Im Schatten der Münchner Altstadt, wo die Gassen sich wie Adern durch das Herz der bayrischen Metropole winden, ereignete sich im Jahr 1907 eine der schockierendsten Kriminalfälle, die Deutschland je erlebt hat. Mitten in dieser idyllischen Umgebung trieb ein erst 13 Jahre altes Mädchen ihr grausames Unwesen, die eine Spur des Schreckens hinterließ, die die Gemüter der Bevölkerung zutiefst erschütterten. Bei dem Mädchen handelte es sich um Ida Schnell, eine uneheliche Tochter eines verstorbenen alkoholkranken Arbeiters, das als in diversen Familien als Kindermädchen tätig gewesen war. Niemand hätte zu diesem Zeitpunkt auch nur im Entferntesten ahnen können, welche Abgründe sich in der Seele dieses jungen Mädchens verbargen. Bis zum sechsten Todesfall, der schließlich die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich zog, blieb Ida Schnell unentdeckt. Als der erst 14 Tage alte Sohn des Bauern Bichler aus Ampermoching bei München plötzlich unter mysteriösen Umständen verstarb, wurde dessen Leichnam exhumiert. Die Obduktion ergab, dass der Säugling durch die Perforation seines noch weichen Schädels mit einem spitzen Gegenstand zu Tode gekommen war. Ida Schnell wurde daraufhin verhaftet und eingehend verhört. Zunächst stritt diese energisch ab, den Tod des Babys verursacht zu haben. Sie beteuerte, dass sie viel zu sanft sei, um einem unschuldigen Säugling Schaden zuzufügen. Doch im Kreuzverhör knickte Ida letztendlich ein, die zugab, nicht nur dieses Baby, sondern auch vier weitere Säuglinge, für die sie als Babysitterin engagiert war, ums Eck gebracht zu haben. Sie ging dabei immer nach demselben Modus Operandi vor, in dem sie ihre Haarnadel in den unteren Teil des Hinterkopfes des Säuglings gerammt hatte, bis das Baby aufhörte zu schreien. Auf die Frage nach ihrem Motiv antwortete Ida, dass das Schreien des Babys in ihr eine unüberwindbare Abscheu hervorrief. Sie verlor jegliche Kontrolle über sich und tat alles, damit das Baby endlich schwieg. Am nächsten Morgen gestand Ida auch noch einen sechsten Mord. Ida, die zu diesem Zeitpunkt erst 13 Jahre alt war, zeigte sich für ihr Alter körperlich gut entwickelt, doch geistig etwas zurückgeblieben. Ihre Kindheit war geprägt von Armut, da ihr Vater früh verstorben war und ihre Mutter einen Tagelöhner geheiratet hatte, mit dem sie sich nicht gut verstand. Weitere Ermittlungen verlängerten die düstere Bilanz der Münchner Kindermörderin. Es wurde angenommen, dass Ida mindestens acht oder sogar neun Säuglinge das Leben genommen hatte, die sie als Kindermädchen betreut hatte. Zwei der Babys, deren Tod sie gestanden hatte, wurden exhumiert. Doch die Verwesung war so weit fortgeschritten, dass eine eindeutige Todesursache nicht mehr festgestellt werden konnte. Ida hatte offenbar keinerlei Skrupel, Säuglinge, die ihrer Obhut anvertraut wurden, auf abscheuliche Weise zu töten. Das gerichtliche Ermittlungsverfahren gegen Ida wurde schließlich abgeschlossen. Offiziell wurde ein sechsfacher Mord an den Babys von den Familien Oppenheimer, Bichler, Huber, Schiener, Ritzeret und Kirrmeier festgestellt. Für zwei weitere Säuglinge der Familien Gailer und Schorch, ergab die Obduktion jedoch Todesursachen, die nicht auf Ida zurückzuführen waren. Ida Schnell wurde schließlich für eine etwa einmonatige psychische Untersuchung in die Bezirks-Irrenanstalt verlegt. Das Schicksal des jungen Mädchens, das in so zarter Jugend zu solch widerlichen Taten fähig war, lässt bis heute viele Fragen offen und wirft ein dunkles Licht auf die Abgründe der menschlichen Psyche. In diesem Sinne viel Freude mit meinen Fotos von Münchens schöner Altstadt, wo einst Ida Schnell als Haarnadelmörderin Babys tötete. 🙂











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