Der geniale Kunstfälscher Han van Meegeren

Isabella Mueller @isabella_muenchen Rotterdam Niederlande

Einer der genialsten Kunstfälscher des 20. Jahrhunderts war der niederländische Maler und Kunsthändler Han van Meegeren, der selbst renommierte Kunstexperten hinters Licht führte und erst bei seinem Coup mit dem Reichsfeldmarschall Hermann Görig als Kunstfälscher aufflog. Denn diesem hatte er über einen Mittelsmann das angebliche Jan Vermeer-Bild „Christus und die Ehebrecherin“ verkauft. Das berühmte Werk galt als nationales Kulturgut der Niederlande, das nicht ins Ausland verkauft werden durfte. Darauf stand die Todesstrafe. Deshalb wurde Han van Meegeren wegen Landesverrats angeklagt, da er während der Besatzung der Niederlande durch die deutschen Truppen dem deutschen Feind, dem Hitler-Vize Hermann Göring, das Werk des legendären Jan Vermeer 1942 veräußert und dafür 1,65 Millionen Gulden in bar erhalten hatte. Van Meegeren behauptete zunächst, das Gemälde aus dem Privatbesitz einer italienischen Familie gekauft zu haben und dieses dann an einen Händler und nicht ins Ausland weiter verkauft zu haben. Schließlich gestand Han van Meegeren am 12. Juni 1947, um der drohenden Todesstrafe zu entgehen, dass er das Bild selbst gemalt hatte. Damit hatte er zwar Betrug begangen, aber keinen Landesverrat. Zunächst wollten ihm der Richter und die Staatsanwaltschaft nicht glauben. Darum malte Han van Meegeren ein weiteres Vermeer-Werk mit dem Titel „Jesus unter den Schriftgelehrten“. Die Fälschung war so perfekt, dass die Anklage gegen Han van Meegeren wegen Landesverrates aufgehoben wurde. Han van Geren, der 1899 in Deventer geboren wurde, musste auf Wunsch seines Vaters Architektur studieren. Kurz vor seinem Examen 1914 brach er dieses Studium ab. Seine Leidenschaft galt der Malerei insbesondere den alten Meistern. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs bestritt er seinen Lebensunterhalt damit wohlhabende Damen an der Cote d´Azur zu porträtieren und beliebte Volksbilder zu malen. Er konnte von seiner Kunst leben, doch die Kritikern nahmen ihn nicht ernst. Da reifte ihn ihm die Idee, berühmte Werke von legendären Künstlern zu fälschen. Damit wollte er sich die Anerkennung von den Kunstkritikern holen. Er studierte die Biographie von Jan Vermeer und entdeckte, dass diese Lücken aufwies. Dies machte er sich zu nutzen und malte neue Werke. Niemand konnte nachprüfen, ob diese Werke wirklich von Vermeer stammten. Han van Meegeren benutzte dabei historische Techniken, Dachshaarpinsel, Kunstharz, alte Leinwände und Rahmen, selbst das berühmte Vermeer-Blau konnte er herstellen. Er entwickelte eine Mixtur aus Ölfarbe und Bakelit, um die Farbe künstlich altern zulassen. Er trocknete die Werke sogar im Backofen, damit diese täuschend echt wirkten. So wurde 1938 im Rotterdamer Museum Boijmanns van Beuningen die Fälschung „Christus und die Jünger in Emmaus“ als Sensationsfund des Malers Jan Vermeer gefeiert, die in Wirklichkeit Han van Meegeren gemalt hatte und dafür 550.000 Gulden erhielt. Dieses Werk gilt als die beste Fälschung von Han van Meegeren, der seit November 1944 in einer prunkvollen Wohnung in Amsterdam lebte und sich mit seinen Fälschungen ein Vermögen von 5,5 bis 7,5 Millionen Gulden verdient hatte. Insgesamt besaß er 52 Häuser in Amsterdam und 15 Landhäuser. Han van Heeren wurde nachdem er die Fälschung gestanden hatte, als Volksheld gefeiert, da er den deutschen Hermann Göring ausgetrickst hatte. Die Hauptverhandlung des Landgerichtes in Amsterdam gegen van Meegeren begann am 29. Oktober 1947 im Zimmer 4 des Justizpalastes an der Prinsengracht. Angeklagt wurde Han van Meegeren vom Staatsanwalt Meester H. A. Wassenbergh wegen Fälschung und Betrug. Dieser forderte zwei Jahre. Meegeren wurde am 12. November 1947 von der vierten Kammer des Amsterdamer Landgerichtes wegen Fälschung und Betrug zur Mindeststrafe von 1 Jahr Gefängnis verurteilt. Am 26. November 1947 erlitt Han van Meegeren einen Herzanfall. Er wurde in die Amsterdamer Valeriusklinik eingeliefert. Einen Monat später bekam er am 29. Dezember 1947 erneut einen Herzanfall. Einen Tag später am 30. Dezember hörte um 19 Uhr sein Herz für immer auf zu schlagen. Seine Urne wurde 1948 auf dem Algemens Degraafplaats im Dorf Diepenveen in der Gemeinde Deventer beigesetzt. Dir wünsche ich viel Freude mit meinen Fotos von Rotterdam, in dessen Museum Bijmanns van Beuningen Han van Meegerens erste Fälschung ausgestellt wurde. 🙂

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