der Stadt begonnen, von der noch ein Rundbogenfries, Lanzettfenster und Ecklisenen im Westbereich zeugen. Im 14. Jahrhundert erhielt die Kirche im Osten zwei Joche sowie im Norden und Süden je ein Spitzbogenportal. Dann fiel die Kirche 1455 einem Brand zum Opfer, was zu einer grundlegenden Erneuerung der Kirche führte. So wurde ein Chorjoch mit fünfseitigem Schluss und der markante Turm mit seinem spitzen barocken Helm errichtet, der weit über die Stadt hinausragt und den die Seefahrer als Landmarke nutzten. Nachdem großen Stadtbrand 1759 wurde das Dach des Turmes, das Gewölbe und die mittelalterliche Innenausstattung vernichtet. Danach wurde der Kircheninnenraum unter der Leitung des Ludwigsluster Hofbaumeisters Johann Joachim Busch barock umgestaltet. Das Mittelschiff bekam eine hölzerne Halbkreistonne auf die ausgemauerten Fachwerkstützen und die Seitenschiffe erhielten eine flache Holzeindeckung. Erst 1819 wurde der Turm wieder mit einem Dach versehen. Die Turmlaterne wurde 1841 bis 1842 nach dem Entwurf des Schweriner Hofbaumeisters Georg Adolph Demmler aufgesetzt. Nach 1980 wurde das Kircheninnere erneut umgestaltet und eine Winterkirche wurde eingebaut. Anno 1994 erhielt die Kirche eine neue Orgel von der Orgelwerkstatt Jehmilch in Dresden. Am Fuße dieser den Marktplatz dominierenden Kirche befindet sich der herrliche Marktplatzbrunnen „Bernsteinfischer mit Familie“ des Rostocker Künstlers Thomas Jastram aus dem Jahr 2007. Auch ich besuchte bei meiner Ostseereise die Bernsteinstadt Ribnitz-Damgarten mit dem pittoresken Marktplatz und seinen umliegenden Gebäuden, mit dessen Fotos ich Dir viel Freude wünsche. 🙂













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