Eine wahre Perle der Backsteingotik ist das Münster in Bad Doberan, in der sich die Bülow-Kapelle befindet. Diese Kapelle ist die Begräbnisstätte der Familie von Bülow, die im 14. Jahrhundert die Bischöfe des Bistums Schwerin stellte. Einer ihrer Nachkommen ist der legendäre Humorist Vico von Bülow, besser bekannt als Loriot, der die Stätte seiner Vorfahren am 20. April 1989 und am 2. Oktober 1994 besuchte. Die Kapelle wurde am 4. Juli 1368 vom Bischof Friedrich von Bülow gestiftet, als dieser an jenem Tag das Münster weihte. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde diese von dem Ritter Vicco von Bülow und dessen Sohn, dem Knappen Heinrich von Bülow, restauriert. In der Kapelle befindet sich die Grabstätte des Hartwig von Bülow, dessen Gebeine von seinem Sohn Busso 1436 nach Bad Doberan transportiert und in der Bülow-Kapelle beigesetzt wurden. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Bad Doberaner Münster stark beschädigt. Während dieser Zeit diente die Bülow-Kapelle als Depot von Baugerüsten und Materialien, wodurch die Kapelle zusehends verfiel. Nach der Gründung des Bülowschen Familienverbandes wollten diese die Kapelle erneut restaurieren lassen. Anno 1874 wurde die Bülow-Kapelle per Reskript des Oberkirchenrates und der Genehmigung des Großherzogs Friedrich Franz II. der Familie Bülow zur Restauration und zum Erhalt überwiesen. Bei der Restaurierung wurde jedoch alte Kalktünche auf die Originalmaterialien aufgetragen, so dass diese abblätterten, weshalb die vorhandenen Wandmalereien komplett entfernt werden mussten. Diese wurden mittels Durchzeichnung auf Pausensteinen exakt kopiert. Nach diesen rekonstruierte der Künstler Carl Andreae die mittelalterlichen Wandmalereien. Die dargestellten historischen Bischöfe und Ritter erhielten die Gesichtszüge der damals lebenden Bülows, die sich um die Restaurierung der Kapelle eingesetzt hatten. Die restaurierte Bülow-Kapelle wurde 1878 der Familie Bülow in einem Festgottesdienst übergeben. Aufgrund der jahrzehntelanger Bodenfeuchtigkeit an den Wänden wurden die Wandgemälde abermals stark in Mitleidenschaft gezogen. Zu Zeiten der DDR wurde durch die materielle und finanzielle Unterstützung der Familie von Bülow mit der Restaurierung begonnen. Nach der Wende 1990 konnten die Wand- und Deckenmalereien sowie der Fußboden dank finanzieller Spenden einzelner Familienmitglieder und des Familienverbandes vollendet werden. Der neugotische , holzgeschnitzte Altar erhielt eine Bronzeplatte mit den Namen der Gefallenen im Ersten und Zweiten Weltkrieg. An der Ostwand der Kapelle ist der Gekreuzigte Christus mit Johannes und Maria sowie den beiden Heiligen Thomas von Canterbury und Ritter Olav zu sehen. Auch ich besuchte bei meiner Besichtigung des Doberaner Münsters die Bülow-Kapelle, mit deren Fotos ich Dir viel Freude wünsche. 🙂