Isabella Müller Le Havre Frankreich @isabella_muenchen
Eine der gruseligsten Serienmörderinnen in der Kriminalgeschichte war die erst 15 Jahre alte Französin Marie-Françoise Bougaran, die auf äußerst perfide Art als Kindermädchen, die ihr anvertrauten Kinder tötete. Marie-Françoise wurde am 4. September 1850 in der französischen Stadt Plabennec im Nordwesten der Bretagne geboren. Bereits im Alter von 5 Jahren segnete ihre Mutter das Zeitliche. Als Marie-Françoise 10 Jahre alt war, starb auch ihr Vater. Kurze Zeit später biss auch ihr 6 Jahre alter kleiner Bruder und ihr 7 Jahre alter Halbbruder ins Gras, so dass Marie-Françoise zur Vollwaisen wurde. Marie-Françoise, die früh soviel Tod und Leid ertragen musste, wurde nach den tragischen Verlusten von ihrem Onkel, einem Müller in Ploudaniel, adoptiert. Marie-Françoise lernte dort bei einem Lehrer in Trégarantec das Lesen und Schreiben. Marie-Françoise war ein intelligentes Mädchen, das jedoch kaum nähren Kontakt zu ihren Mitmenschen zuließ. Deshalb gestaltete sich das Zusammenleben in Marie-Françoise neuer Adoptivfamilie als äußerst schwierig, weshalb Marie-Françoise zur Unterstützung ihrer Cousine Gabrielle Bougaran in die französischen Stadt Lesneven geschickt wurde. Diese betrieb zusammen mit ihrem Mann eine Gaststätte, wo ihr Marie-Françoise zur Hand gehen sollte. Aber kaum dort angekommen, klagte Marie-Françoise über Schmerzen, die sie am ganzen Leib verspürte, auch von Mordgedanken war die Rede. Gabrielle war ihre Cousine Marie-Françoise suspekt, die sie nicht nur für eine Lügnerin, sondern auch für eine Diebin hielt und kurzerhand zu der Familie Robinaud als Dienst- und Kindermädchen sandte. Joseph-Henri Robinaud und seine Ehefrau Marie-Vincente stammten aus der französischen Upper Class, die Eltern von vier Kindern waren, um die sich nun auch Marie-Françoise kümmern sollte. Nur einen Monat nachdem Marie-Françoise im Oktober 1865 ihren Dienst bei der Familie Robinaud angetreten hatte, verstarb die erst 8 Monate alte Josephine, die Tage zuvor Kot erbrochen hatte. Keiner glaubte an einen unnatürlichen Tod des Kindes, das in Wirklichkeit von Marie-Françoise erstickt worden war, in dem sie ihre Finger in den Mund des Babys gesteckt hatte. Davor hatte sie der kleinen Josephine noch deren rechten Oberschenkelknochen und zwei Knochen des rechten Unterschenkels durch Verdrehen der Gliedmaße gebrochen. Dies kam aber erst später ans Licht. Nur sechs Tage später erbrach auch die 5 Jahre alte Anna Fäkalien und Blut. Am nächsten Abend hörte Joseph-Henri wie seine Tochter Anna das Kindermädchen Marie-Françoise anschrien und beschuldigte ihr ein Messer in die Kehle gestoßen zu haben. Sofort lief Joseph-Henri zu seiner Tochter Anna und stellte Marie-Françoise zur Rede, die jedoch jegliche Anschuldigung gegen sich energisch bestritt, woraufhin Annas Vater wieder schlafen ging. Jedoch nach einer knappen halben Stunde wurde Joseph-Henri erneut durch die Schreie seiner Tochter Anna wach. Er lief zu ihrem Kinderzimmer, wo er Marie-Françoise dabei beobachtete, wie diese Kot aus Annas Mund entfernte. Joseph-Henri glaubte, dass Marie-Françoise seiner Tochter nur helfen wollte und legte sich wieder schlafen. Dies war Annas Todesurteil, denn Marie-Françoise stieß gegen 3 Uhr morgens Anna ein Messer in die Kehle und trennte damit ihre Halsschlagader von der Innenseite der Kehle auf. Doch Marie-Françoise hatte Glück, die anschließende Autopsie, die zwei Ärzte vorgenommen hatten, ließ diese zu dem Schluss kommen, dass Anna an einer Darmblutung gestorben war. Dies war eine fatale Fehleinschätzung, die leider ein weiteres Leben kostete. Bereits am 15. November 1865 hatte der 2 Jahre alte Henri wie schon seine Geschwister Kacke erbrochen. Ab dem 23. November fing er auch noch an Blut auszuspucken. Drei Tage später steckte Marie-Françoise ein Messer in seinen Mund, mit dem sie die Halsvenen von der Innenseite seiner Kehle aufschnitt. Marie-Françoise gab an, dass Henri, der an den gleichen Symptomen wie seine Schwester Anna gelitten hatte, auch an einer Darmblutung gestorben war. Die Eltern hegten nicht auch nur den geringsten Verdacht gegen Marie-Françoise, weshalb auch keine Autopsie durchgeführt wurde. Nach den dramatischen Todesfällen trat Marie-Françoise am 29. November 1865 ihre neue Stelle bei der Familie Menou an. Schon einen Tag später hörte François Menou seine 2 Jahre alte Tochter Marie entsetzlich schreien. Sofort lief er zu ihr und ertappte Marie-Françoise auf frischer Tat wie sie seiner Tochter Fäkalien in den Mund stopfte. Herr Menou kündigte Marie-Françoise fristlos und warf sie aus seinem Haus. Darüber hinaus informierte er die Gendarmerie, die nachdem Vorfall sofort Zusammenhängen mit den Todesfällen der Familie Robinaud erkannte. Die Leichen der Kinder wurden exhumiert und obduziert. Dadurch kam die ganze erschreckende Wahrheit endlich ans Licht. Marie-Françoise wurde verhaftet und der Prozess gemacht. Noch vor Prozessbeginn gestand diese, dass sie die Kinder mit Kacke gefüttert hatte. Noch am selben Abend ihres Geständnisses verspeiste sie ihren eigenen Kot. Dies führte dazu, dass sie Blut erbrach. Marie-Françoise wollte sich dadurch das Leben nehmen. Sie wollte dieselben Qualen erleiden, die ihre Opfer vor ihrem Tod erlitten hatten. Doch Marie-Françoise Suizidversuch scheiterte. Im April 1866 fand der Prozess vor dem Schwurgericht in Quimper wegen dreifachen Mordes an den Kindern der Familie Robinaud statt. Marie-Françoises Anwalt plädierte auf Zurechnungsunfähigkeit, da seine Mandantin an Jugendirrsinn, „Dementia praecox“ leide. Doch davon wollte die Jury nichts wissen, die Marie-Françoise für voll schuldfähig befand und zu 20 Jahren Haft verurteilte. Marie-Françoise wurde ins Gefängnis nach Rennes gebracht, wo sie nach eigenem Wunsch nach 5 Jahren Haft, ins Gefängnis in Saint-Laurent-du-Maroni verlegt wurde. Anno 1874 heiratete Marie-Françoise einen 32 Jahre älteren Sträfling, der wegen den Morden an seinen beiden früheren Ehefrauen in Haft saß. Nur 1 Jahr nach der Hochzeit starb Marie-Françoise im Alter von 24 Jahren. Damit war eine der grausamsten Serienmörderinnen endgültig Geschichte. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von der französischen Hafenstadt Le Havre. 🙂