Das Kindergarten-Massaker

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Am 23. Januar 2009 ereignete sich in dem kleinen flämischen Dorf Sint-Gillis-bij-Dendermonde in Belgien eine schreckliche Tragödie, die die gesamte Nation erschütterte. Der Angriff auf die Kindertagesstätte Fabeltjesland um 10:00 Uhr hinterließ drei Tote und verletzte zwölf weitere Personen schwer. Der Täter war der erst 20 Jahre alte Belgier Kim de Gelder aus Sinaai. Dieser betrat die Kindertagesstätte Fabeltjesland durch eine unverschlossene Seitentür. Er behauptete, eine Frage stellen zu wollen, und als er im Inneren war, begann er ohne Vorwarnung, kleine Kinder mit einem Messer anzugreifen. Dieser surrealen Szene näherte er sich mit einer bemerkenswerten äußerlichen Erscheinung: er trug schwarz-weiße Schminke im Gesicht, und sein Haar war knallrot gefärbt. Zu dem Zeitpunkt des Angriffs befanden sich insgesamt 18 Kleinkinder unter drei Jahren sowie sechs Erwachsene im Kindergarten. Zwei Babys und eine Erwachsene verloren ihr Leben, während sechs Kinder ernsthafte Verletzungen erlitten und andere vier leichte Verletzungen hatten. Neun Kinder konnten ohne Blessuren entkommen. Nach dem Übergriff verließ De Gelder den blutüberströmten Tatort mit seinem Fahrrad. Kim de Gelder hatte nicht nur den 8 Monate alten Leon-Garcia-Mannaert sowie den 9 Monaten alten Corneel Vermeir getötet, sondern auch die 54 Jahre alte Betreuerin Marita Blindeman. Einige der überlebenden Kinder benötigten aufgrund gravierender Verstümmelungen plastische Operationen. Nach dem Angriff wurde eine umfassende Fahndung eingeleitet, und nur kurze Zeit später konnte De Gelder in der nahegelegenen Stadt Lebbeke von einem Polizisten gefasst werden. Bei seiner Festnahme war er verletzt und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. In seinen Taschen fand die Polizei eine Liste mit weiteren Kindergärten, die ihn möglicherweise bei zukünftigen Angriffen interessiert hatten sowie ein Messerset, eine Axt und eine Spielzeugpistole. Diese Entdeckung ließ die Behörden und die Öffentlichkeit in Alarmbereitschaft versetzen. Kim de Gelder hatte offensichtlich geplant gehabt, weitere Kindertagesstätten auszusuchen, um dort ebenfalls ein Blutbad anzurichten. Kim de Gelder, der weder unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stand, wurde noch am selben Abend verhört. Doch Kim de Gelder, der nicht nur merkwürdig wirkte und seine Vernehmer verspottete, weigerte sich etwas zum Massaker zu sagen. Darüber hinaus bewegte er sich nicht und aß und trank auch nichts. Kim de Gelder hatte außerdem mehrere Identitäten angegeben und schien in seiner Verwirrung gefangen zu sein. Am 25. Januar 2009 wurde Kim de Gelder offiziell als Täter identifiziert. In Gesprächen mit seinem Anwalt gestand er, als Teenager an Depressionen gelitten und Stimmen gehört zu haben. Dennoch waren Fachleute zu dem Schluss gekommen, dass er nicht in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen werden müsse. Ein paar Tage nach dem Angriff stellte sich heraus, dass De Gelder auch verdächtigt wurde, die 72-jährige Elza van Raemdonck in ihrem Haus in Vrasene erstochen zu haben, was möglicherweise auf eine viel größere Planung hindeutete. Am 27. Januar 2009 gab De Gelder schließlich zu, die Angriffe verübt zu haben. Die Verteidigung von De Gelder argumentierte, dass er an Schizophrenie leide und daher nicht vollständig verantwortlich gemacht werden könne. Psychiatrische Gutachter kamen jedoch zu dem Schluss, dass De Gelder seine psychotischen Symptome vortäuschte und tatsächlich an einer schizotypischen Persönlichkeitsstörung litt, kombiniert mit psychopathischen und narzisstischen Zügen. Letztendlich entschied der Rat der Psychiater, dass De Gelder bei klarem Verstand war und die Kontrolle über seine Handlungen hatte. Am 22. März 2013 erklärte eine Jury am Genter Schwurgericht Kim de Gelder für voll verantwortlich und befand ihn in vier Fällen des Mordes und 25 Mordversuchen für schuldig. Am darauffolgenden Tag wurde ihm lebenslange Haft auferlegt, was das Ende eines langen und qualvollen Kapitels für die Angehörigen der Opfer bedeutete. In Gedenken an die Opfer fand am 25. Januar 2009 ein Trauermarsch mit etwa 6.000 Teilnehmern statt, wobei hunderte von Blumen und Stofftieren vor dem Fabeltjesland niedergelegt wurden. Der Kindergarten sollte nach dem Massaker niemals wieder geöffnet werden. Der italienische Sänger Luciano Ligabue widmete den Opfern das Lied „Quando mi vieni a prendere?, das 2010 auf seinem Album „Arrivederci, mostro!“ veröffentlicht wurde. Kim de Gelder wurde aufgrund seiner psychischen Verfassung 2022 in das Forensische Psychiatrische Zentrum in Antwerpen verlegt. Das Massaker in der Kindertagesstätte bleibt in den Köpfen und Herzen der Menschen lebendig und erinnert uns an die Zerbrechlichkeit des Lebens und die dunklen Schatten, die manchmal über unser tägliches Leben ziehen können. Der Verlust von so vielen unschuldigen Leben an einem Ort, der für Schutz und Freude stehen sollte, ist ein schreckliches Beispiel für das, was in unserer Gesellschaft schiefgehen kann. Obwohl die Gerechtigkeit in Form von lebenslanger Haft für den Täter gewährt wurde, bleibt die Frage, wie wir solche Tragödien in der Zukunft verhindern können und wie wichtig es ist, über psychische Gesundheit und frühzeitige Intervention zu sprechen. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos der belgischen Stadt Antwerpen. 🙂


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Herzlich Willkommen auf meiner Reise durch Kreativität und Entdeckung! Mein Name ist Isabella Mueller, und ich lade euch ein, die faszinierenden kreativen Universen zu erkunden, die ich durch meine Blogs erschaffe. Seit 2020 widme ich meine Leidenschaft dem Erzählen fesselnder Geschichten, die mysteriös, historisch und emotional sind. Es ist mein Ziel, nicht nur zu unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anzuregen und den Entdeckergeist in jedem von uns zu wecken. Auf isabellas.blog kombiniert sich die Spannung von Kriminalgeschichten mit aufregenden Reisetipps. Stellt euch vor, ihr wandert durch malerische Straßen einer neuen Stadt und ergründet dabei dunkle Geheimnisse, die in den Schatten ihrer Geschichte verborgen liegen. Jedes Stück auf meinem Blog ist so konzipiert, dass es das Herz eines jeden Krimi-Fans höherschlagen lässt und gleichzeitig die Neugier auf unbekannte Orte weckt. Hier seid ihr eingeladen, den Nervenkitzel des Unbekannten und die Schönheit unserer Welt zu erleben – eine perfekte Kombination für alle Abenteuerlustigen! In meinem zweiten Blog, akteq.com, dreht sich alles um wahre, ungelöste Kriminalgeschichten. Unter dem Motto „akteQ: Cold Case Stories“ enthülle ich die unheimlichen und oft tragischen Geschichten hinter ungelösten Fällen. Gemeinsam können wir die Rätsel der Vergangenheit erforschen und tief in die menschliche Psyche eintauchen. Was geschah wirklich? Wer waren die Menschen hinter diesen mysteriösen Ereignissen? In diesem Blog lade ich euch ein, Fragen zu stellen und die Antworten zu finden, die oft im Dunkeln liegen. Ein weiteres spannendes Kapitel meiner Bloggerlaufbahn findet ihr auf thecastles.org. Hier beginne ich eine zauberhafte Reise durch die Geschichte der Burgen und Schlösser. Haltet inne, während ihr die Geschichten entdeckt, die in den Mauern dieser alten Gemäuer verborgen sind. „Explore the enchantment, discover the history – your journey begins at thecastles.org!“ Diese Worte sind mehr als nur ein Slogan; sie sind eine Einladung an alle, die Geschichte und Magie miteinander verbinden möchten. Lasst euch von den beeindruckenden Erzählungen und der Faszination vergangener Epochen inspirieren! Aber das ist noch lange nicht alles! Auf kripo.org erwartet euch ein umfassendes Onlinemagazin für echte Kriminalfälle. Taucht ein in die Welt des Verbrechens, erfahrt von den realen Geschichten hinter den Schlagzeilen und den Menschen, die sich mit der Aufklärung beschäftigen. Mit criminal.energy entführe ich euch in die packenden Erzählungen wahrer Verbrechen, in denen Bösewichte gejagt, gefasst und verurteilt werden. Die Suche nach Gerechtigkeit und die Konfrontation mit dem Unbekannten stehen im Mittelpunkt. Mit TrueCrime Blog 187.news geht’s in die Abgründe des Verbrechens. Und für all jene, die die Welt bereisen wollen, bietet wanderlust.plus die Möglichkeit, die Welt, ein Abenteuer nach dem anderen, zu erkunden. Hier geht es um die Liebe zur Erkundung und die Freude, neue Kulturen und Landschaften zu entdecken. Schließlich lädt truecrime.ch dazu ein, die dunklen Seiten der Schweiz und Europas zu entdecken: wahre Verbrechen, wahre Geschichten. Lasst uns gemeinsam die Geschichten entdecken, die die Welt um uns herum prägen. Ich freue mich darauf, euch auf dieser aufregenden Reise zu begleiten und hoffe, dass ihr viele unvergessliche Momente mit mir teilen werdet!