Ein Serienmörder, der laut Gerüchten Wurstkonserven mit Menschenfleisch auf dem Schlesischen Bahnhof in Berlin verkaufte, war der Hausierer Carl Großmann. Dieser skrupellose Serienkiller, der angeblich 23 Frauen eiskalt auf seiner Holzbank abschlachtete, wurde am 13. Dezember 1863 in Neuruppin geboren. Großmanns Kindheit war geprägt von seinem alkoholabhängigen und gewaltigen Vater, dem Lumpensammler Carl Friedrich Großmann. Schon nach der 3. Klasse verließ Großmann die Schule, der 1876 eine Ausbildung in der Fleischerei Ferdinand Kliefoth anfing. Dort wurde er 1879 entlassen, da er sich der Ehefrau des Fleischers Kliefoth sexuell genähert hatte. Großmann zog nach Berlin, wo er von 1880 bis 1895 in der Fleischerei Naujocks arbeitete, bis er beschloss als Hausierer, Bettler und Kleinkrimineller Süddeutschland unsicher zu machen. Großmann verübte diverse Straftaten. Nachdem er brutal ein 4 Jahre altes Mädchen vergewaltigt hatte, wanderte er ins Zuchthaus. Nach seiner Entlassung war dieser jedoch nicht geläutert, der nicht nur Sodomie mit einer Ziege betrieb, sondern erneut ein 4 Jahre und ein 10 Jahre altes Mädchen sexuell missbrauchte. Dafür wurde er am 4. Oktober 1899 in Bayreuth wegen Sittlichkeitsverbrechen zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt, wo er unter seinen Mitinsassen gefürchtet war, da er diese regelmäßig verprügelte. Großmann lebte nach dem Verbüßen seiner Strafe ab 1913 in der Langen Straße 88 in einer Wohnung im dritten Stock in der Gegend des Schlesischen Bahnhofs. In dieser Gegend in Berlin herrschte ständig Mord und Totschlag, weshalb sie auch als „Chicago Berlins“ bezeichnet wurde. Ab 1918 tauchten dort im Tümpel Engelbecken, der kaum noch von Schiffen befahren wurde, immer wieder Leichenteile von Frauen auf. Ein Serienmörder trieb dort sein Unwesen. Zu jener Zeit war der 57 Jahre alte Carl Friedrich Großmann Stammgast auf dem 50. Polizeirevier in der Kleinen Andreastraße, das unweit von seiner Wohnung entfernt lag. Dort erstattete er regelmäßig Anzeige, da er behauptete, dass er immer wieder von seiner Wirtschafterin bestohlen worden war, die dann urplötzlich spurlos verschwand. Insgesamt erstattete Großmann 40 bis 50 Anzeigen, die keiner der Polizisten auf dem Revier für voll nahm. Großmann, der früher als Schlachter gearbeitet hatte, betrieb am Schlesischen Bahnhof einen Wurststand, wo er seine Fleischkonserven veräußerte, die vermutlich einen makabren Inhalt hatten. Einen Tag nachdem Großmann mal wieder Anzeige wegen seiner diebischen Wirtschafterin gestellt hatte, kam sein Nachbar Robert Iglitzki am 21. August 1921 völlig aufgelöst gegen 21.30 Uhr auf das 50. Polizeirevier. Er hatte aus Großmanns Wohnung Hilferufe einer Frau vernommen. Sofort fuhr die Polizei dorthin, die an Großmanns Tür hämmerte. Doch dieser weigerte sich die Tür auf zu machen, weshalb die Polizisten die Tür eintraten. Großmann schwankte ihnen mit einer Tasse in der Hand entgegen. Später stellte sich heraus, dass sich darin eine halb aufgelöste Kapsel mit Zyankali befunden hatte. Großmann wollte sich damit das Leben nehmen. Auf Großmanns Bett entdeckten die Polizisten eine nackte, gefesselte aus dem Unterleib blutende Frau, die bereits tot war. Großmann gab an, dass er diese für Fesselsex bezahlt hatte. Tatsächlich steckten 300 Mark in einer Socke der Frau, die aber blutverschmiert war. Somit war klar, dass Großmann diese dort platziert hatte. Bei der Hausdurchsuchung fanden die Polizisten im Ofen der Küche zwei abgehackte Frauenhände, Frauenkleider und blutige Säcke. Die blutverschmierte Holzbank hatte Großmann offensichtlich als Schlachtbank genutzt. Er hatte dort die Frauen zerstückelt und Leichenteile im Engelbecken und im Luisenstädtischenkanal entsorgt, die immer mal wieder zum Vorschein kamen. Ebenfalls wurde auf dem Grundstück einer Laube bei Alt-Landsberg, die einst Großmann gehört hatte, weitere Gegenstände gefunden, die zu den gefundenen Leichen zugeordnet werden konnten. Großmann wurde in Untersuchungshaft gesteckt. Das Verhör führte der Kriminalrat Ernst Gennat, der Leiter des Morddezernates höchstpersönlich. Großmann gestand lediglich 3 Frauenmorde. Großmanns Jagdrevier war der Schlesische Bahnhof, wo er Frauen ansprach, die aus der tiefsten Provinz kamen. Er bot ihnen eine Stelle als Wirtschafterin an und lockte sie mit der Aussicht auf ein Glas Milch und eine Schmalzstulle in seine Wohnung, wo er sich an diesen sexuell verging und dann tötete. Danach soll er diese in seinen Fleischkonserven verarbeitet haben. Großmann bekam als Verteidiger den Staranwalt Dr. Dr. Erich Frey zur Seite gestellt. Doch die zahlreichen Frauen, die Großmann überlebt hatten, reichten zu einer Verurteilung aus. Zudem hatte er 3 Morde gestanden. Damit war ihm die Todesstrafe sicher. Obwohl die Polizei Beweise hatte, dass Großmann mindestens 23 Frauen auf dem Gewissen hatte, wurden diese aufgrund des bevorstehenden Urteils der Todesstrafe nicht weiter verfolgt. Doch Großmann entging der Todesstrafe, da er sich noch vor seiner Verurteilung in seiner Zelle am 5. Juli 1922 erhängte. Damit starb einer der schrecklichsten Serienmörder der Weimarer Republik. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von München, der größten Stadt Süddeutschlands, wo einst Carl Großmann sein Unwesen getrieben hatte. 🙂