Ketchup, die würzige Sauce aus Tomatenmark, Zucker, Essig, Speisesalz und Gewürzen, ist ein fester Bestandteil in der Alltagsküche, die in fast jedem Haushalt zu finden ist. Das diese Würzsauce sich auch perfekt dazu eignet einen Mord vorzutäuschen, beweist folgender Kriminalfall, der sich 2014 in Deutschland ereignet hat und bundesweit für Schlagzeilen sorgte. Der 44 Jahre alte türkische Lebensmittelhändler Sabri S. aus Leipzig hatte sich mit seinem Berliner Geschäftspartner, dem 41 Jahre alten Hüseyin D., einem Händler mit Gastrobedarf überworfen. Um diesen endgültig loszuwerden, schmiedete Sabri einen teuflischen Plan. Er engagierte den 38 Jahre alten Syrer Yusif S. als Auftragskiller, der im tschechischen Teplice einen Döner-Imbiss betrieb. Für den Mord blätterte er Yusif eine Anzahlung von 12.000 Euro hin, die restlichen 28.000 Euro sollte Yusif nach der Ermordung von Hüseyin erhalten. Als Beweis sollte er ihm ein Foto von dem toten Hüseyin schicken. Yusif stimmte dem Auftragsmord zu. Doch anstatt Hüseyin ums Eck zu bringen, holte er sich diesen mit ins Boot, in dem er ihm die Hälfte der insgesamt 40.000 Euro anbot. Dafür musste Hüseyin nur einwilligen, das Mordopfer zu spielen. Hüseyin stimmte zu und so inszenierten sie ein perfektes Beweisfoto für den Mord. Hüseyin legte sich in einem Kellergang auf den Boden. Anschließend schminkte Yusif Hüseyins Gesicht leichenblass und verspritzte Ketchup auf dessen Schädel, so dass der Anschein erweckt wurde, dass Yusif Sabris verhassten Geschäftspartner Hüseyin per Kopfschuss eliminiert hatte. Nachdem er das Fotos geknipst hatte, bearbeitete Yusif dieses per Photoshop und schickte es als Beweis für den Mord an Sabri. Doch Sabri zahlte einfach nicht, weshalb Hüseyin kalte Füße bekam, da er um seine Leben fürchtete. Er ging schließlich zur Polizei, der er vom Auftragsmord erzählte. Daraufhin wurde Sabri wegen Anstiftung zum Mord verhaftet, der verzweifelt seine Unschuld beteuerte. Doch dies half nichts, denn die Schwurgerichtskammer am Leipziger Landgericht verurteilte Sabri S. wegen Anstiftung zum Mord 2017 zu 3 Jahren und 9 Monaten Gefängnis. Doch dies war nicht das einzige Mal, das Ketchup zum Fingieren eines Mordes genommen wurde. Auch eine Ehefrau aus Bückeburg benutzte Ketchup, um ihren eigenen Mord vorzutäuschen. Der skurrile Fall, der als Ketchup-Mord von Bückeburg in ganz Deutschland für Schlagzeilen sorgte, ereignete sich im Juni 2013. Damals hatte ein Ehepaar einen grotesken Plan ausgeheckt, um den ehemaligen Liebhaber der Ehefrau loszuwerden. Die Ehefrau hatte in einem Internet-Forum einen Bonner Fotografen kennengelernt, mit dem sie eine leidenschaftliche Affäre hatte. Doch als sie diese beendete, terrorisierte sie ihr Ex-Liebhaber mit anzüglichen Fotos per Mail. Damit dieser sie nicht mehr stalkte, inszenierte das Ehepaar, den Mord der Ehefrau, in dem diese sich in eine riesige Blutlache aus Ketchup legte. Diese Fotos schickte der Ehemann ihrem Ex-Geliebten, der daraufhin die Polizei alarmierte. Als diese jedoch bei der Ehefrau in Bückeburg eintraf, war diese jedoch quicklebendig. Der Fotograf war zutiefst erschüttert, der nun eine ganz andere Version als seine Ex-Geliebte auftischte. Denn nach ihm hatte er seiner Ehefrau zuerst die außereheliche Affäre gebeichtet, die er beendet hatte. Doch dies wollte seine Ex-Geliebte nicht akzeptieren. Als der Fotograf aus Bonn mit ihrem Ehemann über sein Verhältnis zu seiner Ehefrau sprach, mit dem er sich zwischenzeitlich im Zuge der Affäre angefreundet hatte, tickte dieser aus. Als Retourkutsche hatten diese den Ketchup-Mord inszeniert, um ihn als Stalker hinzustellen. Welche Version auch immer stimmen mag, wissen wohl nur die beteiligten Personen selbst. Strafrechtliche Konsequenzen hatte der inszenierte Mord nicht, da die Staatsanwaltschaft das Verfahren mangels hinreichendem Tatverdachts eingestellt hat. Abschließend lässt sich sagen, dass sich Ketchup nicht nur als Würzsauce, sondern auch als Blutersatz bewährt hat. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos aus Leipzig, wo einst Sabri S. wegen Anstiftung zum Mord verurteilt worden war. 🙂