Eine äußerst beliebte Methode, um Menschen entweder zu töten oder lebenslang leiden zu lassen, war der Säureangriff. Tatsächlich gab es Ende des 19. Jahrhunderts in ganz Europa sogenannte Säurewerferinnen, die als „La Vitrioleuse“ bezeichnet wurden. Diese Frauen warfen eine ätzende Flüssigkeit entweder auf ihre untreuen oder ehemaligen Männer oder Rivalinnen, um diese für immer grotesk zu entstellen oder gar zu töten. Die Verbrechen aus Leidenschaft waren damals so populär, dass der Maler Eugéne-Samule Grasset ein Gemälde mit dem Titel „La Vitrioleuse“ schuf, das heute im Pariser Musée de L´école des Beaux-Arts zu bewundern ist. Bei den Säureangriffen wurde Vitriolöl, besser bekannt als Schwefelsäure, verwendet. Dieses wurde damals oftmals als Reinigungsmittel im Haushalt für Töpfe und Pfannen benutzt. Somit war es in jeder Apotheke erhältlich. Doch schon bald wurde diese aggressive Säure als Gift eingesetzt, nachdem erste Säureattentate mit Vitriol publik wurden. Besonders in Paris im Zeitalter des Fin de Siécle war dieses äußerst beliebt, um ein Säureattentat zu begehen. Eine dieser Säurewerferinnen, die weit über die Landesgrenzen hinaus wegen ihres heimtückischen Säureangriffs für Schlagzeilen sorgte, war die Pariserin Eugenie Baujeau. Diese wollte sich an ihrem ehemaligen Liebhaber Sarrasin, einem pensionierten Sergeant-Major der Gendarmerie rächen, der sie einfach abserviert hatte, um den Bund fürs Leben mit einer anderen Frau einzugehen. Eugenie, die zutiefst verletzt und am Boden zerstört war, sann auf Rache. Ihr ehemaliger Geliebter, der ihr den Himmel auf Erden versprochen hatte, sollte nicht nur wortwörtlich sein Gesicht verlieren, sondern durch den Säureangriff zum gesellschaftlichen Außenseiter werden. Eugenie lauerte Sarrasin auf, um ihm den Inhalt einer ganzen Flasche Vitriol ins Gesicht zu werfen. Die Flüssigkeit verätzte nicht nur sein Gesicht, sondern auch seine Arme und seinen Hals. Die Verletzungen waren so schwer, dass Sarrasin zwei Monate später an den Folgen der Säureattacke das Zeitliche segnete. Eugenie wurde am 9. April 1910 wegen dem abscheulichen Säureangriff auf Sarrasin verhaftet und vor das Schwurgericht in Auxerre gestellt, wo sie zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Damit war das Schicksal von Eugenie Baujeau, eine der vielen Säureattentäterinnen besiegelt. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von der französischen Hafenstadt Le Havre, die vor den Toren der französischen Hauptstadt Paris liegt. 🙂













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