Die erstaunlichen Abenteuer des Jean-François de La Pérouse
Isabella Mueller
Isabella Müller Wien @isabella_muenchen
Ein mutiger französischer Seefahrer war Jean-François de La Pérouse, der sich auf abenteuerliche Reisen begab, die ihn in die dunkelsten Winkel der Welt führen sollten. Seine Lebensgeschichte ist eine bunte Mischung aus Entdeckerlust, Humor und einer gehörigen Portion Skurrilität, die selbst die kühnsten Fantasien übertrifft. Jean-François de La Pérouse erblickte am 23. August 1741 im Schloss La Gô in der Nähe der Hafenstadt Albi das Licht der Welt. Schon als Kind war er fasziniert von den Geschichten der Seefahrer, die in den fernen Osten segelten und unbekannte Länder entdeckten. Anstatt sich mit dem beschaulichen Leben eines Landwirts zufriedenzugeben, wie es sein Vater sich für ihn vorgestellt hatte, träumte der junge Jean-François davon, selbst die Meere zu durchqueren und neue Welten zu erforschen. Mit 15 Jahren ging er nach Brest, wo er nach einer soliden Ausbildung in der französischen Marine, schnell in den Rang eines Offiziers aufstieg. Da die Offiziere in adelige „Rote“ und bürgerliche „Blaue“ aufgeteilt waren, fügte er an seinem Familiennamen das Adelsprädikat de Galaup hinzu, um so besondere Privilegien zu erhalten, die nur den adeligen Offizieren vorbehalten waren. Seine Führungsqualitäten und sein Geschick im Umgang mit Schiffen fielen schnell auf, weshalb er schon bald vom französischen Gouverneur mit der Leitung einer Expedition im Indischen Ozean betraut wurde. Diese dauerte von 1772 bis 1776, in der er seine geografischen Kenntnisse weiter ausbauen konnte. Nach seinen Verdiensten im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, wofür er geadelt wurde, begann die Reise seines Lebens, die ihn um die halbe Welt führen und sein Leben kosten sollte. Am 1. August 1785 stach Jean-François von Brest aus mit zwei Schiffen, der Boussole und der Astrolabe in See. Sein Ziel war die Nordwestpassage zu erkunden und neue Handelsrouten nach Asien zu finden. Es folgte eine Reise voller Überraschungen, Herausforderungen und bedrohlicher Begegnungen, die selbst Hollywood-Drehbuchautoren vor Neid erblassen lassen würden. Kaum hatte Jean-François die Küste Frankreichs verlassen, da warteten schon die ersten Abenteuer auf ihn. In der Arktis trafen seine Männer auf riesige Eisbären, die sie mit Kanonen vertreiben mussten. Weiter südlich stießen sie auf eine Inselgruppe, deren Bewohner sie zunächst für friedliche Eingeborene hielten. Doch zu ihrer Überraschung entpuppten sich die Insulaner als blutrünstige Kannibalen, die es auf die Besatzung der Boussole abgesehen hatten. Während der Überfahrt über den Pazifik kam es zu einer Tragödie, da die Astrolabe von den Wellen verschlungen wurde, die ganze Besatzung kam ums Leben. Jean-François war auf der Boussole geblieben, um die Küsten Alaskas und Kaliforniens zu erkunden. Er steuerte Richtung Australien. Doch dort verlor sich seine Spur. Anno 1791 starten zwei Schiffe, um nach den beiden verschollen Schiffen zu suchen. Doch beide Kapitäne kamen dabei ums Leben, weshalb die Mannschaften die Suchaktion ergebnislos abbrachen. Erst als der britische Handelskapitän Dillon 1826 Überreste der Schiffe auf einer abgelegenen Insel am Meeresgrund entdeckte, war klar, dass diese die Boussole und Astrolabe wohl Opfer tropischer Wirbelstürme geworden waren. Obwohl Jean-François de La Pérouse nie seine Heimat Frankreich wiedersah, ging sein Ruhm als mutiger Entdecker und Abenteurer weit über die Landesgrenzen hinaus. Sein Name ist bis heute eng mit der Erforschung der Weltmeere verbunden, und viele Orte, die er besuchte, tragen noch heute seine Bezeichnungen. Selbst in der heutigen Zeit, in der die Erde längst kartografiert ist, fasziniert die Geschichte des Jean-François de La Pérouse die Menschen noch immer. Ob in Büchern, Filmen oder Museen Jean-François de La Pérouse Legende lebt weiter. Er steht für den Entdeckergeist und die Abenteuerlust, die viele Menschen bis heute antreiben. Sein Schicksal, das zwischen Triumph und Tragödie schwankt, macht ihn zu einer faszinierenden Figur, die wohl noch lange Zeit die Fantasie der Menschen beflügeln wird. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos der französischen Hafenstadt Le Havre. 🙂