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Der fast perfekte Mord

Jahrzehntelang galt das Hormon Insulin, das für die Senkung des Blutzuckerspiegels zuständig ist, als eine perfekte Mordwaffe, da dieses in forensischen Fällen schwer bis gar nicht nachweisbar war. Aus diesem Grund wählte der damals 38 Jahre britische Krankenpfleger Kenneth Barlow Insulin als Mordwaffe, um damit seine 32 Jahre alte Ehefrau Elizabeth ums Eck zu bringen. Dummerweise war dieser Mord der erste der Welt, bei dem Insulin tatsächlich nachgewiesen werden konnte. Doch der Reihe nach. Es war der 4. Mai 1957 als Kenneth einen Arzt zu seinem Haus in der nordenglischen Stadt Bradford kommen ließ. Er hatte seine im zweiten Monat schwangere Frau ertrunken in ihrer Badewanne vorgefunden. Sofort hatte er das Badewasser abgelassen und mit Wiederbelebungsversuchen begonnen, doch vergeblich. Kenneth erzählte dem Arzt, dass Elizabeth über Unwohlsein geklagt hatte, weshalb sie beschlossen hatte, gegen 22 Uhr ein Bad zu nehmen. Da er selbst hundemüde war, war er schon zu Bett gegangen. Als er nach 1,5 Stunden erwacht war und Elizabeth immer noch im Badezimmer zu sein schien, wollte er nach dem Rechten schauen. Als er das Badezimmer betrat, fand er Elizabeth tot darin liegend vor. Ihr Kopf war ins Badewasser gesunken. Zunächst kam dem Arzt nichts verdächtig vor. Doch als er Betty näher betrachtete, fiel ihm deren geweitete Pupillen auf. Er verständigte sicherheitshalber die Polizei. Als diese eintraf, kam es ihnen seltsam vor, dass es weder Wasserspritzer auf dem Boden gab, noch die Fenster durch das heiße Badewasser angelaufen waren. Die Kriminalbeamten ordneten eine Obduktion an, da Kenneth kein Unbekannter war. Denn vor einem Jahr war dessen erste Ehefrau überraschend gestorben. Damals hatte ein anonymer Anrufer der Polizei mitgeteilt, dass diese nicht auf natürliche Weise das Zeitliche gesegnet hatte. Doch man konnte Kenneth nichts beweisen. Die Gerichtsmediziner stellten neben den geweiteten Pupillen fest, dass Betty noch Wasser in der Armbeuge hatte. Bei einem Wiederbelebungsversuch hätte es, dort keines geben dürfen. Außerdem war seltsam, dass Betty ihr Ertrinken nicht bemerkt hatte. War diese etwa mit etwas betäubt worden? Es schien, dass Betty beim Ertrinken bewusstlos war. Als Ursache wurde ein Mangel an Blutzucker vermutet, einer sogenannten Hypoglykämie. Da es keine organische Ursache bei Betty dafür gab, konnte diese nur durch eine Überdosis einer Insulin-Injektion herbeigeführt worden sein. Eine toxikologische Untersuchung der Leiche blieb aber ergebnislos. Darum nahmen die Mediziner eine zweite Leichenschau nach 5 Tagen vor. Bei dieser fanden sie zwei Einspritzspuren am Gesäß, die Elizabeth sich an dieser Stelle unmöglich selbst hätte geben können. Sie nahmen von dort Gewebeproben. Diese wurden im Kühlschrank aufbewahrt, um einen Insulintest vorzunehmen. Um das Insulin nachzuweisen, mussten die Mediziner zahlreiche Versuche an über 1000 Mäusen, 90 Ratten und 24 Meerschweinchen vornehmen. Damit konnte die Dosis ermittelt werden, die bei den Tieren hypoglykämische Krämpfe auslöste sowie die Sonde mit standardisierten Proben zu vergleichen, die die bekannte Menge Insulin aufwies. Tatsächlich wurden messbare Mengen Insulin in Extrakten des Gewebes gefunden. Zur Kontrolle wurden aus einer anderen Leiche ebenfalls Gewebeproben entnommen, die auf die gleiche Weise behandelt wurden. Doch diese waren insulinfrei. Kenneth, der seit einiger Zeit arbeitslos und erst seit 11 Monaten mit Elizabeth verheiratet war, wurde nun von der Polizei dazu verhört. Kenneth selbst, der als liebevoller Vater galt, der sich rührend um seinen 10 Jahre alten Sohn aus erster Ehe kümmerte, sagte aus, dass er Elizabeth Ergometrin gespritzt hatte. Ein Medikament, das zur Geburtshilfe eingesetzt wird, aber auch illegal um Abtreibungen herbeizuführen. Denn Elizabeth wollte wie er kein Kind haben. Durch die toxikologischen Untersuchungen wusste die Polizei, dass Kenneth gelogen hatte, da dieses bei der toxikologischen Untersuchung negativ getestet worden war. Kenneth Barlow wurde 1957 wegen des Mordes an Elizabeth Barlow vor das Schwurgericht in Leeds gestellt. Die Sachverständigen versicherten, dass Elizabeths Leiche einen Stoff enthalten hatte, der alle typischen Merkmale von Insulin entsprach. Die 12 Geschworenen befanden Kenneth nach 1,5 Stunden Beratung einstimmig für schuldig, der am 13. Dezember 1957 zu einer lebenslangen Zuchthausstrafe verurteilt wurde. Anno 1984 wurde dieser nach 26 Jahren Gefängnis auf Bewährung entlassen, der sich damals sicher war, den perfekten Mord begangen zu haben, was sich jedoch als falsch herausstellte. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos der englischen Hafenstadt Southampton. 🙂

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