Ein abgekartetes Mordkomplott ereignete sich im Dezember 1724 in der schwedischen Stadt Borås, dessen Geschichte bis heute wie ein Schatten über der Stadt liegt. Die Drahtzieherin des Mordkomplotts war Maria Romberg, eine Frau von bemerkenswerter Schönheit, die gemeinsam mit drei Komplizen ihren Ehemann ums Eck brachte, was letztlich zu deren Hinrichtung führte. Auslöser war Marias unglückliche Ehe. Maria wurde 1716 im zarten Alter von 19 Jahren zu einer arrangierten Ehe mit Anders Broberg, einem Händler, der 27 Jahre älter war als sie, gezwungen. Es lässt sich kaum erahnen, welche Tragödie dieser Bund für Maria bedeutete. Berichten zufolge war Broberg ein brutaler Alkoholiker und misshandelte seine junge Frau. In diesem tristen Gefängnis fand Maria Trost bei ihrem Jugendfreund Haqvin Wijndruf, der aus einer der wohlhabendsten Familien der Stadt stammte. Aus der Freundschaft entwickelte sich eine leidenschaftliche Affäre. Ihre Liebe blieb in den Geheimgängen Borås nicht lange verborgen, da zahlreiche vertrauliche Botschaften und Liebesbriefe zwischen den beiden Liebenden hin- und hergeschickt wurden, was etliche Getreue und Untergebene in den Strudel ihrer geheimen Liaison hinein zog. Nach mehreren gescheiterten Versuchen, ihren Ehemann zu vergiften, und nachdem sie sich zunehmend in eine ausweglose Situation gedrängt fühlten, holte Maria eine ungewöhnliche Verbündete ins Boot. Diese war die Hexe Romans Ingeborg, die in der Vergangenheit schon öfters als Auftragskillerin angeheuert worden war. Diese sollte Marias tyrannischen Ehemann umbringen. Doch der Versuch diesen zu erwürgen scheiterte kläglich. Um Marias Ehemann zu töten, holten sie 1724 die Magd Karin Andersdotter mit ins Boot, die auf Marias Ehemann einen Hass entwickelt hatte, da er sie misshandelte. Zusammen mit der Magd Karin Andersdotter schmiedeten die Frauen und Marias Liebhaber Haqvin einen teuflischen Plan. Die Kombination aus romantischer Verzweiflung und dem Drang nach Freiheit lieferte den Treibstoff für einen Mord, der die Stadt in Schrecken versetzen sollte. In der Nacht zum 28. Dezember 1724, nach einem weiteren Unterricht von zwei Vikaren, die Maria ermahnten ihre Liebschaft mit Haqvin zu beenden, wurde der Plan in die Tat umgesetzt. Als Broberg friedlich schlief, schlichen die drei Frauen sich in sein Schlafzimmer. Was dann geschah, war brutal und kaltblütig. Ingeborg schlug mehrfach auf den schlafenden Mann ein, bis sein Leben erlosch. Um den Mord zu verschleiern, platzierten sie den Körper so, dass es aussah, als wäre er gestürzt und hätte sich am Kopf verletzt. Dieses grausame Verbrechen blieb jedoch nicht unentdeckt. Unvorsichtige Handlungen und die Fragilität ihrer Geheimnisse führten bald dazu, dass die Wahrheit ans Licht kam. Jeder der Komplizen hatte seine Zunge nicht im Zaum halten können, und als die Ermittler an ihre Tür klopften, brach das Kartenhaus unter dem Druck der Wahrheit zusammen. Karin war die erste, die gestand. Das Flüstern der Schuld in ihrem Herzen ließ sie das Unmögliche tun. Sie gab alles preis. Als Maria dies hörte, dachte sie, es sei besser zu gestehen, als im Dunkeln zu verharren. Sie riet sogar ihrem Liebhaber Haqvin, das Gleiche zu tun. Doch der wollte nicht aufgeben und stritt alles ab. Schließlich, als er dazu gezwungen wurde, bröckelten auch seine Mauern der Lüge. Die anschließenden Gerichtsverhandlungen waren ein Spektakel, das die Bürger Borås in Scharen anzog. Am 23. Februar 1725 wurden die vier Angeklagten für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Die Hinrichtung fand am 14. April 1725 statt. Die Strafen waren grausam und von unterschiedlichem Charakter. Maria wurde enthauptet und ihr Körper verbrannt. Haqvin konnte sich seines Hauptes nicht erfreuen, denn es wurde ihm abgetrennt und zur Abschreckung an einem Pfahl genagelt. Ingeborg, die Hexe, erlebte ein ähnliches Schicksal, während Karin, die Magd enthauptet und begraben wurde. Das Martyrium dieser vier Personen markierte nicht nur das Ende ihres Lebens, sondern auch das Ende der gesellschaftlichen Dominanz der Familie Wijndruf in Borås. Haqvins Bruder Andreas, der kurz nach der Hinrichtung zum Priester geweiht wurde, entschloss sich, in die Neue Welt zu emigrieren. Die Geschichte von Maria Romberg wird oft als Beispiel dafür angeführt, wie weit Menschen gehen können, wenn sie in die Enge getrieben werden. Ihr Kreislauf von Liebe, Betrug und Gewalt hält eine warnende Botschaft bereit, dass menschliche Emotionen, kombiniert mit Verzweiflung und psychischem Druck, zu tragischen Entscheidungen führen können. Obwohl die Zeiten sich geändert haben, bleibt die Erinnerung an Maria Romberg und ihre Komplizen bestehen. Ihre Geschichte wird nicht nur in den Geschichtsbüchern erzählt, sondern bleibt auch im Gedächtnis jener, die den schmalen Grat zwischen Liebe und Obsession, zwischen Freiheit und Gefangenschaft, zwischen Leben und Tod verstehen. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Schwedens Hauptstadt Stockholm. 🙂























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