Isabella Müller @isabella_muenchen Wiesbaden Frankfurt am Main
Nein, meine Suppe ess ich nicht. Dieser Spruch der Figur des Suppenkaspers aus dem Buch des Struwwelpeters ist legendär. Wer hätte gedacht, dass dieser einmal zwei Menschen das Leben retten würde, wie folgende Begebenheit beweist. Im Februar 2019 fütterte der 63 Jahre Hans G. wie üblich seine beiden Schäferhunde „Lux“ und „Carl“, die plötzlich sich am Boden vor Schmerzen krümmten. Sofort fuhr Hans G. mit diesen in die Tierklinik. Die Anzeichen deuteten auf eine Vergiftung hin. Die toxikologische Analyse ergab, dass diese mit dem Gift des Blauen Eisenhuts vergiftet worden waren. Aber wie kam das Gift in das Futter? An jenem Tag hatte Hans G. unter das Trockenfutter noch Reste der Nudelsuppe gemischt, die von jemanden vergiftet worden war. Da diese nicht für die Hunde bestimmt war, galt der Mordanschlag Hans G. und seiner Ehefrau, die beide in Rüdesheim in einem Haus lebten. Aber warum sollten beide sterben? Schon im November 2018 hatte jemand durch Mettköder, die mit Schneckenkorn versehen waren, versucht den jüngeren Schäferhund zu vergiften. Aber nicht nur die Hunde waren das Ziel, sondern auch Hans Ehefrau. Mehrmals war auf deren Auto im Januar mit Steinen geworfen worden, während diese im Auto saß oder parkte, was Beulen im Kotflügel zur Folge hatte. Auch ihre Zufahrtsstraße wurde mit Ästen blockiert, die erst weggeräumt werden mussten, um weiter zu fahren. Wer steckte hinter diesen heimtückischen Anschlägen, die soweit gingen, dass in das Haus des Ehepaares eingebrochen wurde, um die Nudelsuppe zu vergiften? Da Hans G. Videokameras in seinem Haus installiert hatte, konnte diese Frage schnell beantwortet werden. Diese zeigten am Tag der Vergiftung der Hunde einen vermummten Mann, den Hans G. sofort als den 49 Jahre alten Enrico R. identifizierte. Dieser war Platzwart im Tennisclub, in dem auch Hans Tennis spielte. Aber was war das Motiv? Enrico R. hatte seit einiger Zeit Hans Avancen gemacht, ihn immer wieder umarmt, seine Hände berührt und sich ihm aufgedrängt, in dem er seine Trainingstasche tragen wollte. Doch Hans wies Enrico in seine Schranken, der aus gekränkter Eitelkeit auf Rache sann und nur noch ein Ziel vor Augen hatte, dem Ehepaar nicht nur das Leben zur Hölle zu machen, sondern ihnen es zu nehmen. Enrico war bereits 2001 wegen versuchten Mordes an den Eltern einer Freundin, die er mit Arsen versucht hatte zu töten, vom Landgericht Memmingen zu 13 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt worden. Es gab keine Zweifel, dass Enrico der Täter war, der die Tat vehement leugnete. Vor der Tat hatte dieser im Internet noch Wurzelknollen des Blauen Eisenhuts bestellt, dessen Gift aus der Staude recht simpel extrahiert werden kann. Enrico R. wurde vom Landgericht Wiesbaden wegen versuchten Mordes zu lebenslanger Haft mit besonderer Schwere der Schuld verurteilt. Damit hatte der Albtraum des Rüdesheimer Ehepaares endlich ein Ende. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Wiesbaden, wo Enrico R. vor dem Landgericht seine gerechte Strafe erhalten hatte. 🙂