Ein filmreifes Liebesdrama, das sich nicht nur in Münchens obersten Adelskreisen abspielte, sondern in einem Mordversuch endete, ereignete sich am 7. November 1970. An jenem Tag verabschiedete die dunkelhaarige 28 Jahre alte Diana Margarethe Angela Gabriele Gräfin zu Eltz an der Gartenpforte der Stammburg der Grafen zu Eltz an der Mosel, die damals auch den 500 Mark-Schein zierte, ihren portugiesischen 30 Jahre alten Liebhaber Rodriguez dos Reis mit einem leidenschaftlichen Kuss. Doch bevor dieser ging, zog die Gräfin einen 35 Zentimeter langen Dolch unter ihrem Poncho hervor, dem sie ihrem heißblütigen Liebhaber eiskalt in den Rücken rammte. Danach chauffierte die Adelsfrau ihren Liebhaber gemeinsam mit einer Freundin in ein Münchner Krankenhaus, wo dem jungen Mann das Leben gerettet wurde. Rodriguez war nicht nur Student, sondern dank der Gräfin auch stolzer Besitzer einer Pizzeria in München-Schwabing. Nach dem die Gräfin Rodriguez ins Krankenhaus gebracht hatte, machte sie sich mit ihrer 3 Jahre alten Tochter aus erster Ehe aus dem Staub. Zunächst flüchtete sie nach Mexiko, bis sie in Buenos Aires untertauchte. Da der Liebhaber der Gräfin den Mordversuch nicht zur Anzeige brachte und die Gräfin die Behandlungskosten übernommen hatte, krähte kein Hahn danach, bis zwei Rechtsanwälte, die von dem Mordversuch gehört hatten, diesen auf einer Nikolaus-Party des Münchner „Stern“ Büros zum Besten gaben. Diesen Klatsch hörte der Staatsanwalt Wendt, der nun der Sache nachging. Er befragte über 100 Krankenhäuser in München und Umgebung nach einem Mann, der mit einem Messer attackiert worden war. Schließlich stieß er auf den Portugiesen, der mit einem Lungen- und Bauchhöhlenstich vor Monaten in eine Münchner Klinik eingeliefert worden war. Doch dieser verweigerte zunächst die Aussage. Erst unter der Androhung von Beugehaft gab dieser klein bei und sagte endlich aus. Aber warum schwieg der junge Mann so eisern, der fast beim Mordversuch seiner Geliebten gestorben wäre? Die Antwort darauf war recht simpel. Die Gräfin hatte ihm zur Eröffnung der Pizzeria 50.000 Mark geliehen. Nachdem Mordversuch hatte diese ihm einen Schenkungsvertrag über die geborgte Summe ausgehändigt. Er musste der Adelsfrau dadurch keine müde Mark zurücklassen. Die Gräfin hatte sich sein Schweigen erkauft. Doch sie hatte nicht mit dem hartnäckigen Staatsanwalt gerechnet. Schließlich wurde im Mai 1951 ein Haftbefehl gegen die geflüchtete Gräfin, die sich nach Buenos Aires an einen unbestimmten Ort abgesetzt hatte, erwirkt. Per Postbeschlagnahmebeschluss und ein über Interpol erstelltes Fahndungsprofil stellte sich letztendlich die Gräfin. Diese wurde nach Deutschland ausgeliefert. Nach fünf Tagen in Untersuchungshaft hinterlegte diese eine Kautionssumme von 300.000 Mark, weshalb sie auf freien Fuß kam. Doch wer war die Frau, die mit Geld alles zu kaufen schien? Die Gräfin stammte aus den allerbesten Adelskreisen, der es an nichts fehlte. Sie genoss eine exzellente schulische Bildung. Hatte zwar zweimal eine Klasse wiederholen müssen, doch sie schaffte das Abitur. Danach studierte sie Forstwirtschaft. Sie schloss das Studium erfolgreich ab und heiratete 1965 einen Juristen. Das Glück wurde durch die Geburt der gemeinsamen Tochter zwei Jahre später gekrönt. Doch ihr Mann ging der Gräfin ständig mit Prostituierten fremd, dem dieser Drang nach Geschlechtsverkehr mit Nutten sogar psychotherapeutisch attestiert wurde. Die Gräfin war enttäuscht, fühlte sich erniedrigt und gedemütigt. In dieser Zeit lernte sie im November 1968 den gutaussehenden Portugiesen auf einer Ausstellung kennen. Dieser machte ihr galant den Hof und die Gräfin verliebte sich in den charmanten Mann, der in Wirklichkeit nur auf ihr Geld aus war und sie wie eine Weihnachtsgans ausnahm. Darüber hinaus hatte er immer wieder Affären mit anderen Frauen. An jenem Novembertag hatte der Portugiese die Beziehung beendet, weshalb die Gräfin voller Wut und Zorn über die enttäuschte Liebe ihm das Messer in den Rücken gestoßen hatte. Sie selbst sagte aus, dass ihr Liebhaber sie gewürgt hatte und sie dann aus Notwehr zum Messer gegriffen hatte, das sie bei sich trug, da sie dieses anschließend in die Pizzeria bringen wollte. Tatsächlich wurde die Gräfin am 17. April 1974 nur wegen versuchten Totschlags zu 3 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt. Was Geld und Einfluss nicht alles bewirken können! Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos der bayrischen Landeshauptstadt München, wo der Fall auf einer Weihnachtsfeier durch Klatsch und Tratsch erst ins Rollen gebracht worden war. 🙂












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