In den nebligen Straßen Londons, zwischen schattigen Häusern und dunklen Gassen, lebte eine Frau, die sowohl Angst als auch Mitleid hervorrief. Diese Frau war Amelia Elizabeth Dyer, die 1837 in Bristol geboren wurde und als eine der schlimmsten Serienkiller aller Zeiten gilt. Doch wie konnte es nur dazu kommen? Amelia wurde als jüngstes von 5 Kindern des Schuhmachers Samuel Hobley in Pyle Marsh nahe der englischen Hafenstadt Bristol geboren. Amelia war ein intelligentes Mädchen, deren Mutter schwer psychisch krank war, die verstarb als Amelia gerade einmal 11 Jahre alt war. Amelia kümmerte sich fortan um ihre Geschwister, bis sie 1861 im Alter von 24 Jahren den 59 Jahre alten Georg Thomas ehelichte, der jedoch bereits 1869 das Zeitliche segnete. Anno 1872 heiratete Amelia erneut. Diesmal einen Bauarbeiter namens Dyer, mit dem sie einen Sohn und eine Tochter zeugte. Doch die Ehe verlief alles andere als glücklich, weshalb Amelia zusammen mit ihren Kindern ihren Ehemann verließ. Amelia lebte in einer Zeit, in der ledige Mütter verzweifelt nach Möglichkeiten suchten, ihre ungewollten und unehelichen Kinder zu unterstützen und versorgen zu lassen. Dies machte sich Amelia zunutze, die in das lukrative „Baby-Farming-Geschäft“ einstieg. Amelia nahm die ungewollten und unehelichen Kinder in ihre Obhut. Dafür mussten die Mütter Amelia bezahlen. Doch sobald das einmalig gezahlte Unterhaltsgeld verbraucht war, brachte sie die Kinder einfach ums Eck, in dem sie sie strangulierte oder einfach ihrem Schicksal überließ. Dies fiel einem Arzt auf, der vier vernachlässigte Kinder in ihrer Obhut vorgefunden hatte. Er informierte die Polizei. Amelia wurde 1879 wegen Kindesvernachlässigung sechs Monate inhaftiert. Diese Zeit war für sie traumatisch und eine Lehre, wie sie solche Vorfälle in Zukunft besser vermeiden konnte. Nach ihrer Haftentlassung war Amelia keinesfalls geläutert, die ihr Geschäft sofort wieder aufleben ließ, das besser lief als je zuvor. Die Wende kam jedoch an einem grauen Morgen im März 1896, als ein Fährmann in der Strömung der Themse ein Bündel barg. Darin befand sich eine strangulierte Kinderleiche, die in schmutziges Altpapier gewickelt war, das zum Versand von Waren gedient hatte. Dummerweise stand auf dem zerknitterten Stück Papier Amelias Adresse. Ein verhängnisvoller Hinweis, der ihr Schicksal besiegelte. Amelia wurde am 4. April 1896 verhaftet, die bereits ihren Umzug nach Somerset vorbereitet hatte. Nach Amelias Verhaftung wurden immer mehr Kinderleichen in der Themse gefunden. Am 22. Mai 1896 wurde Amelia vor das Strafgericht gestellt. Sie wurde vor dem Old Bailey zum Tode durch Erhängen verurteilt. Es wurde angenommen, dass Amelia über 3 Jahrzehnte lang über 200 bis 400 Kleinkinder auf ihrer „Baby-Farm“ getötet hatte. Am 10. Juni 1896 wartete der Galgen auf sie. Der Henker James Billington vollstreckte das Todesurteil gegen 9 Uhr im Newgate-Gefängnis in London. Amelias sterbliche Überreste wurden ohne Grabstein auf dem Newgate Gefängnis Friedhof begraben. Doch damit endete Amelias Geschichte nicht. Der Skandal um Amelias abscheuliche Verbrechen führte zu einer Gesetzesverschärfung im Umgang mit Waisenkindern. Doch die Schatten des Kindermordes waren trotzdem noch allgegenwärtig. Die Gassen Londons blieben lange Zeit noch ein Ort der Trauer und des Schmerzes, während die unzähligen Geister der Kinder, die sie verloren hatten, weiterhin in der Dunkelheit umher wandelten. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos der englischen Hafenstadt Southampton. 🙂













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