Die Kubushäuser des legendären Architekten Piet Blom in der niederländischen Metropole Rotterdam sind weltbekannt, die als Ikonen der 70er-Jahre -Moderne gelten. Doch die wenigsten wissen, dass Piet Blom bereits 1975 in der idyllischen Stadt Helmond, die eineinhalb Stunden von Amsterdam entfernt ist, 3 Prototypen errichtet hat. Piet Blom, der gemeinsam mit seinem Lehrer Aldo van Eyck und Herman Hertzberger, Vertreter der Architekturströmung Strukturalismus, wählte diese alte Stadt, die schon 1232 in der Provinz Nordbrabant gegründet wurde und die größte Wasserburg der Niederlande besitzt, um sein Pilotprojekt dort zu testen. Er hatte die tollkühne Idee Häuser wie Bäume zu bauen, die aus platzsparenden Gründen auf der Spitze stehen, um so viel Wohnraum auf wenig Fläche zu schaffen. Zunächst entstanden 3 dieser Baumhäuser, die allesamt die Form eines gekippten Würfels mit einer Kantenlänge von 7,5 Metern haben, die auf 3 Seiten sowohl nach oben als auch nach unten zeigen. Nur zwei Jahre später, 1977, wurden weitere 18 dieser Kubushäuser zusammen mit dem Kulturkomplex „T Speelhuis“ errichtet. Doch dieser Kulturkomplex wurde bei einem Brand am 29. Dezember 2011 komplett zerstört, bei dem auch einige Kubushäuser schwer beschädigt wurden. Auch ich kam bei meinem Besuch von Helmond, das von 1870 bis 1930 führend in der Textil- und Metallindustrie war, von denen bis heute die alten Fabrikgebäude zeugen, an den einzigartigen 21 würfelförmigen Pfahlbauten vorbei, die als Vorbild für die 38 Kubushäuser in Rotterdam dienten, mit deren Fotos ich Dir einfach viel Freude wünsche. 🙂