Website-Icon Spannende Krimis und Abenteuertipps für wahre Entdecker!

Der Flaschengeist

Isabella Müller Leipzig @isabella_muenchen

Isabella Müller Leipzig @isabella_muenchen

In einem alten Kloster zu Meißen, das von dichten Wäldern und Nebelschwaden umgeben war, lebte ein Mönch namens Bruno. Man nannte ihn den schwarzen Bruno, nicht nur wegen seiner Vorliebe für dunkle Roben, sondern auch aufgrund seiner finsteren Taten. Es wird erzählt, dass Bruno in Italien die schwarze Kunst gelernt hatte – eine düstere Magie, die es ihm ermöglichte, seine frommen Brüder im Kloster zu hintergehen und zu betrügen. Nachts schlich er sich des Öfteren in die Frauenklöster und verführte die jungen Nonnen mit seinen teuflischen Künsten. Als seine Machenschaften schließlich ans Licht kamen, wurde der Erzbischof auf ihn aufmerksam. Mit einem Bannfluch belegte man Bruno, verwies ihn aus dem Kloster und schickte ihn fort aus der ganzen Gegend. Doch Bruno war keineswegs bereit, sein ruchloses Leben zu beenden. Sein Weg führte ihn nach Bautzen, und schließlich wurde er in einem Kloster in Leipzig aufgenommen. Hier trieb er sein Unwesen noch intensiver als zuvor. Die Nächte vergingen in einem Strudel aus Laster und Ausschweifungen, bis eines Tages ein großer Zauberer von Brunos Vergehen erfuhr. Entschlossen, dem Treiben des schwarzen Mönchs ein Ende zu setzen, beschloss der Zauberer, ihn in eine Kristallflasche zu bannen. Er grub diese Flasche 19 Fuß tief unter der Erde ein und hoffte, so würde die Bosheit Brunos endgültig gebannt. Jahre gingen ins Land, und die Geschichte von Bruno geriet ins Vergessen. Doch das Schicksal wollte es anders. Als eines Tages Bauarbeiten für ein stattliches Haus an jener Stelle begannen, wo Bruno eingegraben worden war, entdeckte ein Arbeiter die geheimnisvolle Flasche. Schnell ging das Gerücht um, dass dies die verfluchte Flasche des schwarzen Bruno sei. Jeder, der versuchte, die Flasche loszuwerden oder sie zu verstecken, erlebte Schreckliches: Die Flasche fand stets ihren Weg zurück und brachte Angst und Schrecken über ihren Besitzer. Ein besonders unglücklicher Mann, der die Flasche fand und in seinem Weinlager verbarg, erzählte, wie er nächtelang nicht schlafen konnte. Tagsüber klang das düstere Flüstern Brunos in seinen Ohren, und Nachtens fühlte er kalte Hände, die nach ihm griffen. Schließlich begrub er die Flasche tief unter dem Keller seines Hauses und verkaufte dieses in Panik. Den neuen Hausbesitzern erzählte er nichts von dem dunklen Geheimnis. Eines Abends schickte der Vater seine Tochter in den Keller, um Wein zu holen. Als das Mädchen hinabstieg, bemerkte sie etwas Funkelndes in der Dunkelheit. Neugierig näherte sie sich und entdeckte die fest verschlossene Flasche. Darin hüpfte ein goldener Lichtpunkt auf und ab. Begeistert rannte sie zu ihrem Vater und bat ihn, ihr das „Tierchen“ zu schenken, damit es nachts neben ihrem Bett leuchten könne. Doch kaum hatte der Vater einen Blick auf das Gefäß geworfen, erkannte er die böse Präsenz. Erschrocken entriss er das Gefäß seiner Tochter, band ein schweres Eisen daran und warf es in den tiefsten Grund der Pleiße, in der Hoffnung, dass der Fluch endlich gebrochen sei. Danach hörte man lange Zeit nichts mehr von dem gebannten Bruno. Es heißt jedoch, dass er schließlich aus seiner kristallenen Verbannung erlöst wurde. Nun soll er als schwarzer Hund an den Ufern der Elster und der Pleiße wandeln. Die Bewohner der umliegenden Gebiete berichten oft von einem unheimlichen Heulen in dunklen, nebligen Nächten. Sie sind überzeugt, dass es der Geist des schwarzen Brunos ist, der keine Ruhe findet und weiterhin nach unschuldigen Seelen sucht, die er in die Dunkelheit ziehen kann. Für die Menschen von Leipzig und Umgebung blieb die Geschichte des schwarzen Bruno eine Warnung davor, sich jemals erneut mit den dunklen Künsten einzulassen. In den langen Winternächten, wenn der Wind durch die kahlen Äste der Bäume heult, erzählen sich die Dorfbewohner die schaurige Geschichte am wärmenden Kaminfeuer, und die Kinder hören mit großen Augen gespannt zu, während sie sich enger an ihre Eltern schmiegen. So lebt die Legende vom bösen Dschinni in der Flasche von Generation zu Generation weiter. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Leipzig. P.S. Allen einen wunderschönen Feiertag und den Vätern einen entspannten Vatertag! 🙂

Die mobile Version verlassen