In den dunklen Annalen der deutschen Kriminalgeschichte gibt es wohl kaum einen Fall, der die Öffentlichkeit so sehr erschüttert und fasziniert hat wie der des Säurefassmörders Lutz Reinstrom. Seine brutalen Taten, die Zerstückelung seiner Opfer und die schockierenden Details, die im Laufe der Ermittlungen ans Licht kamen, haben sich tief in das kollektive Gedächtnis der Nation eingegraben. Lutz Reinstrom erblickte am 29. März 1948 in dem Erholungsort Saßnitz an der malerischen Ostsee das Licht der Welt. Im Alter von 8 Jahren zog er mit seiner gerade geschiedenen Mutter in die Elbmetropole Hamburg, wo die gelernte Kürschnerin ein Pelzgeschäft eröffnete. Dieses sollte einmal Lutz übernehmen, der darum eine Lehre als Kürschner nach Beendigung der Schule absolvierte. Nach seiner Gesellenprüfung arbeitete Lutz zunächst für verschiedene Kürschner. Einer dieser war der Kürschnermeister Kurt K., mit dem sich Lutz 1772 heftig überwarf. Anno 1975 heiratete Lutz, der 1977 selbst Kürschnermeister wurde. Lutz, der Vater einer Tochter wurde, trat in die Fußstapfen seiner Mutter und übernahm das Pelzgeschäft. Lutz galt als geselliger Sprücheklopfer, der auch Mitglied im Schwimmverein war. Keiner der Lutz kannte, hätte je geahnt, welch tiefe Abgründe sich in diesem Mann auftuen würden. Anno 1983 zu Zeiten des Kalten Krieges errichtete dieser aus Sorge vor einem Atomkrieg auf seinem Grundstück seines Reihenhauses im Dompfaffenweg 35d in Hamburg Rahlstedt einen unterirdischen Bunker. Damals wurden private Atomschutzgebäude öffentlich gefördert. Lutz ließ diesen später mit einem kleinen Zusatzraum angeblich zum Trocknen und Lagern seiner Pelze illegal erweitern. Drei Jahre danach begann seine abscheuliche Mordserie. Am 12. März 1986 entführte Lutz die 61 Jahre alte Ehefrau seines damaligen Lehrherrn, Hildegard K., die er in den Zusatzraum im Bunker sperrte und fesselte. Er hatte ihr Wertsachen im Wert von 40.000 DM entwendet. Eine Woche lang quälte er Hildegard, die er zwang einen Brief an ihre Angehörige zu verfassen, damit diese sie nicht bei der Polizei als vermisst meldeten. Dann tötete er Hildegard. Er zersägte ihre Leiche und warf die Leichenteile in ein mit Säure gefülltes Fass, das er in seinem Garten vergrub. Zwei Jahre nach dem Mord an Hildegard kidnappte er die 31 Jahre alte Industriekauffrau Annegret B., die er aus dem Schwimmverein kannte. Er sperrte sie in den kleinen illegal gebauten Raum im Bunker, wo er sie fesselte, folterte und immer wieder vergewaltigte. Lutz rasierte ihre Haare ab und zwang auch Annegret Briefe an ihre Angehörigen zu schreiben. Annegret hinterließ darin Hinweise auf ihren Entführer, in dem sie bestimmte Anfangsbuchstaben dicker schrieb. Diese ergaben „Hilf“ und „Luz“, was aber erst Jahre später herausgefunden wurde. Annegrets Martyrium dauerte 4 Wochen. Lutz hielt alles per Tonbandaufnahmen und Polaroidkameras fest. Damit er sich immer wieder an ihren Qualen ergötzen konnte. Vor ihrem Tod ließ er diese eine Tonbandaufnahme machen, in der sie sich von Lutz verabschieden musste. Auch ihre Leiche zerstückelte Lutz und steckte ihre Überreste in ein Säurefass, das er in seinem Garten seines Ferienhauses in Basedow bei Lauenburg vergrub. Ein Jahr nach dem Mord an Annegret musste Lutz sein Pelzgeschäft aufgeben, da er kurz vor dem Bankrott stand. Danach strichen zwei Jahre ins Land bis Lutz am 6. September 1991 erneut zuschlug. Diesmal überwältigte er mithilfe eines Elektroschockers die neue Lebensgefährtin Christa S. seines Lehrherrn Kurt K. . Er sperrte auch diese in seinem kleinen Raum im Bunker ein, wo er sie fesselte und ihr stolz die Polaroid-Fotos von Annegret zeigte. Auch Christa musste Briefe an ihre Bekannten verfassen. Diesmal jedoch forderte er aufgrund seiner verheerenden finanziellen Lage Lösegeld in Höhe von 300.000 DM. Doch Christa hatte Glück, da Lutz Ehefrau überraschend aus dem Urlaub zurückgekehrt war. Deshalb ließ er Christa nach 7 Tage Gefangenschaft frei. Er fuhr diese direkt zur Polizeiwache in Hamburg-Langenhorn. Am 17. September wurde Lutz Reinström verhaftet, der am 26. Mai 1992 im Fall Christa S. wegen erpresserischen Menschenraubes zu 3 Jahren Haft verurteilt wurde. Ein recht mildes Urteil, da Lutz bis dato als unbescholtener Bürger galt, der aufgrund seiner Geschäftsaufgabe Rot gesehen hatte. Außerdem glaubte niemand Christa S., obwohl diese von den Folterfotos berichtet hatte. Doch eine Ermittlerin sah Parallelen zu den verschwundenen Frauen, da Lutz beide gekannt hatte. Sie ermittelte auf eigne Faust, bis sie so viele Beweise zu zusammen hatte, dass eine Sonderkommission gegründet wurde. Als diese am 1. Dezember 1992 die Grundstücke von Lutz durchsuchten, stießen sie auf die verbuddelten Fässer. Die Rechtsmediziner untersuchten den Inhalt und stellten menschliche Überreste fest. Darüber hinaus fanden die Ermittler detaillierte Aufzeichnungen, Fotos und Tonbandaufnahmen der Morde. Unter dem Druck der erdrückenden Beweise legte Lutz Reinstrom schließlich ein umfassendes Geständnis ab. Der Prozess gegen Lutz Reinstrom wurde von der Öffentlichkeit mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Lutz Reinstrom wurde nach einem 15 Monate langen Prozess am 22. Mai 1996 wegen Mordes in 2 Fällen zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt. Er wurde durch das Urteil mit den schwersten im deutschen Strafrecht vorgesehenen Sanktionen bestraft. Auch Jahre nach seiner Verurteilung ist der Fall Lutz Reinstrom nicht in Vergessenheit geraten. Seine Taten haben tiefe Spuren in der deutschen Gesellschaft hinterlassen und eine intensive Debatte über die Ursachen von Gewalt gegen Frauen ausgelöst. Zudem haben Kriminologen und Psychologen den Fall eingehend untersucht, um die Psyche eines solchen Serientäters besser zu verstehen. Für viele Menschen in Deutschland bleibt Lutz Reinstrom das Sinnbild eines grausamen, sadistischen Frauenmörders, der die Grenzen des Vorstellbaren überschritten hat. Sein Name wird auf ewig mit einer der dunkelsten Kapitel der deutschen Kriminalgeschichte verbunden sein. Der Fall Lutz Reinstrom ist ein mahnendes Beispiel dafür, wie schnell aus einem Menschen ein skrupelloser Mörder werden kann. Seine Taten haben nicht nur das Leben seiner Opfer auf grausame Weise beendet, sondern auch tiefe Narben bei seinem überlebenden Entführungsopfer und in der Gesellschaft hinterlassen. Zu hoffen bleibt, dass Lutz Reinstrom den Rest seines Lebens hinter schwedischen Gardinen verbringen muss. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Hamburgs schöner Alster. 🙂

















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