Als die schwarzen Witwen von Liverpool verewigten sich die irischen Schwestern Catherine und Margaret Flannagan in der englischen Kriminalgeschichte, die so berühmt waren, dass sie fast ein Jahrhundert lang als Wachsfiguren in Madame Tussauds „Chamber of Horrors“ in London ausgestellt waren. In den 1880er Jahren waren die Schwestern zusammen mit Catherines Sohn John aufgrund der großen Hungersnot in Irland nach Liverpool ausgewandert, wo sie im Armenviertel in der Skirving Street 5 ein Gästehaus eröffneten. Dort mietete sich Thomas Higgins zusammen mit seiner 6 Jahre alten Tochter Mary sowie Patrick Jennings mit seiner 14 Jahre alten Tochter Margaret ein. Zwar hatten die Schwestern, die beide schwer alkoholkrank und Analphabetinnen waren, genügend Untermieter, doch sie lebten trotzdem in großer Armut. Als sich ihre finanzielle Situation immer mehr verschlechterte wurden sie auf Bestattungsgesellschaften aufmerksam. Bei diesen handelte es sich quasi um eine gemeinnützige Lebensversicherung. In dieser zahlten alle Mitglieder ihre Beiträge ein und das Geld wurde den Hinterbliebenen im Todesfall des geliebten Menschen ausgezahlt. Schnell schmiedeten die beiden Schwestern einen teuflischen Plan, wie sie damit ganz einfach viel Geld verdienen können. Die Geldgier der beiden war so groß, dass sie noch nicht einmal davor zurückschreckten Catherines Sohn John ums Eck zu bringen, der ihr erstes Opfer wurde. Als der 22 Jahre alte, kerngesunde John plötzlich verstarb, auf den zuvor eine hohe Lebensversicherung abgeschlossen worden war, schöpfte niemand Verdacht, dass die beiden Schwestern etwas mit dessen Tod zu tun haben könnten. Ohne Argwohn erhielt Catherine von der Versicherung 71 Pfund, da in den Slums täglich Menschen verstarben. Zwei Jahre später heiratete Margaret im Oktober 1882 ihren Untermieter Thomas Higgins, dessen 8 Jahre alte Tochter Mary ebenso plötzlich wie wenige Monate später die 19 Jahre alte Untermieterin Margaret Jennings verstarb. In beiden Fällen zahlte die Versicherung eine beträchtliche Summe an Margaret aus. Schnell wurden böse Zungen laut, dass die plötzlichen Todesfälle kein Zufall sein konnten, weshalb die Schwestern zusammen mit Margarets Ehemann zweimal umzogen. Doch die Schwestern hatten nicht nur am Töten, sondern auch am schnellen Geldverdienen Blut geleckt, was ihnen bei ihrem letzten Opfer zum Verhängnis wurde. Dieses wurde im September 1883 Margarets 45 Jahre alter Ehemann Thomas Higgins, der plötzlich schwer erkrankte. Der gerufene Arzt diagnostizierte Ruhr, dessen Ursache vermutlich der große Konsum von billigem Whiskey war. Er verschrieb ihm zur Linderung Opium und Rizinusöl. Doch zwei Tage später war Thomas tot. Der behandelnde Arzt stellte auf dem Totenschein als Todesursache Ruhr aus. Doch Thomas Bruder war misstrauisch geworden, da er erfahren hatte, dass sein Bruder bei 5 unterschiedlichen Versicherungen auf eine Gesamtsumme von stattlichen 100 Pfund versichert worden war. Aus diesem Grund beantragte er bei den Behörden eine Autopsie seines Bruders. Bei dieser wurden in Thomas Organen Spuren von Arsen gefunden. Daraufhin fand eine Hausdurchsuchung bei den Schwestern statt, bei der neben einem weißen Pulver, auch Spuren von Arsen in einer Einkaufstasche von Margaret Higgins entdeckt wurden. Die Recherchen ergaben, dass die Schwestern das Arsen durch das Einweichen von arsenhaltigem Fliegenpapier gewonnen hatten. In einem Pub in Liverpool griffen die Ermittler die beiden Schwestern auf, um sie zum Verhör aufs Revier mitzunehmen. Während Margaret verhaftet werden konnte, gelang ihrer Schwester Catherine jedoch die Flucht, die erst 10 Tage später im Liverpooler Vorort Wavertree verhaftet wurde. Beide Schwestern wurden am 16. Oktober 1883 wegen Mordes an Thomas Higgins angeklagt. Catherine legte ein vollständiges Geständnis ab, in dem sie ihre Schwester Margaret beschuldigte die Anstifterin gewesen zu sein. Ferner behauptete sie, dass sie zu einem Verbrecherring gehörten, der aus mehreren Frauen bestünde, die mithilfe von Arsen Menschen beiseite schafften. Da sich Catherine in Widersprüche verstrickte, wurde ihr kein Glaube geschenkt, vermutlich hatte sie aber die Wahrheit gesagt. Der dreitägige Prozess im Februar 1884 sorgte für großes Aufsehen in der Öffentlichkeit. Der Gerichtszahl platze jeden Verhandlungstag aus allen Nähten und die Presse stürzte sich auf die sogenannten Borgia-Schwestern, die von den Geschworenen für schuldig und zum Tode durch Erhängen verurteilt wurden. Dieses Urteil wurde am 3. März 1884 im Kirkdale-Gefängnis öffentlich vor 1000 Schaulustigen vollstreckt. Die beiden Schwestern wurden gleichzeitig erhängt und waren somit auch im Tod vereint. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Irlands Hauptstadt Dublin, dem Heimatland der beiden mörderischen Schwestern. 🙂