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Das Denkmal am Meer

Die einzige friesische Seehafenstadt der Niederlande ist Harlingen, die direkt an das Weltkulturerbe Wattenmeer angrenzt. Deshalb ist nicht nur das Wasser in Harlingen salzig, sondern die Breite des Strandes hängt von der Ebbe und Flut ab. Trotzdem ist der Strand von Harlingen ein beliebter Hotspot bei Einheimischen und Touristen, der nur wenige Minuten von der Altstadt entfernt liegt. Dort gibt es neben dem treibenden Pier, dem sogenannten Ponton, das 200 Meter lang und 3 Meter breit ist, auch ein besonderes Denkmal. Dieses Denkmal direkt am Meer heißt der „Stenen Man“, auf Friesisch „De Stiennen man“, das sich auf dem Westerzeedjik befindet, der eine perfekte Verbindung zwischen Harlingen und dem Wattenmeer bildet. Der Name leitet sich davon ab, dass sich oben auf der Säule zwei Männerköpfe befinden. So schaut der eine nach Süden und der andere richtet seinen Blick nach Norden, um den Deich im Auge zu behalten. Das Denkmal erinnert an folgendes Ereignis. Anno 1570 kam es zu einer der verheerendsten Überschwemmungen in der Geschichte der Niederlande vor dem 20. Jahrhundert. Diese traf nicht nur die Nordseeküste von Flandern an der belgischen Küste, sondern auch mit gewaltiger Wucht die Niederlande und reichte bis nach Jütland. Da die Flutkatastrophe am 1. und 2. November passierte, erhielt sie den Namen Allerheiligenflut. Zwar hatte der Domänenrat in Bergen op Zoom noch am Morgen erstmals in der Geschichte vor der starken Flut gewarnt, aber trotz aller Vorkehrungen wurden fast 80 Prozent der Niederlande überflutet. Es wurden nicht nur unzählige Häuser und Deiche zerstört, sondern auch vier Dörfer um Antwerpen unter dem Schlick begraben. Fast 20.000 Menschen verloren ihr Leben. Auch Harlingen war stark unter der Sturmflut in Mitleidenschaft gezogen worden, weshalb Caspar di Robles, ein portugiesischer Oberst in spanischen Diensten, der 1573 zum Statthalter von Friesland ernannt worden war, die Hafenarbeiter aufforderte, den Deiche zu reparieren. Dadurch wurde er zum berühmtesten Deichbauer in Friesland, der den Streit um die Lastenverteilung bei der Deichsanierung sogar beendete. Im Jahr 1574 begann Caspar mit der Reparatur der Ufermauer. Die Arbeiten wurden in 11 Abschnitte aufgeteilt und für jeden Abschnitt konnte der Kapitän mehr als 300 Hafenarbeiter beschäftigen. Auch arbeitslose Jugendliche mussten bei der Reparatur mithelfen. Laut Legende gab es einen Galgen, der unwillige Arbeiter abschrecken sollte. Aufgrund der strengen Leitung konnte der Deich schließlich repariert und erhöht werden. Aus Dankbarkeit ließen die Friesen 1576 zu Ehren von Caspar di Robles die Statue „De Stiennen man“ aufstellen. Die Originalköpfe der Statue ließ der Deichmeister des Wasserverbandes Der Vijf Deelen Zeedijkn 1774 durch eine Kopie ersetzten, die sich im Fries Museum befindet. Das Denkmal gilt als eine der ältesten Statuen der Niederlande, das 1996 zum Nationaldenkmal wurde. Auch ich machte nach meinem Besuch der Stadt Harlingen einen Abstecher zu diesem faszinierenden Denkmal, mit dessen Fotos ich Dir viel Freude wünsche. 🙂

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