Das tiefgefrorene, abgetrennte Bein

Isabella Mueller @isabella_muenchen München

Ein grausamer Mord ereignete sich in der Nacht zum 13. Dezember 1991 an der 28 Jahre alten Sprachstudentin Kristin Harder in München. Die junge, attraktive Frau mit blonden halblangen Haaren, war gebürtige Kanadierin, die in Spanien aufwuchs und seit vier Jahren in einem Appartement im Münchner Stadtteil Gern lebte. Zu Weihnachten wollte sie zu ihrer kranken Mutter nach Marbella fliegen, wo diese eine Immobilienagentur führte, aber dazu kam es nicht mehr. Kristin Harder, die fünf Sprachen fließend sprach, wollte nach ihrem bestanden Examen am Sprach- und Dolmetscherinstitut am 12. Dezember einfach feiern gehen. Sie hatte sich chic gemacht und trug einen schwarzen Pullover, einen Rock, Stiefel sowie einen dunklen Mantel. Die gutaussehende Kristin lernte an diesem Abend im angesagten Szene-Lokal „Frundsberg“ in Neuhausen den 28 Jahre alten Wolfgang S. kennen, mit dem sie noch ins Nachtcafé am Maximiliansplatz ging. Gegen 1.30 Uhr wollte Kristin noch allein ins „Schumann´s“, wo sie verabredet war. Wolfgang S. sagte aus, dass er sich von Kristin Harder verabschiedete und dann allein nach Hause fuhr. Kristin tauschte mit Bernd H. ihre Telefonnummer aus. Danach verschwand Kristin spurlos. Denn im „Schumann´s“ kam Kristin Harder nie an. Vier Monate später fanden Spaziergänger in einem Waldstück am 11. April 1992 in Neubiberg bei München ein linkes, tiefgefrorenes Bein in einem blauen Müllsack unter einer Baumwurzel. Dieses war vom Rumpf abgetrennt und am Kniegelenk in zwei Teile zersägt worden. Es stellte sich heraus, dass das Bein von Kristin Harder stammte. Dann rief am 13. Mai 1992 nachts bei der Polizei eine Frau an, die behauptete den Tatort zu kennen. Sie nannte ein Haus am Waldrand im Südosten Münchens als Tatort und legte nach 20 Minuten wieder auf ohne ihren Namen zu nennen. Am 14. August 1992 wurde der rechte Unterarm von Kristin Harder in der 70 Kilometer entfernten Wasserkraftanlage Altheim bei Landshut gefunden. Sowohl das Bein als auch der Arm waren vor dem Abtrennen tiefgekühlt worden. Diese beide Körperteile waren fachgerecht mit einer Flex zersägt worden. Die grausamen Funde schockten ganz Deutschland. Wer hatte Kristin Harder ermordet? Da der Mordfall damals nicht aufgeklärt werden konnte, wurde er im Frühjahr 2003 wieder aufgenommen. Ins Visier der Ermittler rückte wieder Kristins Lokalbekanntschaft Wolfgang S., der Kristin als letzte Person lebend gesehen hatte. Die Mordkommission hatte einzig seine Aussagen, bei denen sich Wolfgang S. jedoch in Widersprüche verwickelt hatte. So gab er an, dass er Neubiberg nicht kenne. Doch nur drei Minuten vom Fundort des gefundenen Beines von Karin Harder, arbeitete Wolfgangs S. Freundin, deren Bruder unweit entfernt wohnte. Als dieser von seinem Urlaub zurückkam, stellte er fest, dass aus seiner Garage eine Kettensäge fehlte. Zufall? Kristin Harders Körper wurde bekanntlich mit einer Kettensäge zerstückelt. Außerdem hatten Zeugen einen Mann gesehen, der einen Müllsack aus einem Kleintransporter im Bahnhofswald Neubiberg entsorgt hatte. Wolfgang S. fühlte sich zu Unrecht beschuldigt und wandte sich zusammen mit seinem Anwalt Dr. Thomas Etzel an die Öffentlichkeit. Er setzte eine Belohnung von 1000 Euro für Hinweise auf Kristin Harders Mörder aus. Damals wurde im Müllsack mit den Leichenteilen ein Haar gefunden, dass nicht von Kristin Harder stammte. Eine DNA-Probe wurde von Wolfgang S. genommen. Doch das Haar stammte nicht von ihm. Auch ein 12 stündiges Verhör und eine Wohnungsdurchsuchung bei Wolfgang S. brachten keine neue Erkenntnisse. Es gab keine Beweise gegen Wolfgang S. . Auch neue Hinweise durch die Sendung „Ungeklärte Mordfälle“, in der der Fall nochmals thematisiert wurde, blieben aus. Bis heute wurde der restliche Körper von Kristin Harder nicht gefunden. Ob Kristin Harders Mord ehemals gesühnt wird, bleibt abzuwarten. Doch Kristin Harder war nicht die einzige Frau, die in München auf rätselhafte Weise verschwand. Nach Kristin Harder, verschwand nachts mitten in München im April 1995 auch die 19 Jahre alte Sonja Engelbrecht und zwei Jahre später im August 1997 die 45 Jahre alte Bettina Trabhardt. Die Serienmördertheorie schloss jedoch die Polizei im Mai 2010 aus. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von München, der Stadt, in der Kristin Harder bis zu ihrer Ermordung gelebt hatte. 🙂


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Herzlich Willkommen auf meiner Reise durch Kreativität und Entdeckung! Mein Name ist Isabella Mueller, und ich lade euch ein, die faszinierenden kreativen Universen zu erkunden, die ich durch meine Blogs erschaffe. Seit 2020 widme ich meine Leidenschaft dem Erzählen fesselnder Geschichten, die mysteriös, historisch und emotional sind. Es ist mein Ziel, nicht nur zu unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anzuregen und den Entdeckergeist in jedem von uns zu wecken. Auf isabellas.blog kombiniert sich die Spannung von Kriminalgeschichten mit aufregenden Reisetipps. Stellt euch vor, ihr wandert durch malerische Straßen einer neuen Stadt und ergründet dabei dunkle Geheimnisse, die in den Schatten ihrer Geschichte verborgen liegen. Jedes Stück auf meinem Blog ist so konzipiert, dass es das Herz eines jeden Krimi-Fans höherschlagen lässt und gleichzeitig die Neugier auf unbekannte Orte weckt. Hier seid ihr eingeladen, den Nervenkitzel des Unbekannten und die Schönheit unserer Welt zu erleben – eine perfekte Kombination für alle Abenteuerlustigen! In meinem zweiten Blog, akteq.com, dreht sich alles um wahre, ungelöste Kriminalgeschichten. Unter dem Motto „akteQ: Cold Case Stories“ enthülle ich die unheimlichen und oft tragischen Geschichten hinter ungelösten Fällen. Gemeinsam können wir die Rätsel der Vergangenheit erforschen und tief in die menschliche Psyche eintauchen. Was geschah wirklich? Wer waren die Menschen hinter diesen mysteriösen Ereignissen? In diesem Blog lade ich euch ein, Fragen zu stellen und die Antworten zu finden, die oft im Dunkeln liegen. Ein weiteres spannendes Kapitel meiner Bloggerlaufbahn findet ihr auf thecastles.org. Hier beginne ich eine zauberhafte Reise durch die Geschichte der Burgen und Schlösser. Haltet inne, während ihr die Geschichten entdeckt, die in den Mauern dieser alten Gemäuer verborgen sind. „Explore the enchantment, discover the history – your journey begins at thecastles.org!“ Diese Worte sind mehr als nur ein Slogan; sie sind eine Einladung an alle, die Geschichte und Magie miteinander verbinden möchten. Lasst euch von den beeindruckenden Erzählungen und der Faszination vergangener Epochen inspirieren! Aber das ist noch lange nicht alles! Auf kripo.org erwartet euch ein umfassendes Onlinemagazin für echte Kriminalfälle. Taucht ein in die Welt des Verbrechens, erfahrt von den realen Geschichten hinter den Schlagzeilen und den Menschen, die sich mit der Aufklärung beschäftigen. Mit criminal.energy entführe ich euch in die packenden Erzählungen wahrer Verbrechen, in denen Bösewichte gejagt, gefasst und verurteilt werden. Die Suche nach Gerechtigkeit und die Konfrontation mit dem Unbekannten stehen im Mittelpunkt. Mit TrueCrime Blog 187.news geht’s in die Abgründe des Verbrechens. Und für all jene, die die Welt bereisen wollen, bietet wanderlust.plus die Möglichkeit, die Welt, ein Abenteuer nach dem anderen, zu erkunden. Hier geht es um die Liebe zur Erkundung und die Freude, neue Kulturen und Landschaften zu entdecken. Schließlich lädt truecrime.ch dazu ein, die dunklen Seiten der Schweiz und Europas zu entdecken: wahre Verbrechen, wahre Geschichten. Lasst uns gemeinsam die Geschichten entdecken, die die Welt um uns herum prägen. Ich freue mich darauf, euch auf dieser aufregenden Reise zu begleiten und hoffe, dass ihr viele unvergessliche Momente mit mir teilen werdet!