Eine der letzten und echten Größen der Wiener Unterwelt war Heinz Bachheimer, der aufgrund seiner kupferroten Haare auch der „Rote Heinzi“ genannt wurde. Zu der Beerdigung „des letzten Paten“ am 12. Dezember 2015 auf dem Friedhof Wien Hernals kamen mehr als 400 Gäste aus Prominenz und Unterwelt, um Wiens ehemaligen Rotlichtkönig seine letzte Ehre zu erweisen. Dieser hatte sich wegen seines schweren Krebsleidens aus dem Fenster seiner Wohnung im 6. Stock in der Dr.-Natterer-Gasse im 2. Wiener Gemeindebezirk Leopoldstadt gestürzt. Zu diesem Zeitpunkt war Heinz Bachheimer 76 Jahre alt, der am 7. Juni 1939 in Wien als Sohn eines Fiakers das Licht der Welt erblickte hatte. Nach der Schule hatte Heinz den Beruf des Malers erlernt, bevor er in den 1970er Jahren zu einer echten Größe im Rotlichtmilieu wurde. Heinz hatte Glück gehabt, denn Anfang der 1970er Jahre hatten sich die führenden Köpfe des Milieus selbst gegenseitig ausgeschaltet. Schon ab 1955 herrschten blutige Revierkämpfe. Diese führten dazu, dass es immer wieder zu Unstimmigkeiten zwischen den herrschenden Milieu-Größen Josef Angerler, der „G´Schwinde“ genannt, Josef Krista, besser bekannt als der „Notwehr-Krista“ und dem Newcomer Heinz Karrer kam, die darin endeten, dass alle drei Frontmänner im Arbeitshaus Wien landeten. Das Ende vom Lied war, dass Heinz Bachheimer alle bedeutenden Partien wieder unter einen Hut bringen konnte. Heinz Bachheimer hatte die Kontrolle übernommen, der mit Franz Altmann aka der „Oide“, Bernd Wesely und Eduard Höbaus zu den Größen des Wiener Rotlichtmilieus wurde. Heinz war so berühmt, dass er im Polizeifunk sogar seinen eigenen Codenamen „Indianer“ bekam. Dies war eine große Ehre, da die Polizei sonst nur Decknamen für den Bundespräsidenten und den Polizeipräsidenten benutzten. Fortan verdiente Heinz Bachheimer mit Prostitution, illegalem Glücksspiel und Schutzgelderpressung sein Geld. Heinz gehörte der legendäre Queens Club am Gürtel und viele andere Etablissements wie das Pour Platin, in denen sich Schauspieler, Maler, Politiker und selbst der Adel die Klinke in die Hand gaben. Eine von Heinz profitabelsten Geschäftsgrundlagen war das Kartenspiel Stoß, das sich perfekt für Betrug und Manipulation eignete. Heinz Bachheimer besaß nicht nur die besten Lokale auf Wiens sündiger Meile, dem Gürtel, sondern er galt auch als Mann, der zu seinem Wort steht. Zu seinem 50. Geburtstag kamen Gäste mit Rang und Namen, selbst der legendäre Falco sollte für Heinz ein Geburtstagsständchen trällern. Doch dazu kam es nicht, da die Polizei just in diesem Moment eine Razzia durchführte. Anno 1978 wurde Heinz Bachheimer allerdings verhaftet, als er seinen goldenen Revolver aus seinem Bankschließfach holen wollte. In einem spektakulären Prozess wurde er wegen „gewalttätiger Erpressung, Hehlerei, Urkundenfälschung und eines Vergehens nach dem Waffengesetz“ zu 2,5 Jahren Haft verurteilt. Ansonsten pflegte Heinz Bachheimer fast schon ein freundschaftliches Verhältnis zur Polizei. Als er observiert wurde, klopfte er an das Überwachungsfahrzeug und sagte dem Polizeibeamten wohin er zu fahren habe, damit dieser ihm auch folgen konnte. Über 20 Jahre lang war Heinz der König des Wiener Rotlichtmilieus, bis in den 1990er Jahren südosteuropäische Banden das Wiener Rotlicht übernahmen und Laufhäuser en vogue wurden. Heinz widmete sich fortan seinen Hobbys und wandte sich dem Kunstgeschäft zu, bis er sein Leben am 29. November 2015 durch Selbstmord für immer beendete. Damit starb der letzte Pate der Wiener Unterwelt. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos vom berühmten Wiener Prater, der sich im 2. Wiener Gemeindebezirk Leopoldstadt befindet, dessen Struwerviertel bekannt für seine Straßenprostitution ist. 🙂




















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