Ein echtes Münchner Original, das bis heute weltweit verehrt wird, ist der legendäre König Ludwig II., der als Märchenkönig in die Geschichte einging. Dieser erblickte am 25. August 1845 als Sohn von Maximilian II. von Bayern und Marie von Preußen auf dem Münchner Schloss Nymphenburg das Licht der Welt. Zur Begrüßung des neugeborenen Prinzen wurden 101 Kanonenschüsse in den Himmel abgefeuert. Der Prinz wurde streng erzogen, der bereits mit 18 Jahren, nachdem sein Vater gestorben war, König von Bayern wurde. Der junge gutaussehende, strenggläubige Prinz hatte zu diesem Zeitpunkt keinerlei Lebens- und Politikerfahrung. Doch aufgrund seiner Erscheinung und seiner Großzügigkeit gegenüber dem Volk, verehrten ihn die Bürger. Der stattliche 1,93 Meter große Prinz mit seiner schwarzen Mähne und den stahlblauen Augen war ein begehrter Junggeselle, der sich zwar am 22. Januar 1867 mit Sophie Charlotte von Bayern verlobte, aber nie heiratete. In seinen Briefen an seine Verlobte nannte er diese Elsa, die er mit Heinrich, dem Kaiser aus der Lohengrin-Sage unterschrieb. König Ludwig II., auch der „Kini“ genannt, war ein Liebhaber der Kunst, Kultur und der Oper, weshalb er 1864 Richard Wagner nach München holte. Durch die Uraufführungen von „Tristan und Isolde“ oder „Die Meistersinger von Nürnberg“ avancierte die bayerische Metropole bald zu der Musikstadt Europas. Neben seiner Liebe zur Oper, liebte er die Architektur, weshalb er mit Schloss Neuschwanstein, dem Schloss Herrenchiemsee und dem Schloss Linderhof, Schlösser der Superlative bauen ließ, die eine krasse Gegenwelt darstellten. Die Schlösser galten als revolutionär, das sie mit den modernsten Techniken seiner Zeit versehen wurden. Diese hatten nicht nur einen Speiseaufzug, der das Essen von der Küche in den königlichen Speisesaal transportierte, sondern es gab auch eine automatische Toilettenspülung. Das Schloss Neuschwanstein besaß sogar ein ausgeklügeltes Heizsystem. König Ludwig galt als scheuer Träumer, der ein wahrer Visionär war. Ab 1871 zog er sich immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück, der selbst über sich sagte: „Ein ewig Rätsel will ich bleiben, mir und allen anderen.“ Ab 1875 lebte er nachts und schlief tagsüber. Immer mehr identifizierte er sich als Parzival, der Sagengestalt, die durch ihre Reinheit und ihren Glauben zum Gralskönig und zum Erlöser ihres sündenbeladenen Vorgängers wird. Doch als 1885 die ausländischen Banken mit Pfändung drohten und der Schuldenberg immens hoch war, ließ die Regierung ein Gutachten erstellen, in dem der König von dem Obermedizinalrat Dr. Bernhard von Gudden, dessen Schwiegersohn Hubert von Grashey und Friedrich Wilhelm Hagen für geisteskrank erklärt wurde. König Ludwig II. wurde entmündigt und als König abgesetzt. An seine Stelle trat sein Onkel Luitpold, der neuer König von Bayern wurde. König Ludwig II. wurde unverzüglich nach Schloss Berg am Starnberger See gebracht, wo er interniert wurde. Einen Tag nachdem er dorthin gebracht worden war, wurde er am 13. Juni 1886 gemeinsam mit Dr. Bernhard von Gudden ertrunken im Starnberger See gefunden. Offiziell hieß es, dass König Ludwig II. Suizid begehen wollte. Als ihn Dr. Bernhard von Gudden davon abhalten wollte, ertrank dieser beim Rettungsversuch des Königs. Am 19. Juni 1886 wurde König Ludwig II. in der Fürstengruft in der Michaelskirche beigesetzt. Sein Herz wurde am 16. August 1886 separat in die Gnadenkapelle von Altöltting übertragen. Ob der Tod von König Ludwig II. an jenem Junitag Selbstmord, Mord oder gar ein tragischer Unfall war, wird wohl wie der König für immer ein Rätsel bleiben. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos vom Schloss Nymphenburg, dem Geburtsort von König Ludwig II., dem bis heute unvergessenen Märchenkönig, der mit seinen Schlössern unsterblich gemacht hat. 🙂

















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