Ein schrecklicher Dreifachmord ereignete sich im Januar 2020 am berühmten Starnberger See. An diesem idyllischen Fleckchen Erde lebte in einem Einfamilienhaus die Familie P., deren Tochter am 11. Januar die Leichen ihres 64 Jahre alten Vaters, einem Beleuchtungstechniker, ihrer 59 Jahre alten Mutter, einer Psychologin und ihres 21 Jahre alten Bruders Vincent, einem Büchsenmacherlehrling sowie den Familienhund entdeckte. Sofort alarmierte diese die Polizei. Diese ging zunächst von einer entsetzlichen Familientragödie aus. Alles wies daraufhin, dass Vincent P. einen erweiterten Suizid begangen hatte. Dieser hatte zuerst seine Eltern im Schlafzimmer, seinen Vater mit 3 Schüssen und seine Mutter mit 4 Schüssen, dann den Familienhund und zum Schluss sich selbst in seinem eignen Zimmer erschossen. Er hatte in seiner rechten Hand eine der beiden Tatwaffen, mit der er sich augenscheinlich einen Kopfschuss verpasst hatte. Die Schmauchspuren an seinen Händen und das Blut an seiner Socke, das sich als das von seinem Vater herausstellte, stützen diese Theorie. Doch das Motiv blieb ein Rätsel. Warum hatte Vincent P. sich und seine Eltern ermordet. Vincent galt als Waffennarr, der laut Freunden illegal über ein großes Waffenarsenal verfügte. Doch von den Waffen fehlte jede Spur. Die Suche nach den verschwundenen Waffen führte schließlich zu dem 21 Jahre alten Maximilian B., der zusammen mit seinem 18 Jahre alten Mitbewohner Samuel V. eng mit Vincent befreundet war. Das Trio Infernale nannte sich auf Whatsapp „Idioten vom Starnberger See“, die alle drei ihre Passion für Waffen teilten. Als die Polizeibeamten Maximilian aufgrund seines illegalen Waffenbesitzes befragten, gestand dieser völlig überraschend den Dreifachmord. In seiner Wohnung wurden die verschwunden Waffen von Vincent P. gefunden. Maximilian sagte aus, dass er Vincent P. getötet hatte, da dieser einen Amoklauf auf das Einkaufzentrum „Pasing-Arcaden“ in München geplant hatte. Als Komplize nannte er seinen Mitbewohner Samuel, der ihn in der Nacht vom 10. auf den 11. Januar 2020 zum Elternhaus von Vincent gefahren hatte. Nachdem Vincent einen Joint geraucht hatte, hatte er diesen erschossen. Damit die Eltern ihn nicht als Täter identifizierten, erschoss er auch diese. Den Familienhund musste er ebenfalls erschießen, da dieser laut bellte. Er hatte Angst, dass dadurch die Nachbarn wach werden würden. Anschließend suchte er die Waffen zusammen und schrieb Samuel eine Whatsapp-Nachricht, damit dieser ihn abholen konnte. Auf die Idee eines erweiterten Suizids hatte ihn Samuel gebracht, den Maximilian mit seiner Aussage schwer belastete. Zwar glaubten die Polizeibeamten, dass Vincent P. tatsächlich einen Amoklauf geplant hatte, doch es ging nicht darum, diesen aufzuhalten, sondern vielmehr musste dieser wegen seiner Waffen sterben. Denn sowohl Maximilian, als auch Samuel waren chronisch pleite. Diese versprachen sich vom Verkauf der Waffen einen Erlös in Höhe von 400.000 bis 600.000 Euro. Mit dem Geld wollten sie sich teure Klamotten und Technik kaufen. Sie träumten echte Gangster zu sein, denen die Welt zu Füßen liegt. Doch ihre Rechnung ging nicht auf. Denn die Waffen ließen sich nicht wie erwartet verkaufen, weshalb das Duo kurzerhand einen Supermarkt überfiel. Es kam zu einem spektakulären Prozess am Landgericht München II, in dem der Haupttäter Maximilian nach dem Jugendstrafrecht zu 13 Jahren Haft und sein Komplize Samuel, der Maximilian unter „Großen Bruder“ in seinem Handy gespeichert hatte, zu 8 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt wurde. Damit war die Gangsterlaufbahn der beiden zumindest vorerst beendet. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von der bayrischen Landeshauptstadt München, wo beide „Möchtegerngangster“ ihre gerechte Strafe erhielten. 🙂