Eine Pension, in der zwei Menschen auf grausame Art und Weise ums Leben kamen, ist die Padrón-Pension in Santa Cruz de Tenerife. Schauplatz des Verbrechens war das Zimmer 306, das von José Antonio Luis Aguiar, besser bekannt als EL Jala bewohnt wurde. Am 25. August 2010 fanden die Kinder der Eigentümer der Padrón-Pension im Zimmer 302, der als Art Depot diente und nicht der Öffentlichkeit zugänglich war, bei Aufräumarbeiten zwischen zwei Matratzen eines wackeligen Bettes, auf dem neben Reisekoffern, zerstreute Kleidung und ein Stuhl gestapelt war, menschliche Knochen. Sofort alarmierten sie die Guaria Civil. Diese mussten die Matratzen mit einem Klebeband zusammenkleben, damit die skelettierte Leiche nicht herausfiel. Die Autopsie ergab, dass der Mann bereits über 8 Monate tot sein musste. Er war brutal ermordet worden, in dem er tagelang gefesselt, geknebelt und gefoltert worden war, bevor ihm mit einem scharfen Gegenstand endgültig der Gar ausgemacht worden war. Doch wer war die männliche Leiche? Diese Frage konnte durch die Nummerierung zweier Metallplatten an Bein und Schulter geklärt werden. Der Mann war im Krankenhaus Castellón operiert worden. Der alphanumerische Code der Implantate identifizierte die Leiche als Ángel Bermejo Beltrán, der am 3. November 1955 in Saragossa geboren wurde. Ángel hatte Musik studiert, bevor er in die Armee eintrat. Er war Teil der Army Academy Music Band in seiner Heimatstadt. Ángel war verheiratet und hatte einen Sohn. Er lebte in Madrid und Valencia, ehe er nach Teneriffa kam und den Kontakt zu seiner Familie wegen seiner Drogen- und Alkoholsucht abbrach. Der pensionierte Militärmusiker war bis zu seinem Tod Stammgast in der Suppenküche des städtischen Tierheims. Sein Verschwinden fiel lange Zeit niemanden auf. Schnell geriet José Antonio in Verdacht, der in derselben Pension lebte und mit Àngel befreundet war. José Antonio war methadonabhängig und brauchte Geld. Er wusste, dass Ángel eine monatliche Pension von knapp 1000 Euro bekam. Um diese zu bekommen, hielt er Ángel in seinem Zimmer fest und erpresste dessen Pension, in dem er ihn so lange schlug, bis dieser sie ihm gab. Ángel ließ sich danach im Krankenhaus behandeln, doch niemand glaubte ihm seine Geschichte. Selbst im Tierheim oder in der Pension schenkte man seinen Aussagen keinerlei Beachtung. Nachdem José Antonio seinen Bekannten ermordet hatte, deponierte er dessen Leiche im Raum 302. Zwar schliefen dort trotz Verbot Drogenabhängige, aber niemand fiel über Monate der verwesende Geruch auf. Am 26. Januar 2013 wurde José Antonio zu 17,5 Jahren Haft wegen dem Mord an Ángel Bermejo Beltrán verurteilt. Dann wurde im August 2016 eine zerstückelte Frauenleiche in zwei Militärrucksäcken in der Santos-Schlucht von einer Spaziergängerin, die mit ihren Hunden Gassi ging, gefunden. Heftige Regenfälle und ein Brand hatten die Rücksäcke freigelegt. Nun galt es zu klären, wer die Frauenleiche war, die keinerlei Papiere oder Hinweise auf deren Identität bei sich trug. Die Schlucht lag nur 400 Meter von der Padrón-Pension entfernt, weshalb die Guardia Civil deren Bewohner befragte. Dies ergab, dass eine gewisse Adoración de la Cruz seit 6 Jahren vermisst wurde. Diese hatte eine freundschaftliche Beziehung mit José Antonio gehabt, den sie damals im Gefängnis kennen gelernt hatte. Auch Adoración war wie José Antonio drogenabhängig. Sie lebte mit diesem in der Padrón-Pension im Zimmer 306, bis sie eines Tages spurlos verschwunden war. Sie wurde zuletzt lebend 2009 mit José Antonio gesehen. Durch die aus den Knochen gewonnenen DNA, die mit Adoracións Tochter verglichen wurde, konnte ihre Identität bestätigt werden. Adoración starb nachdem sie sich wieder einmal heftig mit José Antonio gestritten hatte. Die Guardia Civil war sich sicher, dass der inhaftierte José Antonio auch Adoración auf dem Gewissen hatte, die brutal ermordet worden war. Schließlich überführte ein Blutstropfen, der im Zimmer 306 bei den Untersuchungen zu dem Mord an Ángel gefunden worden war, José Antonio als Mörder, da dieser eindeutig Adoración gehörte. José Antonio wurde 2022 wegen dem Mord an Adoración de la Cruz zu 20 Jahren Gefängnis und einer Entschädigung der Angehörigen des Opfers von 200.000 Euro verurteilt. Jedoch verstarb José Antonio im März 2024 im Krankenhaus Salamanca an seiner Krebserkrankung. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Santa Cruz de Teneriffe, in dem sich die zwei grausamen Morde ereignet hatten. 🙂