Die französische Hauptstadt Paris gilt als die Stadt der Liebe schlechthin, an deren Wahrzeichen, dem legendären Eiffelturm sich schon unzählige Liebende die ewige Liebe schworen. Doch „la ville dámour“ besitzt auch eine dunkle Seite, in der Mörder und Kriminelle schon seit Jahrhunderten ihr Unwesen treiben. Einer dieser war Charles Dautun, der sich mit seinem entsetzlichen Verbrechen für immer in der Kriminalgeschichte verewigte. Wir schreiben das Jahr 1814 als ganz Frankreich sich in der Ersten Restauration befand und Schiffer am 9. November einen abgetrennten, in ein Tuch gewickelten Kopf aus der Seine fischten. Just am selben Tag wurde unweit des legendären Louvre ein menschlicher Rumpf und nahe der berühmten Champs-Elysées zwei abgetrennte Schenkel gefunden. Wem gehörten diese Körperteile? Um diese Frage zu beantworten, wurde eine Gipsbüste des Opfers, eines Mannes in den Dreißigern rekonstruiert und im Leichenschauhaus der Île de la Cité der Pariser Bevölkerung präsentiert, in der Hoffnung die Identität des Mannes zu klären. Tatsächlich konnte eine Frau im Dezember die Leiche als Auguste Dautun identifizieren. Dieser war der Neffe von der 53 Jahre alten Jeanne-Marie Dautun, die nur wenige Monate zuvor, am 16. Juli, in ihrem Haus in der Rue de la Grange Bateliére im 9. Arrondissement von Paris erstochen und ausgeraubt worden war. Als die Gendarmerie die Wohnung von Auguste Dautun durchsuchte, fand diese ein Bild des Schreckens vor. Überall in der Wohnung klebte Blut. Die Schubladen waren durchwühlt und ausgeräumt worden. Dieses Szenario kannten sie bereits von dessen toter Tante. Konnte dies ein Zufall sein? Schnell geriet Charles Dautun, der Bruder von Auguste und der Neffe von Jeanne-Marie, ins Visier der Ermittler, der zum Verhör aufs Revier gebracht wurde. Noch während des Verhörs brach dieser zusammen und gestand die beiden Morde. Charles Dautun war ein ehemaliger, gescheiterter Medizinstudent, der später Soldat wurde. Durch Glücksspiele und Liebesmädchen hatte er sein gesamtes Vermögen verprasst. Er wusste sich nicht anders zu helfen und bat seine Tante und seinen Bruder, um finanzielle Hilfe. Doch diese weigerten sich Charles Dautun Geld zu geben, da sie befürchteten, dass er dieses wieder verschwenden würde. Charles verlor wegen der Zurückweisung die Beherrschung und ermordete beide. Danach entwendete er deren Wertgegenstände. Im Mordprozess, der vom 23. bis 25. Februar 1815 in Paris stattfand, wurde Charles Dautun zum Tod durch die Guillotine verurteilt. Am 29. März 1815 wurde dieses Urteil am Place de Gréve, der Hinrichtungsstätte in Paris, vollstreckt. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos der französischen Hafenstadt Le Havre. 🙂













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