Die Geschichte des Wurzel-Sepp: Ein Münchner Urgestein

Isabella Müller München @isabella_muenchen

Jahrzehntelang war der Wurzel-Sepp, wie man ihn liebevoll nannte, eine feste Institution auf dem Oktoberfest, diesem alljährlichen Spektakel, das Besucher aus aller Welt nach München zieht. Sein kleiner Stand war legendär und befand sich stets an derselben Stelle, direkt gegenüber vom großen Festzelt Schottenhammel. Jeder, der die Wiesn besuchte, kam früher oder später bei ihm vorbei, sei es wegen des Schnapses oder einfach nur, um ein paar Worte mit dem bärtigen Mann zu wechseln, der immer seine Lederhose und Gebirgsjoppen trug. Der Wurzel-Sepp war ein derbknochiger Alter mit einem Charakterkopf, gezeichnet von Jahrzehnten unter freiem Himmel. Sein grüner Filzhut war so groß, dass er ihn sowohl vor Regen als auch vor Sonne schützte. Manchmal sah man ihn bei strömendem Regen mitten in einer Menschentraube stehen, seinen Hut wie ein Regenschirm über sich haltend, während er mit stoischer Ruhe Kräuterschnaps ausschenkte. Seine Spezialität war der Enzian, jener hochprozentige Schnaps aus den Wurzeln des gelben Enzians, den er mit einer unnachahmlichen Expertise und wortkargem Charme servierte. Wer bei ihm einen Schnaps trinken wollte, musste mit einem einzigen Glas vorliebnehmen – einem Glas, das er nie auszuspülen pflegte. Es hieß, diese Praxis verleihe dem Getränk seinen unverwechselbaren Geschmack, da jeder Schluck die Essenz der vorherigen bewahrte. Der Wurzel-Sepp war einer jener Charaktere, die jedem bekannt waren und doch niemand wirklich kannte. Über seinen echten Namen wurde viel spekuliert, aber selbst die ältesten Oktoberfestbesucher konnten keinen verlässlichen Hinweis geben. Er war einfach der Wurzel-Sepp, und das genügte. Es war nicht nur sein Erscheinungsbild und sein Schnaps, die ihn zu einer Legende machten, sondern auch seine Geschichten, die er, wenn auch sparsam, zu erzählen wusste. Diese waren so verwoben mit der Münchner Geschichte und Kultur, dass man sich fragte, ob er sie selbst erlebt hatte oder ob sie ihm überliefert worden waren. Eine der bekanntesten Geschichten betrifft den Bau des Olympiastadions in München. Man sagt, dass der Wurzel-Sepp damals schon seine Kräuterschnäpse auf der Baustelle verkaufte und dabei half, die Arbeiter bei Laune zu halten. Viele behaupteten, dass ohne ihn der Bau nie rechtzeitig fertig geworden wäre, weil seine Schnäpse die Moral der Arbeiter hoch hielten und ihnen die nötige Energie verliehen. Eine andere Anekdote erzählt von einem berühmten Schauspieler, der regelmäßig zum Oktoberfest kam, nur um bei Sepp einen Enzian zu trinken. Dieser Schauspieler soll ihm einmal ein Angebot gemacht haben, das Sepp für einen Film verpflichten sollte. Sepp lehnte ab mit den Worten: „Mein Platz ist hier auf der Wiesn, nicht vor einer Kamera.“ Interessanterweise war der Wurzel-Sepp nicht nur auf dem Oktoberfest aktiv. Abseits der Wiesn, im Alltag Münchens, war er ebenso ein vertrautes Gesicht. Man konnte ihn häufig im Englischen Garten antreffen, wo er unter einem Baum saß und sich mit Passanten unterhielt. Seine Präsenz dort hatte etwas Beruhigendes, und viele Münchner schätzten die kurzen Plaudereien mit ihm. Seine Heimat war allerdings das Oktoberfest. Die Vorbereitungen dazu begannen für ihn schon Monate vorher. Er sorgte dafür, dass genügend Enzian verfügbar war und bereitete sich geistig und körperlich auf die anstrengenden Wiesn-Tage vor. Trotz seines Alters war er stets pünktlich am Stand und bediente seine treuen Kunden mit einem Lächeln und einem kräftigen Händedruck. Zum Wurzel-Sepp gehörte auch sein unverkennbarer Humor. Wer sein Glas in einem Zug leerte, konnte sich sicher sein, dass er dafür einen trockenen Spruch erntete. Doch wer mehrmals zurückkam, dem gewährte er ein anerkennendes Kopfnicken, was bei ihm einem Ritterschlag gleichkam. Eines Tages, so erinnert sich die Münchner Gesellschaft, war sein Stand plötzlich leer. Es war ein Schock für alle, die ihn kannten, und es dauerte nicht lange, bis sich die Nachricht verbreitete: Der Wurzel-Sepp war von uns gegangen. Man spürte sofort eine Leere, die schwer zu füllen war. Ein Wiesn-Original, ein Münchner Kindl ohne Gleichen war nicht mehr unter uns. Zu Ehren des Wurzel-Sepp errichtete man ein kleines Denkmal auf der Wiesn, direkt an seinem alten Standort. Seitdem bleibt dieser Platz unbesetzt, eine stille Erinnerung an einen Mann, der Jahr für Jahr die Herzen der Oktoberfest-Besucher gewann und ein Stück Münchner Tradition lebendig hielt. Seine Legende lebt weiter in den Geschichten, die man sich auf der Wiesn erzählt, und in den Erinnerungen all jener, die ihn persönlich kannten. Sicherlich wird es noch lange dauern, vielleicht sogar Generationen, bevor jemand die Rolle des Wurzel-Sepp auch nur annähernd übernehmen kann. Solche Originale sind selten, und ihre Unverwechselbarkeit ist es, die sie unsterblich macht. In liebevollem Gedenken an den Wurzel-Sepp, das Wiesn-Original, dessen Geist weiterlebt in jedem Glas Enzian, das auf dem Oktoberfest getrunken wird und in jedem Lächeln, das beim Erzählen seiner Geschichten aufblüht. Die Wiesn wird niemals wieder ganz die gleiche sein, aber der Wurzel-Sepp bleibt unvergessen. Mögen die kommenden Generationen sich seiner erinnern und die Traditionen weiterführen, die er mit so viel Leidenschaft und Hingabe pflegte. Ein Hoch auf den Wurzel-Sepp! In diesem Sinne viel Freude mit meinen Fotos von München. 🙂


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Herzlich Willkommen auf meiner Reise durch Kreativität und Entdeckung! Mein Name ist Isabella Mueller, und ich lade euch ein, die faszinierenden kreativen Universen zu erkunden, die ich durch meine Blogs erschaffe. Seit 2020 widme ich meine Leidenschaft dem Erzählen fesselnder Geschichten, die mysteriös, historisch und emotional sind. Es ist mein Ziel, nicht nur zu unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anzuregen und den Entdeckergeist in jedem von uns zu wecken. Auf isabellas.blog kombiniert sich die Spannung von Kriminalgeschichten mit aufregenden Reisetipps. Stellt euch vor, ihr wandert durch malerische Straßen einer neuen Stadt und ergründet dabei dunkle Geheimnisse, die in den Schatten ihrer Geschichte verborgen liegen. Jedes Stück auf meinem Blog ist so konzipiert, dass es das Herz eines jeden Krimi-Fans höherschlagen lässt und gleichzeitig die Neugier auf unbekannte Orte weckt. Hier seid ihr eingeladen, den Nervenkitzel des Unbekannten und die Schönheit unserer Welt zu erleben – eine perfekte Kombination für alle Abenteuerlustigen! In meinem zweiten Blog, akteq.com, dreht sich alles um wahre, ungelöste Kriminalgeschichten. Unter dem Motto „akteQ: Cold Case Stories“ enthülle ich die unheimlichen und oft tragischen Geschichten hinter ungelösten Fällen. Gemeinsam können wir die Rätsel der Vergangenheit erforschen und tief in die menschliche Psyche eintauchen. Was geschah wirklich? Wer waren die Menschen hinter diesen mysteriösen Ereignissen? In diesem Blog lade ich euch ein, Fragen zu stellen und die Antworten zu finden, die oft im Dunkeln liegen. Ein weiteres spannendes Kapitel meiner Bloggerlaufbahn findet ihr auf thecastles.org. Hier beginne ich eine zauberhafte Reise durch die Geschichte der Burgen und Schlösser. Haltet inne, während ihr die Geschichten entdeckt, die in den Mauern dieser alten Gemäuer verborgen sind. „Explore the enchantment, discover the history – your journey begins at thecastles.org!“ Diese Worte sind mehr als nur ein Slogan; sie sind eine Einladung an alle, die Geschichte und Magie miteinander verbinden möchten. Lasst euch von den beeindruckenden Erzählungen und der Faszination vergangener Epochen inspirieren! Aber das ist noch lange nicht alles! Auf kripo.org erwartet euch ein umfassendes Onlinemagazin für echte Kriminalfälle. Taucht ein in die Welt des Verbrechens, erfahrt von den realen Geschichten hinter den Schlagzeilen und den Menschen, die sich mit der Aufklärung beschäftigen. Mit criminal.energy entführe ich euch in die packenden Erzählungen wahrer Verbrechen, in denen Bösewichte gejagt, gefasst und verurteilt werden. Die Suche nach Gerechtigkeit und die Konfrontation mit dem Unbekannten stehen im Mittelpunkt. Mit TrueCrime Blog 187.news geht’s in die Abgründe des Verbrechens. Und für all jene, die die Welt bereisen wollen, bietet wanderlust.plus die Möglichkeit, die Welt, ein Abenteuer nach dem anderen, zu erkunden. Hier geht es um die Liebe zur Erkundung und die Freude, neue Kulturen und Landschaften zu entdecken. Schließlich lädt truecrime.ch dazu ein, die dunklen Seiten der Schweiz und Europas zu entdecken: wahre Verbrechen, wahre Geschichten. Lasst uns gemeinsam die Geschichten entdecken, die die Welt um uns herum prägen. Ich freue mich darauf, euch auf dieser aufregenden Reise zu begleiten und hoffe, dass ihr viele unvergessliche Momente mit mir teilen werdet!