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Marie Jeanneret: Die Schweizer Serienmörderin

Marie Jeanneret war eine Schweizer Serienmörderin, die angeblich 30 Menschen auf ihrem Gewissen hatte. Marie Jeanneret erblickte am 13. Januar im Schweizer Kanton Neuenburg das Licht der Welt. Marie entstammte einer der angesehensten Familien. Doch ihre Eltern verstarben als Marie noch ein Kleinkind war. Sie hinterließen Marie jedoch ein beachtliches Vermögen, die fortan bei ihrem Onkel, der auch ihr Vormund war, aufwuchs. Marie genoss eine exzellente schulische Ausbildung, die äußerst religiös erzogen wurde. Aber ihr Charakter war, wie die Leute um sie herum bemerkten, eigenartig. Marie hatte nicht nur einen Hang zur Religion, sondern sie achtete auch penibel auf ihre Gesundheit. Immer wieder konsultierte sie Ärzte wegen ihrer angeblichen Krankheiten, die jedoch nur eingebildet waren. Marie war eine wahre Hypochonderin, die eine Neigung für schmerzhafte Behandlungen hatte. Statt Medikamente wegen ihrer Rückenschmerzen zu nehmen, ließ sie sich lieber mit glühendem Eisen behandeln, was zu tiefen Riemen auf ihrem Rücken führte. Anno 1865 reiste Marie wegen der drohenden Erblindung ihres Auges nach Vevey, wo sie Hilfe beim Arzt Henri Dor suchte, der sie jedoch als eingebildete Kranke abstempelte. Zwei Jahre später konsultierte sie Henri Dor erneut, da sie eine Erblindung auf beiden Seiten befürchtete. Als dieser ein Experiment mit einem Prisma durchführte, entlarvte er Marie als Lügnerin. Marie ließ sich daraufhin von einem weiteren Arzt namens Goudet wegen ihres Blasen- und Gebärmutterleidens behandeln. In dieser Zeit lernte Marie in der Pension Beroud in Vevey ein gewisses Fräulein namens Berthet aus Nyon kennen, deren Mitgefühl sie durch ihre echten eingebildeten Leiden sowie ihre religiösen Bekenntnisse gewann. Sie wurden enge Freundinnen, bis ihr Marie ein Gemisch aus Wein und Zuckerwasser zu trinken gab. Als beide auf dem Weg nach Clarens waren, wurde Berthet sehr krank. Ihre Pupillen schienen gelähmt zu sein und ihr Herz fühlte sich schwer wie Blei an. Marie zeigte Mitgefühl und nach einer kurzen Ruhepause in Clarens, kehrten sie nach Vevey zurück. Nachdem sie in die Pension zurückgekehrt waren, gab ihr Marie noch ein Glas ihrer seltsamen Mischung, worauf Berthet in einem Zustand völliger Erschöpfung auf das Sofa fiel. Sie war die ganze Nacht und am nächsten Tag wie im Delirium. Schließlich wurden ihre Angehörigen per Telegramm über ihren Gesundheitszustand informiert, die sie nach Hause holten und ihr dadurch zweifellos das Leben retteten. Erst nach drei Tagen konnte sie ihrem Arzt Dr. Lamibassy aus Nyon erklären, wie sie erkrankt war. Nachdem dieser ihre Aussage gehört und ihr einige Fragen gestellt hatte, nahm dieser an, dass Berthet mit der Belladonna vergiftet worden war. Doch Berthet hielt das ganze für eine Verkettung unglücklicher Umstände, weshalb sie von einer Anzeige gegen Marie absah. Im Oktober 1867 begann Marie eine Ausbildung in der Krankenpflegeschule in Lausanne, die allerdings nach einem zweimonatigen Aufenthalt abbrach, da der Zustand ihrer Augen sie arbeitsunfähig machte. Während ihrer Zeit dort wurde Marie mit der Pflege von Patienten in deren Häusern beauftragt. Eine ihrer Patientinnen war Frau Chabolz, die nachdem Trinken von Maries Tee, sehr krank wurde. Marie rief deren Tochter, die entsetzt über den Zustand ihrer Mutter war. Als Marie deren Töchtern Bonbons schenkte, die Marie als Prinzessinnen bezeichnete, wurden auch diese krank. Zur fraglichen Zeit lebte in Genf eine gewisse Frau Juvet, die ein Privatkrankenhaus für ältere und gebrechliche Personen gegründet hatte. Um sich besser auf ihr Unterfangen vorzubereiten, verbrachte sie einige Tage in der Krankenpflegeschule in Lausanne. Dort machte sie die Bekanntschaft von Marie. Als sie von ihrer Krankenpension erfuhr, bewarb sie sich sofort dort um die Stelle als Krankenschwester. Marie bekam die Stelle. Doch schon bald nach ihrem Antritt verstarben zwei ältere Patientinnen. Schnell verdächtigte Frau Juvet Marie, die schon bald selbst schwer erkrankte und am 17. Januar 1868 das Zeitliche segnete. Kurz darauf verstarb auch deren 11 Jahre alte Tochter Jenny-Julie, nachdem diese von Marie Bonbons erhalten hatte. Im Mai 1868 nahm Marie eine Stelle im Haus des französischen Malers Emile Bourcart an. Sie sollte sich um dessen kränkliche Schwiegermutter kümmern. Doch wenige Tage später litt Bourcarts Schwiegermutter an Brechanfällen und Verwirrtheit, die sich danach weigerte sich von Marie pflegen zu lassen, worauf ihr Bourcart kündigte. Jedoch ließ Marie ein Fläschchen zurück, das angeblich Baldriantropfen enthielt. In Wahrheit war der Inhalt mit Atropin versetzt. Nachdem Marie weg war, besserte sich der Gesundheitszustand von Bourcarts Schwiegermutter sofort. Danach trat sie ein Dienstverhältnis bei dem Witwer Herr Gross an, bei dem auch seine kinderlose Tochter Frau Bouvier lebte. Beide verstarben kurze Zeit später. Marie zog in die Pension Desarzens, wo sie im Juni 1868 die Bekanntschaft von der 24 Jahre alten Marie-Catherine Fritzés machte. Eines Tages erkrankte diese, nachdem sie ein Glas Limonade getrunken hatte, das ihr Marie gegeben hatte. Der herbeigerufene Arzt erkannte die Symptome einer Belladonna-Vergiftung, der sie augenblicklich ins Kantonsspital einliefern ließ. Der Arzt des Spital stellte eine ähnliche Diagnose, der schon früher von Marie gehört hatte, da sie nie ein Haus betreten hatte, ohne dass jemand erkrankt oder zu Tode gekommen war. Er teilte seinen Verdacht dem Generalstaatsanwalt mit, der Marie verhaften ließ. Es folgte eine Durchsuchung von Maries Zimmer bei der 17 Fläschchen mit verschiedenen Inhalten darunter Atropin, Chloroform und Morphium gefunden wurden. Es stellte sich heraus, dass Marie sich im Zeitraum von 1867 bis 1868 in 9 verschiedenen Apotheken diese Fläschchen in Genf, Vevey, Le Locle und La Chaux-de-Fonds beschafft hatte. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurden 6 Leichen exhumiert, die Marie zuvor als Patienten behandelt hatte. In 5 Leichen wurde Atrophin und Morphin festgestellt. Am 23. November 1868 wurde gegen Marie Anklage wegen 6-fachen Giftmordes und 3 Mordversuchen durch Gift erhoben. Marie, die ernsthaft versicherte, ihren Patienten und Freunden nur helfen gewollt zu wollen, wurde zu der Höchststrafe von 20 Jahren Zuchthaus verurteilt. Ihr Urteil führte 1871 dazu, dass die Todesstrafe im Kanton Genf durch den engagierten Politiker Marc Héridiv abgeschafft wurde. Am 4. April 1884 im Alter von 48 Jahren verstarb Marie im Zuchthaus in Genf, die als Schweizer Serienmörderin in die Kriminalgeschichte einging. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Genf, wo Marie bis zu ihrem Tod im Zuchthaus einsaß. 🙂

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